Arkansas, Diamanten und Natur im Süden der USA: was du über den Natural State wissen musst

In Arkansas darfst du Diamanten suchen und behalten, in historischen Badehäusern baden und günstiger leben als fast überall sonst in den USA. Hier steht, was Deutsche über den Natural State wissen sollten.

Von MichiVeröffentlicht Aktualisiert 17 Min. Lesezeit
Arkansas, Diamanten und Natur im Süden der USA: was du über den Natural State wissen musst

Arkansas ist der einzige Ort der Welt, an dem du in einem öffentlich zugänglichen Diamantenvorkommen buddeln darfst und behältst, was du findest. Dazu kommen heiße Quellen, Höhlen, wilde Flüsse und Wälder, die mehr als die Hälfte der Fläche bedecken. Nicht ohne Grund nennt sich der Staat "The Natural State".

Für uns Deutsche ist Arkansas oft ein weißer Fleck auf der Karte. Man kennt vielleicht Bill Clinton oder Walmart, sonst nicht viel. Dabei ist das Leben dort deutlich günstiger als in den bekannten Auswandererstaaten, die Natur erinnert stellenweise an den Schwarzwald, und mit Stuttgart, Arkansas gibt es sogar eine Stadt, die deutsche Siedler gegründet haben. Gleichzeitig ticken Alkoholgesetze, Wetter und Steuern hier anders, als du es von zu Hause gewohnt bist.

Wo liegt Arkansas und was sind die wichtigsten Fakten?

Arkansas liegt im Süden der USA, westlich des Mississippi. Rundherum liegen sechs Staaten: Louisiana, Texas, Oklahoma, Missouri, Tennessee und Mississippi. Der Norden und Westen ist hügelig und bewaldet mit den Ozark und den Ouachita Mountains, der Osten ist flaches Schwemmland am Mississippi, auf dem Reis und Soja wachsen.

Die Arkansas Hauptstadt ist Little Rock, zugleich die größte Stadt. Wer nach "time in Arkansas" sucht: Der ganze Staat liegt in der Central Time Zone, also UTC minus 6 im Winter und UTC minus 5 während der Daylight Saving Time, der amerikanischen Sommerzeit.

Für Telefonate nach Deutschland heißt das: In der Regel ist es in Arkansas sieben Stunden früher. Weil die USA die Uhren an anderen Tagen umstellen als Europa, schrumpft der Abstand zweimal im Jahr für ein paar Wochen auf sechs Stunden. Genau jetzt ist so eine Phase: Deutschland hat am 25. Oktober 2026 zurückgestellt, die USA folgen am 1. November 2026.

Fakt Arkansas
Hauptstadt Little Rock
Postkürzel AR
Fläche rund 137.700 km² (etwa 53.200 Quadratmeilen)
Einwohner gut 3 Millionen (Zensus 2020, seitdem leicht wachsend)
Countys 75
Nachbarstaaten Louisiana, Texas, Oklahoma, Missouri, Tennessee, Mississippi
Zeitzone Central Time, UTC minus 6 (Sommerzeit UTC minus 5)
Bundesstaat seit 15. Juni 1836, als 25. Staat
Spitzname The Natural State
Motto Regnat populus (Das Volk regiert)
Staatssteuer auf Einkäufe 6,5 Prozent plus lokale Steuern (Stand 2026)
Offizielle Seiten portal.arkansas.gov und arkansas.com

Zum Vergleich: Arkansas ist knapp halb so groß wie Deutschland, hat aber nur so viele Einwohner wie Berlin ohne Randbezirke. Entsprechend leer sind die Straßen zwischen den Städten.

Wofür ist Arkansas bekannt?

Neben den Diamanten sind es vor allem die Razorbacks. So heißen die verwilderten Hausschweine, deren Vorfahren mit den ersten Siedlern kamen und sich lieber in die Wälder verabschiedeten, als auf dem Teller zu landen. Die Sportteams der University of Arkansas in Fayetteville tragen den Namen, und fast jeder im Staat bezeichnet sich als Razorback-Fan. Den Schlachtruf "Woo Pig Sooie", einen Schweinelockruf, hörst du an Spieltagen überall.

Die zweite große Uni ist die Arkansas State University in Jonesboro im Nordosten. Ihre Teams heißen Red Wolves, und die Rivalität zwischen beiden Hochschulen ist ein Dauerthema an jedem Grill.

Arkansas ist außerdem der größte Reisproduzent der USA und liefert grob die Hälfte des amerikanischen Reises. Auch Hähnchen wird hier im großen Stil produziert, mit Tyson Foods sitzt einer der größten Fleischkonzerne der Welt in Springdale. Und der erste Walmart wurde 1962 in Rogers eröffnet, die Konzernzentrale steht bis heute im benachbarten Bentonville.

Dann ist da noch die Aussprache. Arkansas spricht man "AR-ken-saw", das s am Ende bleibt stumm. Das ist sogar per Beschluss des Parlaments von 1881 festgelegt. Bestraft wird niemand, aber du outest dich sofort als Zugezogener.

Popkultur hat der Staat auch: Der Film "Arkansas" von 2020 mit Liam Hemsworth und Vince Vaughn spielt hier, und im Indie-Hit "Home" von Edward Sharpe and the Magnetic Zeros taucht die Zeile "Alabama, Arkansas" auf, weshalb viele das Lied als "Alabama Arkansas Song" suchen.

Etwas gruseliger sind die Dover Lights in den Ozarks und die Gurdon Lights im Süden. Laut Legende stammen die Dover-Lichter von Geistern spanischer Eroberer, die noch immer nach Gold suchen. Gesichtet werden sie immer wieder, Zweifler gibt es mindestens genauso viele.

Wie läuft die Diamantensuche im Crater of Diamonds State Park ab?

Der Crater of Diamonds State Park bei Murfreesboro im Südwesten liegt auf dem Rest eines vulkanischen Schlots. Wichtig, weil es oft falsch steht: Das ist keine kommerzielle Mine. Es ist ein umgepflügtes Feld von rund 15 Hektar, auf dem jeder gegen Eintritt suchen darf. Und alles, was du findest, gehört dir.

Das kennen wir aus Deutschland so nicht. Bei uns fallen archäologische Funde je nach Bundesland unter das Schatzregal und gehören dem Staat. In Arkansas gilt: Finder ist Besitzer, egal ob es ein Splitter ist oder ein Stein mit mehreren Karat.

So gehst du vor:

  1. Prüfe Öffnungszeiten und Eintritt auf arkansasstateparks.com. Die Preise wurden in den letzten Jahren angepasst und liegen für Erwachsene im niedrigen zweistelligen Dollarbereich, Kinder zahlen weniger.
  2. Leih dir vor Ort Sieb, Schaufel und Eimer oder bring eigenes Werkzeug mit. Motorisierte Geräte sind verboten.
  3. Such entweder trocken an der Oberfläche oder siebe Erde in den Waschstationen nass aus.
  4. Bring Funde zum Diamond Discovery Center. Das Personal prüft kostenlos, ob es ein Diamant ist, und registriert ihn.

Gefunden werden weiße, braune und gelbe Diamanten, dazu Amethyst, Jaspis und Achat. Der größte Fund aus diesem Gelände ist der "Uncle Sam" mit über 40 Karat aus dem Jahr 1924.

Jetzt das Unbequeme: Die allermeisten Besucher fahren ohne Diamant nach Hause. Funde gibt es regelmäßig, sie verteilen sich aber auf sehr viele Suchende. Im Sommer wird das Feld zur Backofenfläche ohne Schatten. Komm deshalb früh, nimm viel Wasser mit und plane den Besuch als Erlebnis, nicht als Investition.

Zum Park gehören außerdem ein Campingplatz, ein kleines Museum und der Wasserspielplatz Diamond Springs, der im Sommer geöffnet hat. Mit Kindern ist das eine gute Kombination.

Welche Naturziele lohnen sich in Arkansas außer den Diamanten?

Hot Springs National Park

Wer in den USA eine Therme vermisst, findet sie in Hot Springs, rund eine Autostunde südwestlich von Little Rock. Das Gebiet wurde schon 1832 unter Bundesschutz gestellt, länger als jeder andere Nationalpark. Das Wasser tritt mit durchschnittlich 143 °F (62 °C) aus dem Berg und war vorher rund 4.000 Jahre unterirdisch unterwegs.

Die Bathhouse Row ist eine Reihe historischer Badehäuser aus der Zeit um 1900. Baden kannst du heute in zwei davon: im Buckstaff Bathhouse mit klassischem Bäderprogramm und im Quapaw Baths & Spa mit Thermalbecken. Das Fordyce Bathhouse ist das Besucherzentrum und zeigt, wie Kuren damals abliefen. Infos stehen auf nps.gov.

Der Unterschied zur deutschen Therme: Es gibt keine große Badelandschaft mit Saunadorf. Die Badehäuser sind eher klein und historisch. Dafür ist der Park selbst kostenlos, und an öffentlichen Brunnen in der Stadt füllen die Einheimischen gratis Thermalwasser in Kanister ab. Wanderwege und Camping gibt es ebenfalls.

Blanchard Springs Caverns

In den Ozark-St. Francis National Forests bei Mountain View liegen die Blanchard Springs Caverns, Kalksteinhöhlen, die Wasser über Jahrtausende geformt hat. Der Forest Service bietet geführte Touren an, Umfang und Termine wechseln je nach Saison. Prüf deshalb vor der Anfahrt, ob Touren laufen und ob du online reservieren musst. Draußen gibt es Wanderwege, eine Quelle mit Badestelle und Campingplätze.

Buffalo National River und Rush Ghost Town

Der Buffalo River war 1972 der erste Fluss der USA, der als National River geschützt wurde. Er fließt ohne Staudamm durch Kalksteinfelsen, und im Frühjahr ist er das Kanuziel schlechthin. Im Spätsommer kann der Pegel so niedrig sein, dass du mehr trägst als paddelst.

Am Fluss liegt Rush, eine Geisterstadt aus der Zinkbergbauzeit. Auf dem Rush Mountain Trail kommst du an den alten Minen vorbei, und in der Nähe darfst du zelten, falls du keine Angst vor Gespenstern hast.

Arkansas River und Ouachita Mountains

Der Arkansas River entspringt in den Rocky Mountains in Colorado und fließt fast 1.500 Meilen (rund 2.360 Kilometer) bis in den Mississippi. In Little Rock führt ein Radweg auf beiden Ufern entlang. Kurios: In Kansas sprechen viele den Fluss "Ar-KAN-sas" aus, ganz anders als den Staat.

In den Ouachita Mountains um Hot Springs wird Novaculit abgebaut, ein sehr hartes Quarzgestein. Daraus entsteht der Arkansas Stein, ein Abziehstein zum Schärfen von Messern und Werkzeugen. Wenn du in Deutschland einen Müller Original Arkansas Naturstein 100x40x20mm im Werkzeugkasten hast, stammt das Rohmaterial genau aus dieser Gegend.

Arkansas Alligator Farm in Hot Springs

Wer schon immer einen Alligator halten oder füttern wollte, kann das auf der Arkansas Alligator Farm & Petting Zoo in Hot Springs tun. Für Kinder ein Highlight, für alle anderen gilt mein Rat: lass gern jemand anderem den Vortritt.

Was ist in Little Rock, Bentonville und den kleineren Städten zu holen?

Little Rock Arkansas ist politisch und geschichtlich das Herz des Staates. Die Little Rock Central High School ist heute eine National Historic Site, weil hier 1957 die Integration der Schulen erkämpft wurde. Dazu kommt das Clinton Presidential Center am Arkansas River. Little Rock ist kein Touristenmagnet wie New Orleans, aber eine angenehme Basis für Ausflüge nach Hot Springs.

Bentonville Arkansas im Nordwesten ist das Gegenmodell: jung, schnell wachsend und vom Walmart-Konzern geprägt. Das Crystal Bridges Museum of American Art des Architekten Moshe Safdie liegt eingebettet in eine Waldschlucht und ist wie eine Brücke über Teiche gebaut. Zu sehen sind Werke von Andy Warhol, Norman Rockwell, Georgia O'Keeffe und vielen anderen. Der Eintritt zur Dauerausstellung ist frei, Details auf crystalbridges.org. Im Walmart Museum am Hauptplatz steht der alte Laden von Sam Walton. Rund um Bentonville gibt es außerdem eines der dichtesten Mountainbike-Netze der USA.

Hope Arkansas im Südwesten ist der Geburtsort von Bill Clinton, sein Elternhaus kannst du besichtigen. Im Sommer feiert die Stadt ihr Wassermelonenfest.

Für uns besonders spannend ist Stuttgart Arkansas. Die Stadt im Reisanbaugebiet wurde im 19. Jahrhundert von einem deutschen Pastor gegründet und nach der schwäbischen Hauptstadt benannt. Heute nennt sie sich "Rice and Duck Capital of the World". Rund um Thanksgiving findet dort die Weltmeisterschaft im Entenlocken statt, ein Wettbewerb, bei dem Teilnehmer mit Lockpfeifen Entenrufe imitieren. Für Deutsche ist das ein herrlich schräger Kulturschock.

Was kostet das Leben in Arkansas?

Arkansas gehört zu den günstigsten Staaten der USA. Im Lebenshaltungskostenindex von MERIC, bei dem der US-Durchschnitt 100 ist, lag Arkansas zuletzt bei rund 88. Am deutlichsten ist der Unterschied beim Wohnen, das etwa ein Viertel unter dem Durchschnitt liegt. Lebensmittel liegen knapp darunter, Nebenkosten wie Strom eher auf US-Niveau, weil im Sommer die Klimaanlage durchläuft. Mehr zur Einordnung findest du in meinem Überblick zu den Lebenshaltungskosten in den USA.

Die Kehrseite: Die Löhne sind entsprechend niedriger. Der Mindestlohn liegt seit 2021 bei 11 Dollar pro Stunde (Stand Oktober 2026, aktuelle Werte beim Arkansas Department of Labor and Licensing). Wer nach "salary calculator Arkansas" sucht, sollte beim Nettogehalt drei Posten einrechnen: die Bundeseinkommensteuer, 7,65 Prozent für Social Security und Medicare und die Einkommensteuer des Staates. Deren Spitzensatz hat Arkansas in den letzten Jahren schrittweise gesenkt, zuletzt auf 3,9 Prozent. Für Krankenversicherung gehen oft zusätzlich mehrere hundert Dollar im Monat ab, wenn der Arbeitgeber nicht viel übernimmt.

Die Sales Tax, die Umsatzsteuer auf Einkäufe, kommt in Arkansas wie überall in den USA erst an der Kasse dazu. In Deutschland ist der Preis am Regal der Endpreis, hier nicht. Der Staat verlangt 6,5 Prozent, Countys und Städte schlagen eigene Sätze drauf. Zusammen landest du in vielen Orten bei rund 9 bis 10 Prozent, das gehört zu den höchsten Werten der USA. Eine Entlastung gibt es bei Lebensmitteln: Seit Januar 2026 erhebt der Staat auf Grundnahrungsmittel keine eigene Steuer mehr, lokale Steuern fallen aber weiterhin an.

Welche Gesetze überraschen Deutsche in Arkansas?

Die Angaben zu Gesetzen sind sorgfältig recherchiert, ersetzen aber keine Rechtsberatung. Verbindlich sind die Seiten des Staates.

Alkohol und dry Countys

Wer aus Deutschland kommt, ist gewohnt, dass er an jeder Tankstelle Bier bekommt. In Arkansas ist rund ein Drittel der 75 Countys "dry", also trocken: Dort dürfen Läden keinen Alkohol verkaufen. Innerhalb trockener Countys gibt es trotzdem Ausnahmen, etwa einzelne "wet" Städte oder Restaurants mit Clublizenz.

Sonntags ist der Verkauf in Läden nur erlaubt, wo die Gemeinde oder das County dem zugestimmt hat. Werktags darf in der Regel zwischen 1 und 7 Uhr nichts verkauft werden, Bars schließen je nach Lizenz meist um 2 Uhr. Kauf Getränke für das Wochenende also am Samstag und schau vorher nach, ob dein Ausflugsziel wet oder dry ist.

Marihuana

Marihuana ist in Arkansas nur medizinisch legal. Ein Volksentscheid zur Freigabe für den Freizeitgebrauch scheiterte 2022. Eine Medical Card bekommen nur Einwohner des Staates mit entsprechender Diagnose, Touristen nicht.

Heiratsalter

Das reguläre Mindestalter für eine Heirat liegt bei 18 Jahren. Seit 2019 ist mit Zustimmung der Eltern eine Heirat ab 17 möglich.

Wie ist das Wetter in Arkansas und womit muss ich rechnen?

Die Sommer sind heiß und schwül. Von Juni bis September sind 90 °F (32 °C) bei hoher Luftfeuchtigkeit normal, und gefühlt ist es deutlich wärmer. Die Winter sind mild, im Norden und in den Bergen kann es aber schneien. Gefährlicher als Schnee sind Eisstürme, die Bäume und Stromleitungen umreißen.

Die beste Reisezeit ist das Frühjahr von April bis Mai und der Herbst von Oktober bis Anfang November, wenn die Ozarks sich bunt färben.

Das Unbequeme: Arkansas liegt im Einzugsgebiet schwerer Tornados. Am 31. März 2023 traf ein Tornado der Stufe EF3 Little Rock mitten im Wohngebiet. Dazu kommen Starkregen mit Überflutungen, Dürre und Erdrutsche. Der Nordosten liegt nahe der New-Madrid-Erdbebenzone, Erdbeben sind dort also möglich. Wer nach Arkansas zieht, sollte die Warn-App des Wetterdienstes installieren und wissen, welcher Raum im Haus als Schutzraum taugt. Viele Häuser haben keinen Keller.

In Wald und Wiese warten außerdem Zecken und Chiggers, winzige Milbenlarven, deren Bisse tagelang jucken. Lange Hosen in den Socken sehen nicht elegant aus, sind auf Wanderwegen aber üblich.

Welche Geschichte steckt hinter Arkansas?

Die ersten Bewohner

Arkansas ist seit rund 14.000 Jahren besiedelt. Nach der Eiszeit entstanden dauerhaftere Siedlungen, Töpferware, Salzkonservierung und Tauschhandel veränderten das Leben.

Als die Europäer kamen, lebten hier die Caddo, die Quapaw und die Osage. Die Caddo hatten im Südwesten große Siedlungen mit Landwirtschaft, Grabhügeln und kunstvoller Keramik. Kriege und eingeschleppte Krankheiten wie Pocken und Masern dezimierten sie drastisch, schließlich mussten sie ihr Land per Vertrag abtreten.

Die Quapaw siedelten am Mississippi, teilten sich in Himmels- und Erdenleute und verehrten die Kraft Wakondah, die das Gleichgewicht hielt. Mit den Franzosen trieben sie Handel, verloren aber durch Krankheiten den Großteil ihrer Bevölkerung. Nach mehreren Verträgen wurden sie ins Indian Territory umgesiedelt, ihre Stammesverwaltung sitzt heute in Oklahoma. Von ihnen hat der Staat seinen Namen.

Die Osage lebten vor allem im heutigen Missouri, jagten aber in Arkansas. Als Cherokee nach Westen gedrängt wurden, kam es zu Konflikten um das Land. Auch die Cherokee mussten später weiterziehen, der Trail of Tears führte durch Arkansas.

Europäer und deutsche Siedler

1541 zog der Spanier Hern ando de Soto mit seinen Männern und einer Schweineherde durch das Gebiet, auf der Suche nach Gold. Unterwegs überzeugte er einige Ureinwohner davon, ein unsterblicher Gott zu sein. Das wurde zum Problem, als er 1542 an einem Fieber starb. Seine Begleiter begruben ihn heimlich im Dunkeln, und als der frische Grabhügel auffiel, gruben sie ihn wieder aus und versenkten den Leichnam im Mississippi. Die Expedition endete ohne Gold und ziemlich desillusioniert. Manche Historiker sehen in den entlaufenen Schweinen übrigens die ersten Vorfahren der Razorbacks.

Erst 1673 kamen wieder Europäer: der Jesuitenpater Jacques Marquette und Louis Jolliet erkundeten den Mississippi für Frankreich und wollten nebenbei missionieren. Sie trafen auf die Quapaw, deren Name in der Sprache ihrer Nachbarn zu "Arkansas" wurde. 1686 gründete Henri de Tonti mit Arkansas Post den ersten dauerhaften europäischen Handelsposten. Franzosen und Quapaw kamen gut miteinander aus, es gab sogar Ehen. Gehandelt wurde vor allem mit Pelzen.

Unter den ersten Siedlern, die hier Landwirtschaft betrieben, waren fünf bis zehn deutsche Familien. Nach dem Louisiana Purchase 1803 gehörte Arkansas zunächst zum Territorium Louisiana, ab 1812 zum Missouri-Territorium und wurde 1819 ein eigenes Territorium. Die Nordgrenze orientiert sich an der Linie des Missouri-Kompromisses von 1820.

Im Mai 1833 kam eine große Gruppe deutscher Einwanderer an und ließ sich vor allem in den Countys Pulaski und Saline nieder, einige auch in Perry und White. Weitere deutsche Siedler verteilten sich nach und nach über den Staat, Stuttgart ist das bekannteste Beispiel. Wer tiefer einsteigen will, findet einen guten Überblick in der Encyclopedia of Arkansas.

Am 15. Juni 1836 wurde Arkansas Bundesstaat. Bis dahin waren den Stämmen die Landrechte aus früheren Verträgen fast vollständig entzogen, sie wurden ins Indian Territory im Westen vertrieben.

Bürgerkrieg

Die Plantagenwirtschaft im Osten des Staates beruhte wie in anderen Südstaaten auf Sklavenarbeit. Im Mai 1861 trat Arkansas aus der Union aus und schloss sich der Konföderation an. Gleichzeitig kämpften mehrere tausend weiße und schwarze Arkansans auf der Seite der Union. Der Staat war innerlich gespalten, besonders die Bergregionen im Norden standen der Abspaltung skeptisch gegenüber.

Bürgerrechte

Vom 30. September bis 2. Oktober 1919 kam es bei Hoop Spur nahe Elaine im Phillips County zu einem der blutigsten rassistischen Gewaltausbrüche der US-Geschichte. Schwarze Pächter hatten sich gegen Ausbeutung in der Pachtwirtschaft organisiert. Weiße Mobs und Soldaten töteten daraufhin vermutlich mehrere hundert Afroamerikaner, fünf weiße Männer kamen ums Leben. Danach wurde das Massaker vertuscht und die Schuld den Opfern zugeschoben.

1957 wurde Little Rock zum Symbol der Bürgerrechtsbewegung. Gouverneur Orval Faubus schickte die Nationalgarde, um neun schwarze Jugendliche, die Little Rock Nine, am Betreten der Central High School zu hindern. Hunderte Menschen protestierten lautstark gegen die Integration. Erst als Präsident Eisenhower Bundestruppen schickte, konnten die Schüler unter Begleitung zum Unterricht. Das Besucherzentrum gegenüber der Schule erzählt diese Geschichte eindrücklich und ist kostenlos.

Später prägte ein Arkansan die Bundespolitik: Bill Clinton war zunächst Gouverneur des Staates und von 1993 bis 2001 Präsident der USA.

Insidertipp

Fahr nach einem kräftigen Regenguss zum Crater of Diamonds State Park. Regen spült die lockere Erde weg, und Diamanten bleiben wegen ihres Glanzes und ihrer glatten Oberfläche sichtbar an der Oberfläche liegen. Erfahrene Sucher laufen dann langsam die Furchen ab, statt zu sieben, und die Parkverwaltung meldet nach Regenphasen regelmäßig mehr Funde. Geh am besten morgens, bevor die Sonne das Feld aufheizt und andere Besucher die besten Stellen abgelaufen haben.

Kombiniere den Ausflug mit Hot Springs, das gut eineinhalb Autostunden entfernt liegt. Füll dort an einem der öffentlichen Thermalbrunnen in der Innenstadt kostenlos Wasser ab, es kommt warm aus der Leitung und schmeckt erstaunlich neutral.

Häufige Fragen zu Arkansas

Wie spricht man Arkansas richtig aus?

"AR-ken-saw", mit Betonung auf der ersten Silbe und stummem s am Ende. Der Nachbarstaat Kansas wird dagegen ganz normal mit s gesprochen, was viele Neuankömmlinge verwirrt.

Was ist die Hauptstadt von Arkansas?

Little Rock. Die Stadt ist zugleich die größte des Staates und liegt ungefähr in der Mitte am Arkansas River.

Darf ich einen gefundenen Diamanten mit nach Deutschland nehmen?

Im Park gehört dir der Fund sofort. Für die Einfuhr in die EU gelten für Rohdiamanten aber die Regeln des Kimberley-Prozesses, der den Handel mit Konfliktdiamanten verhindern soll. Kläre deshalb vor der Rückreise beim deutschen Zoll auf zoll.de, welche Papiere du für einen ungeschliffenen Stein brauchst.

Brauche ich in Arkansas ein Auto?

Ja. Außerhalb von Little Rock gibt es praktisch keinen öffentlichen Nahverkehr, und die Naturziele liegen weit auseinander. Zwischen Bentonville und Hot Springs fährst du gut drei Stunden.

Lohnt sich Arkansas zum Auswandern?

Für Familien mit Budget kann sich der Staat lohnen, weil Wohnen deutlich günstiger ist als im US-Schnitt. Die Jobauswahl ist aber kleiner, die meisten gut bezahlten Stellen konzentrieren sich auf Nordwest-Arkansas rund um Walmart, Tyson und J.B. Hunt sowie auf Little Rock.

Wann ist die beste Reisezeit?

April bis Mai und Oktober bis Anfang November. Im Hochsommer sind Wanderungen und die Diamantensuche wegen Hitze und Schwüle anstrengend.

Arkansas ist kein Staat, den man im Vorbeifahren abhakt. Wer sich auf die Hitze, die dry Countys und die langen Autostrecken einstellt, bekommt dafür Natur fast für sich allein, Thermalwasser vom Brunnen und vielleicht sogar einen eigenen Diamanten. Ich wünsche dir eine gute Fahrt in den Natural State und ein Sieb mit Glück.

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