Doppelte Staatsbürgerschaft USA: Deutscher bleiben, Amerikaner werden und was für deine Kinder gilt
Seit der Reform des Staatsangehörigkeitsrechts brauchst du keine Beibehaltungsgenehmigung mehr. Hier steht, was bei Einbürgerung, Kindern, Pässen und Steuern wirklich gilt.

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Ja, du kannst heute US-Bürger werden und trotzdem Deutscher bleiben. Seit dem 27. Juni 2024 erlaubt das deutsche Recht die doppelte Staatsbürgerschaft grundsätzlich. Die frühere Beibehaltungsgenehmigung brauchst du nicht mehr. Deine in den USA geborenen Kinder sind in aller Regel von Geburt an US-Staatsbürger und über einen deutschen Elternteil zugleich deutsch. Es gibt eine wichtige Ausnahme mit einer Frist von einem Jahr.
Warum das für uns Deutsche so ein Thema ist: Jahrzehntelang galt der Satz "Wer Amerikaner wird, ist kein Deutscher mehr". Er steht noch in vielen Foren, in alten Ratgebern und in den Köpfen von Familie und Freunden. Viele Auswanderer haben deshalb die US-Staatsbürgerschaft nie beantragt, obwohl sie längst die Voraussetzungen erfüllt hätten. Andere haben sie angenommen und dabei den deutschen Pass verloren. Hier steht, was Stand Oktober 2026 gilt, wer betroffen war und welche Verpflichtungen in beiden Ländern auf dich zukommen.
Doppelte Staatsbürgerschaft USA und Deutschland: Was gilt seit der Reform?
Das Gesetz zur Modernisierung des Staatsangehörigkeitsrechts ist am 27. Juni 2024 in Kraft getreten. Seitdem verliert eine Deutsche oder ein Deutscher die deutsche Staatsangehörigkeit nicht mehr automatisch, wenn er auf eigenen Antrag eine fremde Staatsbürgerschaft erwirbt. Der alte Paragraf 25 des Staatsangehörigkeitsgesetzes ist in diesem Punkt gestrichen.
Für dich heißt das: Du kannst die amerikanische Einbürgerung durchlaufen, den Eid ablegen und bleibst trotzdem Deutscher. Du musst das bei keiner deutschen Stelle vorher anmelden und keinen Antrag stellen.
Zählt der Tag des Antrags oder der Tag des Eids?
Entscheidend ist der Tag, an dem du die US-Staatsbürgerschaft tatsächlich erworben hast. Bei der Einbürgerung ist das die Zeremonie mit dem Oath of Allegiance, dem Treueeid. Wer seinen Antrag Anfang 2024 gestellt, den Eid aber am oder nach dem 27. Juni 2024 abgelegt hat, ist unter das neue Recht gefallen. Wer den Eid vor diesem Tag abgelegt hat, wird nach dem alten Recht beurteilt.
Brauche ich noch eine Beibehaltungsgenehmigung?
Nein. Die Beibehaltungsgenehmigung war bis Juni 2024 der einzige Weg, die doppelte Staatsbürgerschaft legal zu bekommen. Du musstest sie beim Bundesverwaltungsamt beantragen, bevor du US-Bürger wurdest, und nachweisen, dass du weiterhin Verbindungen nach Deutschland hast und welche Nachteile dir ohne die fremde Staatsbürgerschaft drohen. Das war ein aufwendiges Unterfangen, und viele Anträge wurden abgelehnt oder kamen zu spät.
Wer früher eine Beibehaltungsgenehmigung bekommen hat und damit Amerikaner geworden ist, ist ohne Unterbrechung Deutscher geblieben. Für alle Fälle ab dem 27. Juni 2024 spielt die Beibehaltungsgenehmigung keine Rolle mehr.
Wer vor der Reform die deutsche Staatsangehörigkeit verloren hat
Wer vor dem 27. Juni 2024 auf eigenen Antrag US-Staatsbürger wurde und keine Beibehaltungsgenehmigung hatte, hat die deutsche Staatsangehörigkeit mit dem Eid kraft Gesetzes verloren. Das gilt auch dann, wenn dir das damals niemand gesagt hat und du deinen deutschen Pass danach noch jahrelang benutzt hast.
Unbequem, aber wichtig: Die Reform wirkt nicht rückwirkend. Wer damals ausgebürgert wurde, ist heute nicht automatisch wieder Deutscher. Ein abgelaufener deutscher Pass, den das Konsulat nicht verlängert, ist oft der Moment, in dem Betroffene das erst merken. Auch Kinder konnten den Verlust erleiden, wenn für sie ein eigener Antrag gestellt wurde.
Wie komme ich über die Wiedereinbürgerung zurück?
Ehemalige Deutsche können sich aus dem Ausland wieder einbürgern lassen. Zuständig ist das Bundesverwaltungsamt in Köln, der Antrag läuft über die deutsche Auslandsvertretung. Die US-Staatsbürgerschaft darfst du dabei behalten, ein Verzicht wird nicht mehr verlangt. Du musst fortbestehende Bindungen an Deutschland darlegen, zum Beispiel über Sprache, Familie, Besitz oder regelmäßige Aufenthalte.
Die Gebühr für die Einbürgerung liegt nach dem Staatsangehörigkeitsgesetz bei 255 Euro pro Erwachsenem, für miteingebürgerte minderjährige Kinder bei 51 Euro (Stand Oktober 2026). Plane viel Geduld ein, das Verfahren zieht sich. Die aktuellen Merkblätter findest du auf bva.bund.de unter Staatsangehörigkeit.
Wie sieht die US-Seite die doppelte Staatsbürgerschaft?
Die USA haben kein Gesetz, das Doppelbürger verbietet oder dich zwingt, dich zu entscheiden. Das US-Außenministerium sagt auf travel.state.gov ausdrücklich, dass das amerikanische Recht doppelte Staatsbürgerschaft kennt und hinnimmt.
Der Eid und die Lossagung
Beim Oath of Allegiance schwörst du, jeder Treue zu einem anderen Staat "absolutely and entirely" abzuschwören. Das klingt endgültig. In der Realität prüft keine US-Behörde, ob du danach noch einen deutschen Pass hast, und du musst ihn auch nicht abgeben. Die Formel ist ein Bekenntnis gegenüber den USA, kein rechtlich wirksamer Verzicht gegenüber Deutschland. Ob du Deutscher bleibst, entscheidet allein das deutsche Recht.
Die Voraussetzungen für die US-Staatsbürgerschaft: in der Regel fünf Jahre mit Green Card, drei Jahre bei Ehe mit einem US-Bürger, dazu Englischtest und Civics-Test zu Geschichte und Staatsaufbau. Der Antrag heißt Form N-400, die aktuelle Gebühr steht auf uscis.gov, sie ändert sich regelmäßig.
Mit welchem Pass reise ich ein und aus?
Als US-Bürger musst du mit dem US-Pass in die USA einreisen und sie damit verlassen. ESTA oder ein Visum gibt es für dich nicht mehr. In Deutschland und überall in der Europäischen Union reist du mit dem deutschen Pass oder Personalausweis. Für Doppelstaatler wird das schnell Routine: beim Abflug in Atlanta den amerikanischen zeigen, bei der Ankunft in Frankfurt den deutschen. Achte darauf, dass auf beiden Pässen derselbe Name steht und beide gültig sind.
Kind in USA geboren: Welche Staatsbürgerschaft hat es?
Bei Kindern treffen zwei Prinzipien aufeinander, und beide greifen gleichzeitig.
US-Bürger durch Geburt im Land
Die USA folgen dem Geburtsortprinzip. Wer auf amerikanischem Boden geboren wird, ist nach dem 14. Zusatzartikel der Verfassung US-Staatsbürger, egal welche Staatsangehörigkeit die Eltern haben. Seit 2025 wird vor Gericht darüber gestritten, ob das auch für Kinder gilt, deren Eltern nur mit einem befristeten Visum im Land sind. Wenn ihr ohne Green Card und ohne US-Pass hier lebt, prüfe den aktuellen Stand auf uscis.gov oder bei einer Fachanwältin für Einwanderungsrecht.
Deutsch durch Abstammung
Deutschland folgt dem Abstammungsprinzip. Ist ein Elternteil zum Zeitpunkt der Geburt deutsch, ist das Kind deutsch, egal wo auf der Welt es geboren wird. Ein in Houston geborenes Kind einer deutschen Mutter ist also von Geburt an Doppelbürger. Das gilt auch, wenn die Eltern nicht verheiratet sind und nur der Vater deutsch ist, sofern die Vaterschaft wirksam anerkannt ist.
Der Generationenschnitt: die Ein-Jahres-Frist
Hier liegt die Falle, über die gerade junge Familien stolpern. Wurde der deutsche Elternteil selbst nach dem 31. Dezember 1999 im Ausland geboren und lebt er weiterhin im Ausland, wird das Kind nicht automatisch deutsch.
Es wird nur deutsch, wenn ihr die Geburt innerhalb eines Jahres beim deutschen Konsulat anzeigt, also die Beurkundung im deutschen Geburtenregister beantragt. Verpasst ihr die Frist, ist das Kind kein Deutscher, und das lässt sich später nur über eine Einbürgerung reparieren. Die ersten Eltern, die nach 1999 im Ausland geboren wurden, sind heute Mitte zwanzig. Das Thema wird also gerade erst richtig akut.
Welche Pflichten und Folgen hat die doppelte Staatsbürgerschaft?
Zwei Pässe bringen zwei Rechtssysteme mit. Die Rechte nimmst du gern mit, die Verpflichtungen kommen gleich dazu. Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Punkte in beiden Ländern.
| Thema | USA | Deutschland |
|---|---|---|
| Steuerpflicht | nach Staatsbürgerschaft, weltweites Einkommen, egal wo du lebst | nach Wohnsitz, nicht nach Staatsangehörigkeit |
| Steuererklärung | jährlich Form 1040, auch bei Umzug nach Europa | nur bei Wohnsitz oder Einkünften in Deutschland |
| Meldepflichten | FBAR ab 10.000 Dollar auf Auslandskonten, dazu Form 8938 | Abmeldung beim Umzug ins Ausland |
| Wehrpflicht | Registrierung beim Selective Service für Männer von 18 bis 25 | seit 2011 ausgesetzt, neues Wehrdienstgesetz seit 2026 |
| Pässe | Einreise und Ausreise USA nur mit US-Pass | Einreise in Deutschland mit deutschem Pass oder Ausweis |
| Konsularischer Schutz | im jeweils anderen Land stark eingeschränkt | im jeweils anderen Land stark eingeschränkt |
Der größte Unterschied liegt beim Steuersystem. In Deutschland folgt die Steuerpflicht dem Wohnsitz. Wer auswandert, ist für das deutsche Finanzamt mit seinem laufenden Einkommen meist raus. Die USA dagegen besteuern ihre Bürger weltweit. Ziehst du als US-Bürger zurück nach Deutschland, bleibt die US-Steuererklärung Jahr für Jahr Pflicht, zusätzlich zur deutschen Steuererklärung.
Zur echten Doppelbesteuerung kommt es selten. Das Doppelbesteuerungsabkommen zwischen beiden Ländern, die Anrechnung ausländischer Steuern und die Foreign Earned Income Exclusion verhindern sie in den meisten Fällen. Die Exclusion liegt für 2026 bei 132.900 Dollar. Die Arbeit, die Meldungen ans IRS und die Kosten für einen Steuerberater, der beide Systeme kennt, bleiben trotzdem. Das ist der Nachteil, den Deutsch-Amerikaner am häufigsten unterschätzen. Details stehen auf irs.gov unter "U.S. Citizens and Resident Aliens Abroad". Im Einzelfall gehören Rechtsfragen und das Steuerrecht in die Hände von Fachleuten.
Beim Schutz gilt: Bist du in den USA in Schwierigkeiten, behandeln die US-Behörden dich als Amerikaner. Das deutsche Konsulat kann dann kaum etwas tun. In Drittstaaten können dir beide Länder helfen, und als EU-Bürger notfalls auch die Vertretung eines anderen EU-Staates.
Bei der Wehrpflicht hat Deutschland 2026 mit dem neuen Wehrdienstgesetz die Erfassung junger Männer wieder eingeführt. Wie das Bundesministerium der Verteidigung die Vorschriften für Deutsche mit dauerhaftem Wohnsitz in den USA umsetzt, erfragst du am besten direkt beim Konsulat.
Welche Vorteile und Nachteile hat die doppelte Staatsbürgerschaft?
Die Vorteile überwiegen für die meisten Familien deutlich. Als US-Bürger darfst du wählen, bist vor einer Ausweisung sicher, kannst unbegrenzt im Ausland leben, ohne die Green Card zu riskieren, und Angehörige leichter nachholen. Als Deutscher behältst du alle Freiheiten der EU: Du kannst in jedem Land Europas leben, arbeiten und studieren, ohne Visum und ohne Aufenthaltstitel. Für Kinder heißt das, dass ihnen später beide Kontinente offenstehen.
Die Nachteile sind vor allem Papierkram. Die US-Steuerpflicht folgt dir überallhin, viele europäische Banken tun sich wegen der FATCA-Meldepflichten mit US-Bürgern schwer, und du musst zwei Pässe aktuell halten. Wer wirklich nur in Deutschland leben will und keine Verbindungen in die USA plant, sollte diese Konsequenzen vor dem Antrag kennen.
Welche Irrtümer halten sich zur US-Staatsbürgerschaft?
Fünf Annahmen begegnen dir immer wieder, und alle haben echte Folgen.
- "Wer Amerikaner wird, verliert den deutschen Pass." Das war bis Juni 2024 richtig. Viele Foren, Beiträge in sozialen Netzwerken und ältere Nachrichten zeigen noch diesen Stand. Achte immer auf das Datum.
- "Mit der Green Card bin ich schon halber Amerikaner." Die Green Card ist ein Aufenthaltsrecht, keine Staatsbürgerschaft. Du bleibst rechtlich Ausländer, darfst nicht wählen und kannst das Aufenthaltsrecht verlieren, etwa bei langem Aufenthalt außerhalb der USA. Doppelbürger wirst du erst mit der Einbürgerung.
- "Mit Green Card bin ich steuerlich noch Deutscher." Schon mit Green Card bist du in den USA unbeschränkt steuerpflichtig, genau wie ein US-Bürger.
- "Mein Kind ist automatisch deutsch." Meistens ja, aber nicht beim Generationenschnitt. Dort entscheidet die Ein-Jahres-Frist.
- "Ich kann mit dem deutschen Pass und ESTA in die USA fliegen." Als US-Bürger nicht. Die Airline kann dich zurückweisen, und an der Grenze gibt es unangenehme Fragen.
Wie beweise ich, dass ich Deutscher bin?
Im Alltag reicht der deutsche Reisepass. Er begründet aber rechtlich nur die Vermutung, dass du Deutscher bist. Den verbindlichen Beweis liefert allein der Staatsangehörigkeitsausweis.
Brauche ich einen Staatsangehörigkeitsausweis?
In den meisten Fällen nicht. Er lohnt sich, wenn deine Staatsangehörigkeit nicht eindeutig ist. Typische Fälle: Geburt vor 1975 mit nur deutscher Mutter, Geburt vor Juli 1993 bei unverheirateten Eltern mit deutschem Vater, Großeltern, die vor langer Zeit ausgewandert sind, oder ein Konsulat, das beim Passantrag Zweifel anmeldet. Der Antrag auf Feststellung läuft aus den USA über das Konsulat an das Bundesverwaltungsamt, die Gebühr liegt bei 51 Euro (Stand Oktober 2026).
Für ein in den USA geborenes Kind brauchst du beim ersten deutschen Pass die amerikanische Geburtsurkunde mit Apostille. Die stellt das Secretary of State, die Landesbehörde des Staates, in dem das Kind geboren wurde, aus.
Insidertipp
Beantrage die Beurkundung der Geburt im deutschen Geburtenregister direkt nach der Geburt, auch wenn bei euch kein Generationenschnitt droht. Das Verfahren über das Konsulat und das Standesamt I in Berlin dauert ohnehin, und am Ende hält dein Kind eine deutsche Geburtsurkunde in der Hand. Die macht später jeden Behördengang in Deutschland leichter, vom Kindergeld bei einem Umzug bis zur Anmeldung an einer Universität. Und für Kinder mit Generationenschnitt ist sie ohnehin der einzige Weg, die deutsche Staatsangehörigkeit zu sichern.
FAQ zur doppelten Staatsbürgerschaft USA
Kann man als Deutscher die amerikanische Staatsbürgerschaft bekommen?
Ja. Der übliche Weg führt über die Green Card. Nach fünf Jahren, bei Ehe mit einem US-Bürger nach drei Jahren, kannst du die Einbürgerung beantragen. Die Zeit, in der du dich tatsächlich in den USA aufgehalten hast, wird dabei genau geprüft. Lange Auslandsaufenthalte können die Frist unterbrechen.
Kann man einen deutschen und amerikanischen Pass haben?
Ja, seit dem 27. Juni 2024 ohne Genehmigung. Du benutzt beide Pässe nebeneinander, den amerikanischen für die USA, den deutschen für Deutschland und Europa. Beide Pässe beantragst du getrennt, den deutschen beim Konsulat, den amerikanischen beim U.S. Department of State.
Muss ich Steuern zahlen, wenn ich die doppelte Staatsbürgerschaft von Deutschland und den USA habe?
In den USA ja, und zwar unabhängig davon, wo du lebst. Als US-Bürger gibst du jedes Jahr eine US-Steuererklärung ab, auch wenn du nach Deutschland zurückziehst. In Deutschland zahlst du Steuer nur, wenn du dort wohnst oder deutsche Einkünfte hast, etwa aus einer vermieteten Wohnung. Das Doppelbesteuerungsabkommen, die Anrechnung der deutschen Steuer und die Foreign Earned Income Exclusion sorgen dafür, dass am Ende meist wenig oder gar keine US-Steuer anfällt. Die Erklärung und die Meldepflichten wie FBAR bleiben trotzdem. Für deinen Einzelfall ist ein Steuerberater mit Erfahrung in beiden Systemen die richtige Adresse.
Welche Vor- und Nachteile hat die doppelte Staatsbürgerschaft für die USA und Deutschland?
Der große Vorteil: Du hast volle Rechte in beiden Ländern, darfst in den USA wählen, kannst nicht ausgewiesen werden und behältst die Freizügigkeit in der Europäischen Union. Der größte Nachteil ist die lebenslange US-Steuerpflicht mit ihren Meldungen, dazu kommen Probleme mit manchen Banken in Europa und die Pflicht, zwei Pässe gültig zu halten.
Werde ich mit der Green Card automatisch Doppelstaatler?
Nein. Die Green Card gibt dir ein dauerhaftes Aufenthaltsrecht, aber keine Staatsbürgerschaft. Du bleibst bis zur Einbürgerung ausschließlich Deutscher. Erst mit dem Eid wirst du US-Staatsbürger und damit Doppelbürger.
Ich bin vor 2024 Amerikaner geworden. Kann ich noch eine Beibehaltungsgenehmigung beantragen?
Nein, dafür ist es zu spät, und es gibt sie auch nicht mehr. Wer ohne Beibehaltungsgenehmigung vor dem 27. Juni 2024 eingebürgert wurde, hat die deutsche Staatsangehörigkeit verloren. Der Weg zurück führt über die Wiedereinbürgerung beim Bundesverwaltungsamt, bei der du die US-Staatsbürgerschaft behalten darfst.
Wenn du gerade überlegst, den N-400 auszufüllen, ist jetzt ein guter Zeitpunkt: Das alte Entweder-oder ist Geschichte, und du verlierst mit dem Eid nichts mehr. Prüfe vorher nur kurz, ob deine eigene deutsche Staatsangehörigkeit sauber belegt ist und ob bei deinen Kindern die Ein-Jahres-Frist läuft. Und gewöhn dich schon mal daran, im Flugzeug zwei Pässe in der Tasche zu haben. Viel Erfolg bei der Zeremonie, sie ist erfahrungsgemäß einer der bewegendsten Momente auf dem Weg vom Auswanderer zum Deutsch-Amerikaner.