Texas: Hauptstadt, Fakten, Steuern und Leben im Lone Star State

Die Hauptstadt von Texas ist Austin, die größte Stadt ist Houston. Was du über Größe, Klima, Steuern, Stromnetz, Arbeitsmarkt und das deutsche Erbe im Lone Star State wissen musst, steht hier.

Von Redaktion LebenInDenUSAVeröffentlicht 22 Min. Lesezeit
Texas: Hauptstadt, Fakten, Steuern und Leben im Lone Star State
Foto: Ryan Duffy auf Unsplash

Die Hauptstadt von Texas ist Austin. Die größte Stadt ist sie aber nicht, das ist Houston, gefolgt von San Antonio und Dallas. Wer nach Texas zieht, dort arbeitet oder eine Reise plant, merkt schnell: Fast nichts an diesem Bundesstaat ist klein, und vieles funktioniert anders, als wir es aus Deutschland gewohnt sind.

Wir Deutschen denken bei Texas an Cowboys, Öl und Country-Musik. Das stimmt alles, ist aber nur ein Teil des Bildes. Texas ist heute einer der wichtigsten Tech-Standorte der USA, hat ein eigenes Stromnetz und erhebt keine Einkommensteuer auf Staatsebene. Dafür zahlst du dort mehr Grundsteuer als in fast jedem anderen Bundesstaat. Außerdem haben deutsche Einwanderer im 19. Jahrhundert ganze Städte gegründet, in denen bis heute ein eigener deutscher Dialekt nachklingt. Hier bekommst du die Fakten, die du für Alltag, Umzug und Reise wirklich brauchst.

Texas Fakten: der Steckbrief zum Lone Star State

Merkmal Angabe
Hauptstadt Austin
Größte Stadt Houston, rund 2,3 Millionen Einwohner in der Stadt (Census-Schätzung 2024)
Einwohner rund 31,3 Millionen (Census-Schätzung Juli 2024), zweithöchste Einwohnerzahl der USA nach Kalifornien
Fläche 695.662 km² (268.596 Quadratmeilen), zweitgrößter Bundesstaat nach Alaska
Beitritt zur Union 29. Dezember 1845, als 28. Bundesstaat
Spitzname Lone Star State
Zeitzone überwiegend Central Standard Time (UTC-6), El Paso und Hudspeth County Mountain Standard Time (UTC-7)
Höchster Punkt Guadalupe Peak, 8.751 Fuß (2.667 m)
Grenzfluss zu Mexiko Rio Grande

Alle Zahlen Stand Oktober 2026. Die Einwohnerzahl steigt jedes Jahr spürbar, die jeweils neueste Schätzung veröffentlicht das US Census Bureau auf census.gov.

Wo liegt die Hauptstadt von Texas und warum ist es nicht Houston?

Austin liegt im Zentrum des Staates, am Colorado River (nicht zu verwechseln mit dem großen Colorado im Westen der USA) und am Rand des Texas Hill Country. Von Austin sind es gut 80 Meilen (rund 130 km) bis San Antonio, etwa 165 Meilen (rund 265 km) bis Houston und knapp 200 Meilen (rund 320 km) bis Dallas.

Dass die Hauptstadt nicht die größte Stadt ist, kennen wir aus Deutschland kaum, in den USA ist es eher die Regel. Austin wurde 1839 gezielt als Regierungssitz der damaligen Republik Texas angelegt, mitten im Land, damit kein Landesteil bevorzugt wurde. Houston wuchs später über Hafen, Öl und Raumfahrt zur Millionenstadt.

Im Alltag ist der Unterschied wichtig: Das Kapitol in Austin, die Landesbehörden und das Parlament, die Texas Legislature, sitzen in Austin. Die Legislature tagt übrigens nur in ungeraden Jahren regulär für 140 Tage, ein für deutsche Augen ungewöhnlicher Rhythmus. Austin selbst ist mit knapp einer Million Einwohnern längst eine Großstadt und gilt dank University of Texas, Tech-Branche und Live-Musik als jüngste und teuerste der großen texanischen Städte.

Wie groß ist Texas im Vergleich zu Deutschland?

Texas ist fast doppelt so groß wie Deutschland. Deutschland hat rund 357.600 km², Texas knapp 695.700 km². Von Nord nach Süd misst der Staat etwa 801 Meilen (rund 1.290 km), von Ost nach West etwa 773 Meilen (rund 1.240 km).

Bei der Bevölkerung dreht sich das Verhältnis um. In Deutschland leben gut 83 Millionen Menschen, in Texas etwa 31 Millionen. Das erklärt, warum zwischen den großen Städten lange Strecken mit fast nichts liegen.

Die Ausdehnung unterschätzen fast alle Deutschen bei der ersten Planung. Von Houston nach El Paso fährst du rund 750 Meilen (etwa 1.200 km) auf der Interstate 10, weiter als von Flensburg nach München, und du bist immer noch im selben Bundesstaat. Wer eine Rundreise mit Mietwagen plant und Big Bend, San Antonio und Dallas in einer Woche abhaken will, sitzt die meiste Zeit im Auto.

Wie sieht Texas aus? Geografie und Landschaften

Texas hat mehr unterschiedliche Landschaften, als man bei einem einzigen Staat erwartet: Sümpfe und Kiefernwälder im Osten, Strände am Golf von Mexiko, Hügel in der Mitte, Prärien im Norden und Wüste mit Canyons im Westen.

Golfküste und Osten

Die Küste am Golf von Mexiko ist rund 367 Meilen (etwa 590 km) lang. Die US-Bundesregierung nennt das Gewässer seit 2025 offiziell Gulf of America, auf amerikanischen Karten und in Wetterberichten liest du deshalb oft beide Namen. Vor der Küste liegen lange Barriereinseln mit breiten Stränden, Galveston bei Houston und South Padre Island ganz im Süden sind die bekanntesten.

Im Osten, Richtung Louisiana, beginnen die Piney Woods, dichte Kiefernwälder mit Seen und Flüssen. Diese Gegend fühlt sich eher nach Südstaaten an als nach Wildem Westen.

Hill Country und Zentraltexas

Zwischen Austin und San Antonio und weiter westlich liegt das Texas Hill Country: Kalksteinhügel, klare Flüsse, Weingüter und Kleinstädte. Hier haben sich im 19. Jahrhundert die meisten deutschen Einwanderer niedergelassen. Im Frühling blühen am Straßenrand die Bluebonnets, die blauen Lupinen und Staatsblume von Texas, und halb Texas hält an, um Fotos zu machen.

Norden: Great Plains und Llano Estacado

Der Norden und das Panhandle, der "Pfannenstiel" ganz oben, gehören zu den Great Plains. Weite Prärien, Weizen, Baumwolle, Rinder und Windräder prägen das Bild. Ein großer Teil davon ist das Llano Estacado, eine der flachsten großen Hochebenen Nordamerikas. Mitten in diese Ebene hat sich der Palo Duro Canyon bei Amarillo gefressen, der zweitgrößte Canyon der USA.

Westen: Wüste, Berge und Big Bend

Im Westen und Südwesten beginnt die Chihuahua-Wüste. Hier stehen die Guadalupe Mountains mit dem höchsten Gipfel des Staates, und hier liegt der Big Bend National Park, benannt nach der großen Biegung des Rio Grande. Der Fluss hat dort tiefe Canyons in den Fels geschnitten, die bekanntesten sind Santa Elena und Boquillas. Wer Natur ohne Menschenmassen sucht, findet im Westen von Texas einige der einsamsten Ziele der USA.

Wie heiß wird es? Klima und beste Reisezeit in Texas

Texas ist heiß, aber nicht überall gleich. An der Küste und in Houston ist es feucht und schwül, im Westen trocken. Im Norden um Dallas Fort Worth sind die Gegensätze am größten: heiße Sommer, gelegentlich echter Frost im Winter.

Sommer, Hitze und Hurrikane

Im Sommer liegen die Tageshöchstwerte in Dallas, Austin und San Antonio regelmäßig über 95 °F (35 °C), oft über 100 °F (38 °C), und das über Wochen. In Houston fühlt sich die Luftfeuchtigkeit an wie eine Sauna mit Klimaanlage im Nebenraum. Das Leben verlagert sich in klimatisierte Räume, Autos und Shopping Malls, draußen bist du morgens oder abends.

Wer aus Deutschland kommt, ist eher Hitze von ein paar Tagen gewohnt. In Texas ist sie der Normalzustand von Juni bis September. Die Klimaanlage läuft durch, und ein Ausfall ist kein Komfortproblem, sondern ein gesundheitliches Risiko.

Dazu kommen die Hurrikane. Die atlantische Hurrikansaison dauert offiziell vom 1. Juni bis zum 30. November. Betroffen ist vor allem die Golfküste mit Houston, Galveston und Corpus Christi. Hurrikan Harvey hat 2017 große Teile von Houston überflutet, Beryl hat im Juli 2024 Millionen Haushalte im Großraum Houston tagelang ohne Strom gelassen. Wer an der Küste wohnt, braucht einen Plan für Evakuierung und Stromausfall und sollte vor dem Hauskauf prüfen, ob das Grundstück im Überschwemmungsgebiet liegt.

Frühling, Herbst und Winter

Die beste Reisezeit für fast ganz Texas sind Frühling und Herbst. Von März bis Mai ist es warm, das Hill Country blüht, und Big Bend ist angenehm. Allerdings ist der Frühling auch Unwetterzeit: Im Norden und um Dallas gibt es Gewitter mit Hagel und gelegentlich Tornados.

Der Herbst, etwa Mitte Oktober bis November, ist für viele Texaner die schönste Jahreszeit. Die Hitze lässt nach, die State Fair of Texas läuft in Dallas, die Football-Saison ist in vollem Gang. Für den Westen und Big Bend ist auch der Winter eine gute Reisezeit, dann sind die Tage dort mild.

Der Winter ist im Süden meist mild, aber nicht harmlos. Kälteeinbrüche mit Eis kommen vor, und weil Häuser und Straßen darauf kaum ausgelegt sind, legen schon ein paar Zentimeter Eis den Verkehr lahm.

Welche Zeitzonen gelten in Texas?

Texas hat zwei Zeitzonen. Fast der ganze Staat nutzt die Central Standard Time (CST), also UTC-6. Im Sommer gilt die Central Daylight Time, UTC-5. Das betrifft Houston, Dallas, Fort Worth, San Antonio, Austin und den Großteil des Landes.

Ganz im Westen gehören El Paso, Hudspeth County und ein kleiner Zipfel von Culberson County zur Mountain Standard Time, UTC-7, im Sommer UTC-6. Von El Paso nach Dallas verlierst du also eine Stunde. Wer Telefontermine nach Deutschland macht: Zu Dallas oder Houston beträgt der Abstand meistens sieben Stunden, für einige Wochen im Frühjahr und Herbst sechs, weil die USA und Europa die Uhren nicht am selben Tag umstellen. Mehr dazu steht in unserem Artikel über die Zeitzonen der USA.

Warum heißt Texas Lone Star State? Kurze Geschichte

Der Spitzname Lone Star State stammt vom einzelnen Stern auf der Flagge. Er erinnert daran, dass Texas fast zehn Jahre lang ein eigenständiges Land war, bevor es Bundesstaat der USA wurde. Kein anderer Staat bringt diese Geschichte so selbstbewusst auf jedes Autokennzeichen, jede Bierdose und jedes Kissen.

Alamo und Republik Texas

Texas gehörte zuerst zu Spanien, nach 1821 zum unabhängigen Mexiko. Mexiko holte amerikanische Siedler ins Land, bald gab es Streit um Steuern, Sklaverei und Selbstverwaltung. Am 2. März 1836 erklärte Texas seine Unabhängigkeit.

Kurz danach fiel die Mission Alamo in San Antonio. Nach 13 Tagen Belagerung eroberten mexikanische Truppen sie am 6. März 1836, fast alle Verteidiger starben. "Remember the Alamo" wurde zum Schlachtruf, und am 21. April 1836 siegten die Texaner bei San Jacinto nahe dem heutigen Houston. Die Republik Texas existierte von 1836 bis 1845, mit eigener Regierung, eigenem Geld und eigener Flagge mit dem einsamen Stern.

Vom Bundesstaat zum Boomstaat

Am 29. Dezember 1845 trat Texas als 28. Bundesstaat den USA bei, was direkt zum Krieg mit Mexiko führte. Im Bürgerkrieg stand Texas auf Seiten der Konföderation. Danach prägten Rinderzucht und die großen Viehtriebe nach Norden das Bild, aus dieser Zeit stammen die Cowboys, die bis heute zur Identität des Staates gehören.

1901 sprudelte bei Beaumont die Ölquelle Spindletop, und Texas wurde zum Ölstaat. Im 20. Jahrhundert kamen Raumfahrt, Industrie und Hightech hinzu. Seit Jahrzehnten gehört Texas zu den Staaten mit dem stärksten Zuzug, sowohl aus anderen Teilen der USA als auch aus dem Ausland.

Wovon lebt Texas? Wirtschaft und Arbeitsmarkt

Wäre Texas ein eigenes Land, gehörte seine Wirtschaftsleistung zu den größten der Welt. Unter den US-Staaten liegt nur Kalifornien vor dem Lone Star State. Texas ist zudem Heimat von mehr als 50 der umsatzstärksten US-Unternehmen der Fortune-500-Liste und liegt damit an der Spitze aller Bundesstaaten.

Öl, Gas und Energie

Öl und Gas sind nach wie vor das Rückgrat. Texas fördert mehr Rohöl als jeder andere Bundesstaat, rund zwei Fünftel der US-Produktion, das meiste davon im Permian Basin im Westen um Midland und Odessa. Houston ist das Zentrum der Energiekonzerne, Raffinerien und Chemieanlagen ziehen sich die Küste entlang.

Weniger bekannt in Deutschland: Texas liegt auch bei der Windenergie an der Spitze der USA, und der Ausbau der Solarenergie gehört zu den schnellsten im Land. Das ist kein Widerspruch, sondern texanische Logik. Energie ist ein Geschäft, und es wird gebaut, was sich rechnet.

Tech-Boom in Austin, NASA in Houston, Häfen

Austin hat sich zum Tech-Standort entwickelt, oft "Silicon Hills" genannt. Dell sitzt seit Jahrzehnten im benachbarten Round Rock, Tesla hat Hauptsitz und eine Gigafactory in Austin, Apple betreibt einen großen Campus, Samsung baut im nahen Taylor eine Chipfabrik. Dallas ist Sitz großer Konzerne und Finanzdienstleister, Texas Instruments kommt von dort.

In Houston liegt das Johnson Space Center der NASA mit dem Mission Control Center, das Herz der bemannten Raumfahrt der USA. "Houston, we have a problem" ist also wörtlich gemeint. Ganz im Süden hat SpaceX in Starbase bei Brownsville sein Startgelände.

Dazu kommen die Häfen. Der Port of Houston gehört gemessen an der Tonnage zu den größten Häfen der USA, Corpus Christi ist ein wichtiger Exporthafen für Öl und Gas. Die Grenze zu Mexiko macht Städte wie Laredo zu Drehscheiben für den Lkw-Handel.

Für Zuziehende heißt das: Der Arbeitsmarkt ist breit, aber konzentriert auf die großen Metropolen. Das unbequeme Detail: Texas ist ein Staat mit At-will Employment, also Beschäftigung ohne Kündigungsschutz nach deutschem Muster. Arbeitgeber können in der Regel ohne Frist und ohne Angabe von Gründen kündigen. Das ist in fast allen US-Staaten so, für uns Deutsche aber jedes Mal ein Schreck.

Was ist ERCOT? Das eigene Stromnetz und seine Folgen

Texas hat ein eigenes Stromnetz. Der Großteil des Staates hängt am Netz des Electric Reliability Council of Texas, kurz ERCOT, das rund 90 Prozent des texanischen Strombedarfs abdeckt. Dieses Netz ist nur über wenige Leitungen mit dem Rest der USA verbunden. Das ist politisch gewollt: Weil der Strom kaum über Staatsgrenzen fließt, unterliegt ERCOT weitgehend nicht der Bundesaufsicht in Washington.

Ausnahmen gibt es: El Paso hängt am westlichen Netz, Teile des Panhandle und von Osttexas an Netzen der Nachbarregionen.

Die Folgen hat Texas im Februar 2021 erlebt. Beim Wintersturm Uri froren Kraftwerke und Gasleitungen ein, Millionen Haushalte saßen bei Minusgraden tagelang ohne Strom und Heizung. Der Staat hat später 246 Todesopfer gezählt. Strom aus anderen Staaten konnte wegen der wenigen Verbindungen kaum aushelfen. Seither wurden Kraftwerke winterfester gemacht, und ERCOT warnt bei Engpässen öffentlich vor knapper Reserve. Wer zuzieht, sollte die Warnungen von ERCOT auf ercot.com kennen.

Im Alltag spürst du ERCOT vor allem am Stromvertrag. In großen Teilen von Texas, etwa in Houston und Dallas, ist der Strommarkt liberalisiert, du wählst deinen Anbieter selbst. In Austin und San Antonio liefern dagegen städtische Versorger, dort gibt es keine Wahl.

Ist Texas günstig zum Leben?

Die kurze Antwort: günstiger als Kalifornien oder die großen Städte im Nordosten, aber nicht so billig, wie der Ruf vermuten lässt. Die Mieten und Hauspreise sind in vielen Gegenden moderater als an den Küsten, und es gibt keine staatliche Einkommensteuer. Dafür sind Grundsteuer, Hausversicherung und die Kosten fürs Auto hoch. Einen Vergleich verschiedener Regionen findest du in unserem Artikel zu den Lebenshaltungskosten in den USA 2026.

Keine Einkommensteuer, aber hohe Grundsteuern

Texas erhebt keine Einkommensteuer auf Staatsebene, das Verbot steht sogar in der Verfassung des Staates. Die Einkommensteuer des Bundes zahlst du aber trotzdem, wie überall in den USA.

Der Staat holt sich sein Geld vor allem über zwei Wege: die Sales Tax, also die Umsatzsteuer, die an der Kasse auf den Preis aufgeschlagen wird, und die Property Tax, die Grundsteuer. Die Sales Tax liegt bei 6,25 Prozent auf Staatsebene, Städte und Counties dürfen bis zu 2 Prozent aufschlagen, in den meisten Städten zahlst du also 8,25 Prozent.

Die Grundsteu er ist der Haken. Texas gehört zu den Staaten mit den höchsten effektiven Grundsteuersätzen der USA. Je nach Gemeinde, Schulbezirk und Sonderbezirken zahlen Hausbesitzer meist zwischen etwa 1,5 und 2,5 Prozent des geschätzten Hauswerts pro Jahr. Bei einem Haus für 400.000 Dollar sind das schnell 6.000 bis 10.000 Dollar jährlich, und zwar jedes Jahr aufs Neue. Den Wert legt das Appraisal District deines County fest, die Bewertungsstelle, gegen deren Schätzung du jedes Frühjahr Widerspruch einlegen kannst. Viele Texaner tun das routinemäßig.

Für das selbst bewohnte Haus gibt es die Homestead Exemption, einen Freibetrag für den Hauptwohnsitz. Für die Schulsteuer liegt er seit der Volksabstimmung im November 2025 bei 140.000 Dollar, für Menschen ab 65 und Menschen mit Behinderung kommen weitere Freibeträge dazu (Stand Oktober 2026). Den Freibetrag bekommst du nicht automatisch, du musst ihn beim Appraisal District beantragen.

Mieter zahlen die Grundsteuer übrigens indirekt mit, sie steckt in der Miete. Wir Deutschen unterschätzen das oft, weil die Grundsteuer zu Hause ein Nebenkostenposten von ein paar hundert Euro ist.

Steuerlast im Vergleich: Texas, Kalifornien und Deutschland

Steuerart Texas Kalifornien Deutschland
Einkommensteuer (Staat bzw. Land) keine 1 bis 13,3 Prozent, plus 1,1 Prozent Abgabe für die staatliche Invaliditätsversicherung auf Löhne progressiv bis 45 Prozent, plus Solidaritätszuschlag für hohe Einkommen (Bundessteuer, kein Länderanteil wählbar)
Einkommensteuer des Bundes (USA) ja, 10 bis 37 Prozent ja, 10 bis 37 Prozent entfällt
Umsatzsteuer 6,25 Prozent Staat, bis 8,25 Prozent mit lokalen Aufschlägen 7,25 Prozent Staat, lokal teils über 10 Prozent 19 Prozent, ermäßigt 7 Prozent, bereits im Preis enthalten
Grundsteuer hoch, meist rund 1,5 bis 2,5 Prozent des Werts pro Jahr rund 1 Prozent des Kaufpreises plus lokale Abgaben, Steigerung der Bemessung auf 2 Prozent pro Jahr gedeckelt seit der Reform 2025 nach Hebesatz der Gemeinde, im Vergleich meist niedrig

Stand Oktober 2026. Die Tabelle zeigt Größenordnungen, keine persönliche Steuerlast. Ob du in Texas unterm Strich weniger zahlst, hängt von Einkommen, Wohnform und Haushalt ab. Gutverdiener mit Mietwohnung profitieren am stärksten, Hausbesitzer mit mittlerem Einkommen oft weniger als gedacht. Wer aus Deutschland zuzieht, dazu noch das Doppelbesteuerungsabkommen im Blick haben muss oder Vermögen in beiden Ländern hat, sollte die eigene Situation mit einer Steuerberatung klären. Die amtlichen Infos zur Sales Tax stehen beim Texas Comptroller auf comptroller.texas.gov, die zur Bundessteuer auf irs.gov.

Versicherung, Auto und Strom: die versteckten Kosten

Die Hausversicherung ist in Texas teuer und in den letzten Jahren deutlich gestiegen, wegen Hagel, Stürmen und Hurrikanen. An der Küste brauchst du oft eine eigene Windstorm-Versicherung, Überschwemmung ist in normalen Policen nicht drin. Eine Flood Insurance über das staatliche Programm NFIP hat in der Regel 30 Tage Wartezeit. Wer sie erst abschließt, wenn ein Hurrikan im Golf von Mexiko angekündigt ist, ist zu spät.

Dazu kommt das Auto. In den meisten texanischen Städten geht ohne eigenes Fahrzeug fast nichts, in vielen Haushalten stehen zwei oder drei. Rechne Kauf, Versicherung, Sprit und Maut zusammen, bevor du dich über die niedrige Miete freust.

Wie sind die Texaner? Mentalität und Alltag

Texaner sind freundlich, gesprächig und stolz auf ihren Staat. "Y'all", die texanische Kurzform für "you all", hörst du ab dem ersten Tag, ebenso "Howdy". Smalltalk an der Kasse ist normal, und wer nach dem Weg fragt, bekommt oft mehr Erklärung als nötig.

Der Stolz geht weit. Die texanische Flagge hängt an Häusern und Autobahnbrücken, Supermärkte wie H-E-B haben eine fast religiöse Fangemeinde, und Football am Freitagabend in der High School ist in vielen Kleinstädten das gesellschaftliche Ereignis der Woche. Die Dallas Cowboys sind nicht nur eine Football-Mannschaft, sondern Teil der Identität eines ganzen Bundesstaats.

Sprachen und Bevölkerung

Texas ist zweisprachiger, als viele Deutsche erwarten. Menschen hispanischer Herkunft sind inzwischen die größte Bevölkerungsgruppe, mehr als jeder vierte Einwohner spricht zu Hause Spanisch. In San Antonio, El Paso und im Süden am Rio Grande hörst du auf der Straße oft mehr Spanisch als Englisch. Tex-Mex, die texanisch-mexikanische Küche, ist dabei kein Touristengericht, sondern Alltagsessen. Andere Sprachen wie Vietnamesisch, Chinesisch oder Hindi sind vor allem in Houston und Dallas weit verbreitet, Houston gilt als eine der vielfältigsten Städte der USA.

Autostadt-Strukturen und Waffen

Die großen Städte sind in die Breite gewachsen. Houston, Dallas und San Antonio bestehen aus Highways, Vororten und Einkaufszentren mit riesigen Parkplätzen. Öffentlicher Nahverkehr existiert, deckt aber nur einen Teil ab. Zu Fuß zum Bäcker, wie wir es kennen, geht in den meisten Vierteln nicht.

Wer zuzieht, muss den Führerschein umschreiben: Neue Einwohner haben dafür 90 Tage Zeit, die Zulassung des Autos muss innerhalb von 30 Tagen auf Texas umgemeldet werden (Stand Oktober 2026, Details beim Texas Department of Public Safety auf dps.texas.gov). Wie das als Deutscher abläuft, steht in unserem Artikel zum Führerschein in den USA. Und bei den Verkehrsregeln in den USA gibt es einiges, was dich in Texas besonders oft betrifft, etwa die Frontage Roads, Parallelstraßen neben den Highways, auf denen du ab- und auffährst.

Unbequem, aber wichtig: Texas hat sehr lockere Waffengesetze. Seit September 2021 dürfen Erwachsene ab 21 Jahren in der Regel eine Handfeuerwaffe ohne Waffenschein tragen. In vielen Geschäften hängen Schilder, ob Waffen dort erlaubt sind. Für Deutsche ist das gewöhnungsbedürftig, im Alltag aber selten dramatisch sichtbar.

Deutsche Spuren in Texas: Fredericksburg, New Braunfels und Texasdeutsch

Kaum ein Bundesstaat hat so deutliche deutsche Spuren wie Texas. Im 19. Jahrhundert kamen Zehntausende Deutsche, und im Hill Country findest du ihr Erbe bis heute in Ortsnamen, Kirchen, Bäckereien und Familiennamen.

Adelsverein und Prinz Carl zu Solms-Braunfels

Treibende Kraft war der Adelsverein, offiziell "Verein zum Schutze deutscher Einwanderer in Texas", 1842 in Biebrich bei Wiesbaden von deutschen Adligen gegründet. Der Verein wollte die Auswanderung organisieren, Land kaufen und Siedlungen aufbauen. Ganz uneigennützig war das nicht, man träumte auch von Einfluss und Gewinn, und die Planung war oft miserabel.

Als Generalkommissar schickte der Verein Prinz Carl zu Solms-Braunfels nach Texas. Er gründete im März 1845 New Braunfels, benannt nach seinem Stammsitz an der Lahn. Solms kehrte bald nach Deutschland zurück. Sein Nachfolger John O. Meusebach, eigentlich Ottfried Hans Freiherr von Meusebach, gründete 1846 Fredericksburg, benannt nach Prinz Friedrich von Preußen. 1847 schloss Meusebach mit den Comanchen einen Friedensvertrag, der als einer der wenigen gilt, die nie gebrochen wurden.

Viele der ersten Siedler kamen unter katastrophalen Bedingungen an, Hunderte starben an der Küste und auf dem Weg ins Landesinnere an Krankheiten. Das gehört zur Geschichte dazu, auch wenn die heutigen Feste fröhlicher wirken.

Texasdeutsch heute

Aus den Dialekten der Einwanderer entstand Texasdeutsch, eine eigene Mischsprache mit englischen Lehnwörtern. Über Generationen wurde in Schulen, Kirchen und Zeitungen Deutsch gesprochen. Nach den Weltkriegen ging das stark zurück, weil Deutsch als Sprache des Feindes galt. Heute sprechen nur noch wenige, meist ältere Menschen Texasdeutsch. Die University of Texas in Austin dokumentiert die Sprache im Texas German Dialect Project mit Hunderten Interviews.

Lebendig ist das Erbe in den Festen. Die bekanntesten sind das Wurstfest in New Braunfels, zehn Tage Anfang November, und das Oktoberfest in Fredericksburg Anfang Oktober. In Fredericksburg stehen noch die Sunday Houses, kleine Stadthäuser, in denen Farmerfamilien früher am Wochenende für Markt und Kirchgang übernachteten. Deutsche Städte gibt es übrigens in vielen Teilen der USA, in Texas sind sie nur besonders dicht beieinander.

Was sollte man in Texas sehen? Die Highlights kurz

Texas ist als Reiseziel riesig, deshalb nur die Orte, die sich wirklich lohnen, nach Regionen sortiert.

San Antonio ist die Stadt, die die meisten Besucher am meisten mag. Der River Walk, ein Spazierweg entlang des Flusses unterhalb der Straßenebene, dazu die Alamo und die vier weiteren spanischen Missionen, die seit 2015 zum UNESCO-Welterbe gehören. San Antonio verbindet Geschichte und mexikanische Kultur wie keine andere Stadt in Texas.

Im Großraum Dallas Fort Worth liegen zwei sehr unterschiedliche Städte nebeneinander. Dallas ist Business, Shopping und das Sixth Floor Museum am Ort des Kennedy-Attentats von 1963. Fort Worth ist der Gegenpol: In den Fort Worth Stockyards wird täglich eine kleine Rinderherde durch die Straßen getrieben, und Billy Bob's Texas gilt als einer der größten Honky-Tonks der Welt. Wer Country-Musik und Country-Kultur echt erleben will, ist in Fort Worth richtig.

Austin nennt sich "Live Music Capital of the World". Live-Musik gibt es jeden Abend, vor allem auf der Sixth Street und in South Congress, dazu Food Trucks an jeder Ecke. Houston lohnt sich vor allem für das Space Center Houston, das Besucherzentrum der NASA, und für das Museumsviertel.

Im Westen warten Big Bend National Park, die Guadalupe Mountains und das Künstlerstädtchen Marfa. An der Küste liegt die Padre Island National Seashore, ein geschütztes Küstengebiet auf der längsten unbebauten Barriereinsel der Welt, mit Stränden, Dünen und Meeresschildkröten. Im Norden ist der Palo Duro Canyon das Highlight, im Hill Country locken Weingüter und Badestellen.

Reisezeit und Planung

Für eine Rundreise durch Texas brauchst du einen Mietwagen, ohne geht es außerhalb der Städte nicht. Viele internationale Flüge landen in Dallas Fort Worth oder Houston, von Deutschland gibt es Direktverbindungen, deine Reise beginnt also meist in einer der großen Metropolen. Plane realistisch: Für die Städte im Dreieck Dallas, Houston, San Antonio mit Austin und Hill Country reichen ein bis zwei Wochen, Big Bend ist eine eigene Reise. Für ESTA und Einreise gelten dieselben Regeln wie für alle Bundesstaaten der USA.

Insidertipp

Mein Rat für alle, die nach Texas ziehen oder dort ein Haus kaufen wollen: Schau dir vor der Unterschrift die Steuerrechnung des Vorbesitzers an, nicht nur den Kaufpreis. In Texas ist die Property Tax öffentlich einsehbar, du findest sie auf der Webseite des Appraisal District des jeweiligen County, wenn du die Adresse in den Suchfilter eingibst. Zwei Häuser zum gleichen Preis können je nach Schulbezirk und Sonderbezirk mehrere tausend Dollar Unterschied pro Jahr haben, und dieser Unterschied begleitet dich, solange du dort wohnst.

Für Besucher gilt ein anderer Tipp: Plane Texas nicht im Hochsommer, wenn du nicht musst. Im Frühling, wenn im Hill Country die Bluebonnets blühen, oder im Herbst zur State Fair erlebst du den Staat von seiner besten Seite, mit Temperaturen, bei denen man auch mittags draußen sein will.

FAQ: Häufige Fragen zu Texas

Was ist die Texas Hauptstadt und wo liegt sie?

Die Hauptstadt von Texas ist Austin. Sie liegt im Zentrum des Staates am Colorado River, rund 80 Meilen (etwa 130 km) nordöstlich von San Antonio. Größte Stadt ist Houston an der Golfküste.

Ist Texas größer als Deutschland?

Ja, deutlich. Texas hat eine Fläche von knapp 695.700 km² und ist damit fast doppelt so groß wie Deutschland mit rund 357.600 km². Dafür leben in Texas nur etwa 31 Millionen Menschen, in Deutschland gut 83 Millionen.

Für was ist Texas berühmt?

Für Öl und Gas, Rinderzucht und Cowboys, Tex-Mex, Barbecue und Country-Musik. Dazu kommen die Alamo in San Antonio, das NASA-Kontrollzentrum in Houston, die Dallas Cowboys und die Zeit als unabhängige Republik, an die der Spitzname Lone Star State erinnert.

Ist Texas gut zum Leben?

Das hängt davon ab, was dir wichtig ist. Für Texas sprechen ein breiter Arbeitsmarkt, keine staatliche Einkommensteuer und im Vergleich zu Kalifornien oft günstigerer Wohnraum. Dagegen sprechen lange, heiße Sommer, hohe Grundsteuern und Versicherungskosten, Hurrikanrisiko an der Küste und eine Infrastruktur, die fast überall ein Auto voraussetzt.

Welche Zeitzone hat Texas?

Fast ganz Texas liegt in der Central Standard Time (UTC-6, im Sommer UTC-5). El Paso und Hudspeth County im äußersten Westen nutzen die Mountain Standard Time (UTC-7, im Sommer UTC-6).

Wann ist die beste Reisezeit für Texas?

Frühling und Herbst sind ideal für fast den ganzen Staat. Für Big Bend und den Westen eignet sich zusätzlich der Winter. Der Sommer ist heiß, an der Küste schwül, und von Juni bis November läuft die Hurrikansaison.

Texas ist ein Staat, der dich entweder sofort packt oder eine Weile braucht. Wer die Hitze ernst nimmt, die Grundsteuer vorher durchrechnet und sich vom Auto nicht abschrecken lässt, findet dort viel Platz, viel Arbeit und erstaunlich viel deutsche Geschichte. Gib dem Lone Star State ein Wochenende im Hill Country, bevor du urteilst. Viel Spaß beim Entdecken, und y'all come back now.

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