Einkaufen in den USA: Wie geht shoppen in Amerika?
Der Preis am Regal ist nicht der Preis an der Kasse, ohne Kundenkarte zahlst du drauf und für Bier brauchst du den Ausweis. So funktioniert Einkaufen in den USA für Deutsche.

Einkaufen in den USA funktioniert anders als in Deutschland, und zwar schon beim Preisschild. Was am Regal steht, ist fast nie das, was du an der Kasse zahlst. Ohne Kundenkarte verpasst du die Hälfte der Angebote, und für ein Sixpack Bier zeigst du auch mit 45 noch deinen Ausweis. Wer sich fragt, wie shoppen in Amerika eigentlich geht, stolpert meistens über genau diese Dinge.
Für uns Deutsche ist das so ungewohnt, weil wir ein sehr einheitliches System im Kopf haben: Bruttopreise, klare Ladenöffnungszeiten, Pfand für den Einkaufswagen und eine Mehrwertsteuer, die überall gleich ist. In den USA regelt fast alles davon der einzelne Staat, manchmal sogar die Stadt. Ob du gerade ausgewandert bist oder eine Reise planst: Mit den folgenden Grundregeln stehst du an der Kasse nicht mehr mit fragendem Gesicht da, sondern sparst sogar Geld.
Warum steht an der Kasse ein anderer Preis als am Regal?
In Deutschland ist der Preis am Regal der Preis an der Kasse. In den USA zeigen fast alle Geschäfte den Nettopreis an, also ohne Steuer. Die Sales Tax, die amerikanische Verkaufssteuer, kommt erst beim Bezahlen obendrauf.
Die gute Nachricht: Sie ist deutlich niedriger als unsere 19 Prozent Mehrwertsteuer. Die weniger gute: Es gibt keinen einheitlichen Satz. Jeder Staat legt seinen eigenen fest, und Countys und Städte dürfen in vielen Staaten noch etwas aufschlagen. Der höchste reine Staatssatz liegt in Kalifornien bei 7,25 Prozent. Rechnet man die lokalen Aufschläge mit, landen Städte wie Chicago bei 10,25 Prozent, und in Louisiana, Tennessee oder Alabama liegen die durchschnittlichen kombinierten Sätze ebenfalls um die 9 bis 10 Prozent (Stand 2026).
Fünf Staaten erheben gar keine landesweite Sales Tax: Alaska, Delaware, Montana, New Hampshire und Oregon. In Alaska dürfen allerdings Gemeinden eine eigene erheben, ganz steuerfrei ist es dort also nicht überall.
Dazu kommt: Was besteuert wird, ist ebenfalls unterschiedlich. Viele Staaten nehmen Lebensmittel aus dem Supermarkt ganz oder teilweise von der Steuer aus, Restaurantessen, Süßigkeiten oder Soda aber nicht. Ein Einkauf von 50 Dollar Regalpreis kann dich also je nach Ort zwischen 50 und gut 55 Dollar kosten.
Eine aktuelle Übersicht der Sätze je Staat veröffentlicht die Tax Foundation jedes Jahr. Verbindlich ist im Zweifel die Steuerbehörde des jeweiligen Staates, denn die Sätze ändern sich regelmäßig.
Unser Spartipp: Viele Staaten veranstalten sogenannte Sales Tax Holidays, also Tage oder Wochenenden ohne Verkaufssteuer. Die meisten fallen in den August, kurz vor Schulbeginn, und gelten für Kleidung, Schulsachen und teilweise Computer bis zu einer bestimmten Preisgrenze. Wenn du ohnehin einen Laptop oder eine Grundausstattung für die Kinder brauchst, lohnt es sich, den Termin deines Staates nachzuschlagen.
Und noch etwas, das Urlauber gern falsch einschätzen: Eine landesweite Steuererstattung für Touristen, wie du sie vom Tax-free-Shopping in Europa kennst, gibt es in den USA nicht. Die Sales Tax ist bezahlt, wenn du den Laden verlässt.
Welche Geschäfte gibt es und wo kaufst du was?
Wer aus Deutschland kommt, ist an Supermarkt, Drogerie und Discounter in überschaubarer Größe gewöhnt. In den USA verschwimmen die Grenzen. Im Supermarkt gibt es oft eine Apotheke, in der Drogerie Milch und Eis, und im Großmarkt neben Toastbrot auch Reifen und Brillen.
Einen ausführlichen Überblick über die einzelnen Ketten findest du in unserem Artikel über Supermärkte und Drogerieketten in den USA. Hier die wichtigsten Ladentypen im Schnelldurchlauf:
| Ladentyp | Beispiele | Wofür gut | Worauf du achten solltest |
|---|---|---|---|
| Supercenter | Walmart, Target | fast alles unter einem Dach, von Lebensmitteln bis Elektronik | riesige Flächen, plane Zeit ein |
| Supermarkt | Kroger, Safeway, Publix, H-E-B, Albertsons | Wocheneinkauf, frische Ware, Apotheke | Ketten sind regional, die Namen wechseln je nach Staat |
| Drogerie | CVS, Walgreens | Medikamente, Kosmetik, Kleinigkeiten | Preise ohne Rewards oft hoch |
| Warehouse Club | Costco, Sam's Club | Großpackungen, Benzin, Reifen | nur mit kostenpflichtiger Mitgliedschaft |
| Discounter | Aldi, Lidl | günstige Grundversorgung | Lidl gibt es nur an der Ostküste |
| Bio und Spezialität | Whole Foods, Trader Joe's, Sprouts | Bio, besondere Produkte, Snacks | Whole Foods eher hochpreisig |
| Dollar Store | Dollar General, Dollar Tree | Haushaltskram, schnelle Besorgung | Packungen oft klein, Preis pro Einheit prüfen |
Walmart kennt man selbst in Deutschland: groß, günstig, fast alles im Angebot. Target ist etwas aufgeräumter und lohnt sich besonders, wenn du die App mit den Rabatten nutzt. Bei den Drogerien hat sich in den letzten Jahren viel getan. Rite Aid, das früher in einem Atemzug mit CVS und Walgreens genannt wurde, hat nach seiner zweiten Insolvenz 2025 alle Filialen geschlossen. Walgreens schließt ebenfalls zahlreiche Standorte.
Aldi baut sein Filialnetz in den USA kräftig aus und ist inzwischen in vielen Staaten vertreten. Lidl gibt es bislang vor allem an der Ostküste zwischen Georgia und New York. Und wenn du Glück hast, findest du dort sogar das eine oder andere Produkt, das nach Heimat schmeckt.
Für Costco und Sam's Club brauchst du eine Mitgliedschaft. Bei Costco kostet die Gold Star Mitgliedschaft 65 Dollar im Jahr, die Executive Mitgliedschaft 130 Dollar (Stand Oktober 2026). Das rechnet sich vor allem für Familien und wenn du dort regelmäßig tankst.
Wie funktionieren Kundenkarten, Coupons und Rainchecks?
Fast jeder Laden in Amerika hat ein Kundenprogramm. Früher erkannte man das an Schlüsselbünden voller kleiner Plastikkarten, heute läuft das meiste über die App oder die Telefonnummer. Wenn du öfter im selben Laden einkaufst, melde dich unbedingt an. Viele Angebote gelten nur für Mitglieder, und der Unterschied zum Normalpreis ist oft erheblich.
Die Anmeldung ist kostenlos und dauert ein paar Minuten, an der Kasse, am Infostand oder online. An der Kasse wirst du dann gefragt: "Do you have a rewards card?" oder "What's your phone number?". Eine amerikanische Telefonnummer ist dafür praktisch, als Urlauber kannst du die Anmeldung je nach Kette aber auch mit einer E-Mail-Adresse versuchen.
Was du mit den Programmen bekommst:
- Mitgliederpreise direkt am Regal, oft als "with card" oder "member price" ausgewiesen
- Rewards, also gesammeltes Guthaben für spätere Einkäufe
- Fuel Points, mit denen viele Supermarktketten wie Kroger den Benzinpreis an der eigenen Tankstelle senken
- digitale Coupons, die du in der App auf dein Konto lädst und die an der Kasse automatisch abgezogen werden
Bei den Drogerien sind die Programme besonders lohnend. CVS zahlt mit ExtraCare sogenannte ExtraBucks aus, ein Guthaben, das du beim nächsten Einkauf einlöst. Walgreens hat myWalgreens mit Cash Rewards, Target heißt das Ganze Target Circle.
Was bringt der Infodesk?
Der Customer Service Desk, meist direkt am Eingang, ist beim Einkaufen in den USA eine echte Hilfe. Dort bekommst du deine Kundenkarte, fragst nach einem Artikel und gibst Ware zurück.
Und hier versteckt sich ein Tipp, den viele Deutsche nicht kennen: Ist ein Angebot ausverkauft, frag nach einem Raincheck. Das ist ein Gutschein, mit dem du das Produkt später zum Angebotspreis bekommst, auch wenn die Aktion dann schon vorbei ist. Nicht jede Kette bietet das an, viele Supermärkte aber schon. Fragen kostet nichts.
Wie großzügig ist das Umtauschrecht?
Sehr großzügig, und das ist für uns Deutsche ungewohnt. In Deutschland gibt es im Laden kein gesetzliches Umtauschrecht, nur Kulanz. In den USA ist das ebenfalls Sache des Geschäfts, aber die Kulanz ist meist viel weiter. Walmart und Target nehmen die meisten Artikel 90 Tage lang zurück, Costco ist für seine fast unbegrenzte Rückgabe bekannt. Elektronik hat oft kürzere Fristen. Heb den Kassenbon auf oder lass ihn per App speichern, ohne Beleg gibt es häufig nur eine Gutschrift.
Wann haben Läden geöffnet und wie groß sind sie?
Öffnungszeiten
Ein Ladenschlussgesetz wie in Deutschland gibt es in den USA nicht. Die meisten Supermärkte und Drogerien haben bis 21 oder 22 Uhr geöffnet, viele große Walmart-Filialen von 6 bis 23 Uhr, und das an sieben Tagen in der Woche. Sonntags einkaufen ist völlig normal.
Läden mit dem Schild "24/7" haben rund um die Uhr offen. Seit der Pandemie ist das allerdings seltener geworden, viele Ketten haben die Nachtöffnung gestrichen. Verlass dich also nicht darauf, dass der Supermarkt um drei Uhr nachts noch offen ist, sondern schau vorher in der App oder bei Google nach.
Geschlossen haben viele große Ketten nur an wenigen Tagen. Walmart, Target und Costco bleiben an Thanksgiving und am 25. Dezember zu. Dafür öffnen am Black Friday, dem Tag nach Thanksgiving, viele Geschäfte besonders früh.
Größe der Geschäfte und Einkaufswagen
Die Läden sind in den USA einfach größer. In manchen gibt es Toiletten direkt im Verkaufsraum, ein Café mit Sitzplätzen, eine Apotheke und eine Bankfiliale. Die Auswahl ist so riesig, dass du dich anfangs regelrecht verläufst. Mein Rat: Nutz die App des Ladens, dort steht oft, in welchem Gang (Aisle) ein Artikel liegt.
Auch die Shopping Carts, die Einkaufswagen, sind deutlich größer als in Deutschland und haben häufig einen Becherhalter. Du kannst also ganz entspannt mit deinem Kaffee durch die Gänge schieben. Pfand zahlst du in den meisten Läden nicht. Eine Ausnahme ist Aldi, wo du wie in Deutschland eine Münze einwirfst, hier einen Quarter, also 25 Cent.
Der Nachteil am fehlenden Pfand: Die Wagen stehen überall auf dem Parkplatz verteilt und rollen gern mal herrenlos gegen dein Auto. Bring deinen Wagen trotzdem zur Sammelstelle, der Cart Corral.
In großen Geschäften wie Walmart findest du außerdem elektrische Einkaufswagen mit Sitz. Sie sind für Menschen gedacht, die nicht lange gehen oder stehen können.
Was ist beim Bezahlen anders?
Vor einer USA-Reise hört man oft, dass dort nur Kreditkarten funktionieren. Das stimmt so nicht. In Supermärkten und den meisten Geschäften kannst du nach wie vor bar bezahlen, und einige Staaten und Städte wie New Jersey, Massachusetts, New York City, Philadelphia oder San Francisco verbieten Geschäften sogar, Bargeld abzulehnen. In Stadien, an Flughäfen und in manchen Cafés wird es dagegen zunehmend bargeldlos.
Wo du um eine Kreditkarte nicht herumkommst, sind Mietwagen und Hotels. Dort wird eine Kaution auf der Karte geblockt, und das klappt mit einer Debitkarte oft nicht oder nur eingeschränkt. Wenn du hier lebst, hängt dein Zugang zu einer Kreditkarte an deiner Kreditwürdigkeit. Wie du die aufbaust, erklären wir im Artikel zum Credit Score und zur Kreditkarte in den USA.
An der Kasse läuft das Bezahlen so ab:
- Du steckst, ziehst oder hältst deine Karte ans Terminal, kontaktlos und mit Apple Pay oder Google Pay geht fast überall.
- Das Terminal fragt "Credit or Debit?". Bei Debit wird oft eine PIN verlangt.
- Mit einer Debitkarte kannst du "Cash Back" wählen und dir an der Kasse Bargeld auszahlen lassen.
Deutsche Visa- oder Mastercard-Karten, auch die Debitvarianten, funktionieren problemlos. Die klassische Girocard hilft dir in den USA nicht weiter. Und fragt dich das Terminal, ob du in Euro oder Dollar zahlen möchtest, wähle immer Dollar. Die Umrechnung des Händlers ist fast immer teurer als die deiner Bank.
Gut zu wissen: Die US-Regierung hat im November 2025 die Prägung des Pennys, der 1-Cent-Münze, eingestellt. Die vorhandenen Münzen bleiben gültig, aber weil sie knapp werden, runden manche Geschäfte bei Barzahlung auf die nächsten 5 Cent auf oder ab. Mit Karte zahlst du weiterhin centgenau.
Seit ein paar Jahren schiebt dir außerdem an vielen Kassen ein Tablet einen Trinkgeld-Bildschirm hin, selbst beim Bäcker oder im Coffeeshop. Am Supermarkt-Checkout wird kein Trinkgeld erwartet. Du kannst auf "No Tip" oder "Skip" tippen, ohne unhöflich zu sein.
Was gilt beim Kauf von Alkohol?
Die Alkoholgesetze gehören zu den Dingen, die Deutsche am meisten überraschen. Trinken und kaufen darfst du Alkohol, auch Bier und Wein, in allen Staaten erst ab 21 Jahren. Kontrolliert wird streng. "Can I see your ID?" hörst du auch, wenn du sichtlich über 40 bist. Viele Kassen sind verpflichtet, jeden zu kontrollieren.
Als Tourist zeigst du am besten deinen Reisepass. Einen deutschen Personalausweis oder Führerschein akzeptieren manche Läden, andere nicht. Ohne gültigen Ausweis gibt es keinen Alkohol, und manchmal bekommt auch deine Begleitung nichts, wenn sie sich nicht ausweisen kann.
Wo, wann und was verkauft wird, regelt jeder Staat selbst:
- In manchen Staaten gibt es Wein und Spirituosen im Supermarkt, in anderen nur in staatlich betriebenen oder lizenzierten Liquor Stores.
- Es gibt Verkaufsverbote zu bestimmten Zeiten, etwa sonntagmorgens oder nachts. Dann werden die Regale abgesperrt oder mit Vorhängen verdeckt.
- Einzelne Countys, die sogenannten Dry Counties, verbieten den Verkauf von Alkohol ganz.
Auch der Transport ist geregelt. Fast alle Staaten verbieten geöffnete Alkoholbehälter im Fahrgastraum, das ist die sogenannte Open Container Law. Eine angebrochene Flasche Wein gehört deshalb in den Kofferraum.
In der Öffentlichkeit zu trinken, also auf der Straße, im Park oder am Strand, ist in den meisten Städten verboten. Ausnahmen wie das French Quarter in New Orleans oder der Strip in Las Vegas bestätigen die Regel. Dass manche Amerikaner ihre Flasche in einer braunen Papiertüte verstecken, macht das Trinken übrigens nicht legal. Es fällt nur weniger auf.
Wie läuft es an der Kasse ab?
Der Smalltalk an der Kasse ist für viele Deutsche anfangs sehr gewöhnungsbedürftig. "Hi, how are you doing today?" ist keine echte Frage nach deinem Befinden, sondern eine Begrüßung. Die passende Antwort ist kurz: "Good, thanks, how are you?". Mit der Zeit wird aus der Pflichtübung ein netter Moment, den viele nach der Rückkehr nach Deutschland sogar vermissen.
Zwei Dinge irritieren trotzdem lange. Vor allem im Süden nennt dich die Kassiererin vielleicht "Honey" oder "Sweetie", das ist freundlich gemeint und nicht übergriffig. Und wenn du jemandem im Gang im Weg stehst, sagt meist er "Sorry" oder "Excuse me", nicht du. Wir Deutschen empfinden das als verkehrte Welt, hier ist es einfach Höflichkeit.
Wer packt deinen Einkauf ein?
In vielen Supermärkten packt ein Bagger deinen Einkauf ein, also ein Mitarbeiter, der nur für das Einpacken zuständig ist. Oft sind das Jobs für Schüler, Senioren oder Menschen mit Behinderung. Manche bieten dir auch an, die Tüten zum Auto zu bringen. Ein Trinkgeld wird nicht erwartet, einige Ketten verbieten ihren Mitarbeitern sogar, eins anzunehmen.
Bei Walmart, Target und Discountern packst du dagegen selbst, ebenso an den Self-Checkout-Kassen, die inzwischen fast überall stehen. Dort scannst du alles selbst. Bei Alkohol kommt dann ein Mitarbeiter und kontrolliert deinen Ausweis.
Kosten Einkaufstüten etwas?
Das kommt ganz auf den Staat an. Früher waren Plastiktüten fast überall gratis, das hat sich deutlich geändert. Inzwischen haben zahlreiche Staaten dünne Einwegplastiktüten verboten, darunter Kalifornien, New York, New Jersey, Connecticut, Vermont, Maine, Oregon, Washington, Colorado und Delaware. In New Jersey sind in großen Lebensmittelmärkten sogar Papiertüten verboten.
Wo es Papiertüten oder dickere Mehrwegtüten noch gibt, kosten sie häufig eine kleine Gebühr, meist zwischen 5 und 25 Cent pro Stück. In anderen Staaten, vor allem im Süden und Mittleren Westen, bekommst du Plastiktüten weiterhin gratis und oft mehr, als du brauchst. Viele Läden haben dann am Eingang einen Container, in dem du gebrauchte Plastiktüten zum Recycling abgibst. Zu Hause eignen sie sich prima als Polstermaterial beim Verpacken.
Am einfachsten: Pack ein paar faltbare Taschen ins Auto. Einige Geschäfte geben dir dafür sogar ein paar Cent Rabatt.
Warum sind manche Dinge so teuer und Packungen so groß?
Viele Deutsche erwarten, dass in Amerika alles billiger ist. Für Benzin, Elektronik und viele Markenartikel stimmt das oft. Bei frischen Lebensmitteln dagegen nicht. Obst, Gemüse, gutes Brot und Käse sind im Vergleich zu Fertigessen und Junkfood auffallend teuer, und dieser Abstand ist größer als in Deutschland.
Importierte Waren kosten ohnehin mehr. Seit 2025 haben Zölle auf Einfuhren aus der EU deutsche Produkte zusätzlich verteuert. Das spürst du bei Gummibärchen, Senf oder Schokolade aus der Heimat genauso wie bei Wein und Bier.
Die zweite Überraschung sind die Packungsgrößen. Milch kommt in der Gallone (3,8 Liter), Chips in Tüten, die bei uns als Partypackung durchgehen würden, und Ketchup in Flaschen, die du kaum mit einer Hand hältst. Größer heißt aber nicht automatisch billiger.
Unser Spartipp: Schau am Regal auf den Unit Price, den Preis pro Einheit. Er steht meist klein auf dem Preisschild, angegeben pro Unze (oz), pro Pfund (lb) oder pro Stück. So erkennst du sofort, ob die Riesenpackung wirklich günstiger ist. Gerade wenn du Coupons einsetzt, ist die kleinere Packung oft der bessere Deal, weil der Coupon einen festen Betrag abzieht.
Die Einheiten sind anfangs verwirrend, weil Flüssigkeiten in Fluid Ounces und feste Waren in Ounces oder Pounds angegeben werden. Ein Pfund entspricht etwa 454 Gramm, eine Unze rund 28 Gramm. Es hilft, sich eine Handvoll Werte zu merken, statt bei jedem Produkt das Handy zu zücken.
Insidertipp
Lade dir vor dem ersten großen Einkauf die App des Supermarkts herunter, in dem du am häufigsten einkaufst, und aktiviere dort alle digitalen Coupons auf einmal. Das dauert fünf Minuten am Küchentisch und spart bei einem Wocheneinkauf schnell zweistellige Beträge, ohne dass du an der Kasse irgendetwas vorzeigen musst.
Kombiniere das mit dem wöchentlichen Prospekt, dem Weekly Ad. Viele Supermärkte starten ihre Wochenangebote mittwochs statt montags. Wer seinen Einkauf auf Mittwoch oder Donnerstag legt, findet die Angebotsware noch vollständig im Regal. Und ist sie doch weg, kennst du ja jetzt den Raincheck.
Häufige Fragen zum Einkaufen in den USA
Kann ich in den USA mit meiner deutschen Bankkarte bezahlen?
Ja, wenn es eine Visa- oder Mastercard ist, egal ob Kredit- oder Debitkarte. Die reine Girocard funktioniert nicht. Prüf vorher bei deiner Bank, welche Gebühren für Zahlungen in Fremdwährung anfallen, und wähle am Terminal immer die Zahlung in Dollar.
Bekomme ich als Tourist die Sales Tax zurück?
In der Regel nicht. Eine landesweite Rückerstattung wie das europäische Tax-free-Shopping gibt es in den USA nicht. Wenn du größere Anschaffungen planst, kann ein Staat ohne Sales Tax wie Oregon, Delaware oder New Hampshire die günstigere Wahl sein.
Muss ich beim Einkaufen Trinkgeld geben?
Im Supermarkt, in der Drogerie und beim Einpacken nicht. Der Trinkgeld-Bildschirm am Kartenterminal taucht vor allem in Cafés, Bäckereien und an Imbisstheken auf. Dort ist ein Trinkgeld freiwillig, und du kannst die Frage einfach überspringen.
Welchen Ausweis brauche ich für Alkohol?
Als Tourist ist der Reisepass die sicherste Wahl, weil ihn jeder Laden akzeptiert. Wer in den USA lebt, nutzt den Führerschein oder die ID-Karte seines Staates. Einen deutschen Ausweis lehnen manche Geschäfte ab, eine Kopie oder ein Foto auf dem Handy reicht nirgends.
Kann ich Ware ohne Kassenbon zurückgeben?
Bei vielen großen Ketten ja, oft aber nur gegen eine Gutschrift auf einer Geschenkkarte und nur bis zu einem bestimmten Betrag. Mit Bon oder digitalem Beleg in der App bekommst du dein Geld auf das ursprüngliche Zahlungsmittel zurück. Die genauen Fristen stehen in der Return Policy des jeweiligen Geschäfts, meist auf der Rückseite des Kassenbons.
Wenn du die ersten Male etwas länger an der Kasse brauchst, mach dir nichts draus. Spätestens nach ein paar Wochen weißt du, welche App du öffnest, welchen Ausweis du einsteckst und welche Antwort auf "How are you?" passt. Viel Spaß beim Entdecken der amerikanischen Supermärkte und möge dein erster Einkaufswagen keine wackelnden Räder haben.