Auslandsjahr USA: Ablauf, Kosten und Finanzierung für dein High School Jahr
Ein Auslandsjahr in den USA kostet im Standardprogramm meist zwischen 17.000 und 25.000 Euro, mit Privatschule deutlich mehr. Hier erfährst du, wie J-1 und F-1 sich unterscheiden, wer mitmachen darf und wie du die Kosten mit Stipendien senkst.
Ein Auslandsjahr in den USA läuft fast immer über eine Austauschorganisation. Du wohnst bei einer ehrenamtlichen Gastfamilie, besuchst eine öffentliche High School und reist mit einem J-1 Visum ein. Für dieses Standardmodell zahlst du je nach Organisation und Extras realistisch zwischen 17.000 und 25.000 Euro (Stand Oktober 2026). Willst du dir Ort oder Schule selbst aussuchen, landest du bei einer Privatschule mit F-1 Visum, und dort beginnen die Preise erst bei rund 25.000 Euro.
Für Familien aus Deutschland ist das ungewohnt. Bei uns ist Schule ein staatlicher Anspruch und der Schüleraustausch läuft oft über eine Partnerschule. In den USA bestimmt dagegen eine Austauschorganisation mit staatlicher Zulassung, wo du landest, und das kann eine Stadt mit 2.000 Einwohnern in Iowa sein. Für ein Auslandsjahr USA ist diese Ausgangslage entscheidend. Wer sie kennt, plant besser und erlebt weniger Enttäuschungen.
Auslandsjahr USA: Wie läuft ein Schüleraustausch ab?
Ein Schüleraustausch in den USA folgt einem festen Rhythmus, den das US-Außenministerium für das J-1 Programm vorgibt. Die Austauschorganisationen arbeiten alle nach diesem Rahmen. Unterschiede gibt es bei Betreuung, Preis und Extras, nicht beim Grundablauf.
Von der Bewerbung bis zum Abflug
Die Bewerbung startet meist zwölf bis achtzehn Monate vor der Ausreise. Wer im Schuljahr 2027/28 fliegen will, ist im Herbst 2026 genau im richtigen Fenster. Nach dem Bewerbungsgespräch und dem Englischtest wirst du ins Programm aufgenommen, füllst ein ausführliches Profil aus und schreibst einen Brief an deine künftige Gastfamilie. Dieses Profil wandert an die Partnerorganisation in den USA, die eine passende Familie sucht.
Die Zusage für eine Gastfamilie kommt oft erst im Frühsommer, manchmal wenige Wochen vor dem Abflug im August. Erst dann kennst du deine Stadt, deine Schule und deinen Bundesstaat. Ohne bestätigte Platzierung reist du nicht aus.
Ankunft, Schulstart und die ersten Wochen
Das amerikanische Schuljahr beginnt je nach Staat zwischen Anfang August und Anfang September. Viele Organisationen fliegen Gruppen gemeinsam und starten mit einem Orientierungsseminar, manche davon in New York. Danach geht es weiter zur Gastfamilie.
Die ersten Wochen sind die anstrengendsten. Neue Sprache im Alltag, neue Regeln, ein Stundenplan, den du an der High School selbst mit dem Counselor zusammenstellst. Dein Counselor ist der Studienberater der Schule. Wir Deutschen sind feste Klassenverbände gewohnt; an der High School hast du in jedem Fach andere Leute um dich herum, was am Anfang einsam wirkt und dir nach ein paar Wochen sehr viele Kontakte bringt.
Das Leben in der Gastfamilie
Deine Gastfamilie nimmt dich ehrenamtlich auf und bekommt dafür kein Gehalt. Du bist kein Gast, sondern ein Familienmitglied auf Zeit, mit Pflichten im Haushalt und festen Zeiten. Das kann eine Familie mit vier Kindern sein, ein Rentnerpaar oder eine alleinerziehende Mutter.
Hier liegt die eigentliche Erfahrung des Austauschjahres. Du lernst die amerikanische Kultur nicht aus dem Film kennen, sondern beim Abendessen, beim Kirchgang, beim Football am Freitagabend. Der American Way of Life sieht in einer Kleinstadt in Ohio anders aus als in Los Angeles, und genau das macht das Auslandsjahr in den USA so lehrreich.
J-1 oder F-1: Welches Modell passt zu deinem Schüleraustausch in den USA?
Für einen Schüleraustausch in den USA gibt es zwei Visumswege, und sie bestimmen fast alles: Preis, Ort, Dauer und Schulform.
| J-1 Visum (öffentliche High School) | F-1 Visum (Privatschule oder Wunschort) | |
|---|---|---|
| Schule | öffentliche High School, kein Schulgeld | Privatschule, Internat oder öffentliche Schule gegen volle Kostenerstattung |
| Gastfamilie | wird zugeteilt, ehrenamtlich | Gastfamilie gegen Bezahlung oder Internat |
| Region | meist nicht wählbar, gegen Aufpreis eingrenzbar | frei wählbar, inklusive Metropolen |
| Dauer | ein Schulhalbjahr oder maximal ein Schuljahr | Privatschule ohne feste Höchstdauer, öffentliche Schule maximal 12 Monate |
| Alter | 15 bis 18,5 Jahre bei Schulstart | je nach Schule, meist ab 14 |
| Kosten (Größenordnung) | 17.000 bis 25.000 Euro für ein Jahr | ab rund 25.000 Euro, Internate deutlich darüber |
| Abschluss | Diploma selten möglich | an Privatschulen bei mehrjährigem Besuch möglich |
USA Classic: der Standardweg über die öffentliche High School
Die meisten Organisationen nennen das J-1 Grundmodell USA Classic. Du gibst deine Präferenzen an, entscheidest aber nicht mit. Die Partnerorganisation in den USA sucht eine Familie, die zu deinem Profil passt, und die High School in der Nähe muss dich aufnehmen.
Der große Vorteil: Die öffentliche Schule kostet dich kein Schulgeld, die Familie arbeitet ehrenamtlich. Das macht USA Classic zum günstigsten Weg in die USA. Der Nachteil ist die fehlende Kontrolle. Ein Schuljahr in einem Ort, den du vorher auf keiner Karte gefunden hättest, gehört bei USA Classic einfach dazu.
Select, Privatschule und Internat: wann sich der Aufpreis lohnt
Zwischen USA Classic und dem freien F-1 Weg liegen die Wahlprogramme. Bei einem Select Programm kannst du gegen Aufpreis eine Region oder einen Staat eingrenzen, manchmal auch eine Schule mit bestimmtem Sport oder Fach. Du bleibst dabei im J-1 Modell mit ehrenamtlicher Gastfamilie. Die Begriffe unterscheiden sich je nach Anbieter; Select steht nicht überall für dasselbe Paket.
Privatschulen mit F-1 Visum lohnen sich, wenn du einen bestimmten Ort brauchst, länger als ein Jahr bleiben willst oder einen Abschluss anstrebst. Ein Internat, in den USA Boarding School genannt, ist die teuerste Variante. Für die reine Erfahrung, Englisch und Kultur kennenzulernen, ist das klassische J-1 Programm meist die bessere Wahl.
Kann ich mir den Bundesstaat aussuchen, zum Beispiel New York oder Kalifornien?
Im Standardprogramm nein. Das ist die Frage, bei der die meisten Familien aus Deutschland am stärksten umdenken müssen. Viele haben beim Wort High School ein Bild aus dem Film im Kopf: Palmen, Strand, eine große Stadt. Die Realität sieht anders aus.
Warum New York City selten auf dem Zettel steht
Ehrenamtliche Gastfamilien gibt es dort, wo Menschen Platz haben und sich in Gemeinden engagieren. In New York City mit kleinen Wohnungen und hohen Mieten melden sich nur wenige Familien. Wer im USA Classic Programm unbedingt nach New York will, hat kaum eine Chance.
Der Staat New York ist dagegen groß und ländlich geprägt. Eine Platzierung im Bundesstaat New York heißt oft: Kleinstadt am Lake Ontario, Schnee im Winter und fünf Stunden Fahrt bis New York City. Auch das ist New York, nur eben nicht der Times Square.
Wenn du die Stadt New York unbedingt sehen willst, bieten viele Organisationen eine Reise dorthin als Extra an. Sightseeing in New York, Washington als Hauptstadt und Boston in einer Woche ist ein beliebtes Paket.
Westküste mit Los Angeles, San Diego und San Francisco
Kalifornien steht ganz oben auf der Wunschliste. Los Angeles, San Diego und San Francisco klingen nach Sonne und Strand. G astfamilien sind dort aber knapp. Die Lebenshaltungskosten an der Westküste gehören zu den höchsten im Land, viele Familien haben schlicht kein freies Zimmer. Ein Platz in Los Angeles oder San Diego ist deshalb im klassischen Programm die große Ausnahme.
Mit einem Regionalaufschlag kannst du die Westküste oder Kalifornien als Wunsch angeben. Die Organisation verspricht dann die Region, nicht die Stadt. Eine Gastfamilie im Central Valley, drei Stunden von San Francisco entfernt, erfüllt diesen Wunsch formal genauso wie ein Haus in Strandnähe.
Mein Rat: Geh offen in die Platzierung. Wer zwölf Monate in Nebraska verbringt, erlebt die USA oft intensiver als jemand in einer Metropole, weil die ganze Stadt den neuen Austauschschüler kennt.
Welche Voraussetzungen brauchst du für ein Auslandsjahr in den USA?
Die Grundregeln für das J-1 Programm stehen in den Vorgaben des US-Außenministeriums. Die Organisationen ergänzen sie um eigene Kriterien.
Alter und Schuljahre
Du musst bei Programmstart mindestens 15 und darfst höchstens 18,5 Jahre alt sein. Außerdem darfst du nicht mehr als elf Schuljahre abgeschlossen haben, die Grundschule mitgezählt. In Deutschland fliegen die meisten Schüler deshalb in der 10. oder 11. Klasse. Wer schon das Abitur hat, kann kein J-1 Schuljahr mehr machen.
Welchen Notendurchschnitt brauchst du?
Eine einheitliche Grenze gibt es nicht. Die meisten Organisationen schauen sich die letzten zwei Zeugnisse an und erwarten solide Leistungen ohne Fünfen in den Hauptfächern. Ein Schnitt um 3 reicht bei vielen Anbietern, entscheidend sind Persönlichkeit und Motivation. Die US-Partner wollen sehen, dass du das Schuljahr dort schaffst und die Gastfamilie nicht mit Problemen belastest.
Englischkenntnisse und Englischtest
Deine Englischkenntnisse prüft die Organisation mit einem eigenen Test, oft schriftlich und im Gespräch. Viele Partner in den USA verlangen zusätzlich einen standardisierten Test wie den ELTiS. Fließend musst du nicht sein. Du solltest aber dem Unterricht folgen und dich im Alltag verständigen können. Nach drei Monaten in der Gastfamilie verbessern sich die Englischkenntnisse ohnehin schneller als in jedem Kurs in Deutschland.
Bewerbungsgespräch und Impfungen
Im Bewerbungsgespräch geht es um dich: Warum willst du weg, wie gehst du mit Heimweh um, kannst du dich in eine fremde Familie einfügen. Ehrliche Antworten zählen mehr als perfekte. Auch deine Eltern werden meist befragt.
Die Impfpflicht richtet sich nach den Vorgaben der Schulen im jeweiligen Staat. Üblich sind Nachweise zu Masern, Mumps und Röteln, Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten, Polio, Hepatitis B, Windpocken und oft Meningokokken. Manche Schulen verlangen einen Tuberkulosetest. Kläre die Liste früh mit deinem Hausarzt, denn einige Impfungen brauchen mehrere Termine.
Was kostet ein Auslandsjahr in den USA wirklich?
Die Programmgebühr ist der größte Posten, aber nicht der einzige. Wer nur auf den Katalogpreis schaut, rechnet zu knapp. Die folgenden Spannen beziehen sich auf ein J-1 Schuljahr bei einer deutschen Organisation, Stand Oktober 2026.
- Programmgebühr USA Classic für ein Schuljahr: meist 13.000 bis 18.000 Euro, inklusive Flug, Vorbereitung, Platzierung und Betreuung
- Aufpreis für Regionalwahl oder Select: je nach Anbieter einige hundert bis mehrere tausend Euro
- Visumgebühr: 185 Dollar, dazu die SEVIS-Gebühr für J-1 Schüler von 220 Dollar
- Taschengeld: Organisationen empfehlen rund 200 bis 300 Dollar im Monat, für zehn Monate also 2.000 bis 3.000 Dollar
- Kranken- und Unfallversicherung: oft im Preis enthalten, sonst einige hundert Euro im Jahr
- Schulgebühren und Nebenkosten an der High School: Lunch, Sportgebühren, Yearbook, Prom, Schulmaterial, zusammen schnell mehrere hundert Dollar
- Ausflüge und Reisen: optional, je nach Programm 1.000 bis 3.500 Euro
Ein Schulhalbjahr kostet nicht die Hälfte. Die Programmgebühr liegt meist bei 70 bis 80 Prozent des Jahrespreises, weil Platzierung, Flug und Vorbereitung gleich bleiben.
Die Visumgebühren ändern sich regelmäßig. Seit 2025 gibt es zusätzlich eine beschlossene Visa Integrity Fee, deren Erhebung schrittweise umgesetzt wird. Den aktuellen Stand findest du auf travel.state.gov. Rechne außerdem damit, dass du für das Visuminterview persönlich nach Berlin, Frankfurt oder München musst und deine Social-Media-Profile seit 2025 für die Prüfung öffentlich sichtbar sein sollen.
Das Unbequeme: Die Preise der Organisationen sind seit 2022 deutlich gestiegen, vor allem wegen teurerer Flüge und höherer Kosten der US-Partner. Kataloge aus dem Vorjahr sind deshalb keine verlässliche Grundlage.
Was kostet die Privatschule mit F-1?
Mit F-1 Visum kommen Schulgeld und Gastfamilienpauschale dazu. Für ein Jahr an einer Privatschule mit Gastfamilie liegt die Gesamtsumme meist zwischen 25.000 und 40.000 Euro. Internate kosten oft mehr als 50.000 Euro. Öffentliche Schulen mit F-1 verlangen die volle Erstattung der Schulkosten, die je nach Schulbezirk stark schwankt. Die SEVIS-Gebühr für F-1 liegt bei 350 Dollar.
Wie finanzierst du einen Schüleraustausch in den USA?
Die gute Nachricht: Es gibt echte Möglichkeiten, die Kosten zu drücken. Die schlechte: Die großen Stipendien sind hart umkämpft, und die Fristen liegen weit vor dem Abflug.
Parlamentarisches Patenschafts-Programm des Bundestags
Das Parlamentarische Patenschafts-Programm, kurz PPP, ist das bekannteste Vollstipendium für einen Schüleraustausch in den USA. Der Deutsche Bundestag und der US-Kongress finanzieren es gemeinsam. Ein Bundestagsabgeordneter übernimmt die Patenschaft für einen Schüler aus seinem Wahlkreis. Das Stipendium deckt Reise, Programmkosten und Versicherung. Das Taschengeld zahlst du selbst.
Die Bewerbung läuft jedes Jahr ungefähr von Anfang Mai bis Mitte September, und zwar für das übernächste Schuljahr. Wer im Oktober 2026 liest, hat die Runde für 2027/28 verpasst und bewirbt sich ab Mai 2027 für 2028/29. Die genauen Altersgrenzen und Termine stehen auf bundestag.de/ppp. Die Zahl der Plätze hängt vom Haushalt beider Länder ab, die Konkurrenz ist groß.
Stipendien der Organisationen
Fast alle Austauschorganisationen vergeben eigene Teil- oder Vollstipendien. Gemeinnützige Anbieter wie YFU oder AFS staffeln ihre Förderung oft nach dem Einkommen der Eltern. Andere Organisationen vergeben Stipendien nach Leistung, sozialem Engagement oder für bestimmte Zielgruppen. Dazu kommen Stiftungen und Unternehmen, die Stipendien über die Organisationen ausschreiben. Frag bei jeder Organisation gezielt nach, die Programme stehen nicht immer prominent auf der Webseite.
Auslands-BAföG für Schüler
Auslands-BAföG für Schüler gibt es, aber die Voraussetzungen sind eng. Es ist einkommensabhängig, gilt für Schüler ab Klasse 10 am Gymnasium oder ab Klasse 11 an anderen Schulen und wird höchstens für ein Jahr gezahlt. Der Aufenthalt muss für deine Ausbildung förderlich sein, und du brauchst ausreichende Sprachkenntnisse. Für viele Familien mit mittlerem Einkommen fällt die Förderung gering aus oder entfällt.
Die Zuständigkeit hängt vom Wohnort und vom Zielland ab, die Liste der Ämter steht auf bafög.de. Stell den Antrag mindestens sechs Monate vor dem Abflug. In Deutschland denken viele beim BAföG nur ans Studium, und genau deshalb lassen viele Familien diese Option ungenutzt.
Welche Organisation ist die beste für dein Auslandsjahr?
Die eine beste Organisation gibt es nicht. Es gibt aber klare Kriterien, an denen du eine seriöse von einer schwachen unterscheidest. Vergleiche mindestens drei Anbieter, bevor du unterschreibst.
Die wichtigsten Prüfkriterien
- Zulassung als Sponsor: Die US-Partnerorganisation muss vom State Department als J-1 Sponsor zugelassen sein. Die Liste steht auf j1visa.state.gov.
- Mitgliedschaft in Fachverbänden: In Deutschland sind das vor allem der AJA (Arbeitskreis gemeinnütziger Jugendaustausch) und der DFH (Deutscher Fachverband High School). Beide haben Qualitätsstandards.
- Betreuung vor Ort: Wie viele Schüler betreut ein Local Coordinator? Wie läuft ein Wechsel der Gastfamilie?
- Notfallerreichbarkeit: Gibt es eine deutsche Hotline rund um die Uhr?
- Rücktrittsbedingungen: Was zahlst du, wenn du absagst, wenn keine Familie gefunden wird oder wenn das Visum scheitert?
- Vorbereitung und Nachbereitung: Mehrtägige Seminare sind ein gutes Zeichen.
Lies die Rücktrittsbedingungen genau. Die Staffelung kann bei einer Absage im Frühjahr schon einen vierstelligen Betrag kosten. Messen wie die JuBi, die Jugendbildungsmesse, bieten die Chance, mehrere Anbieter an einem Tag zu vergleichen und ehemalige Austauschschüler zu befragen.
Welche Rolle spielt der Local Coordinator?
Der Local Coordinator ist dein Ansprechpartner in den USA. Er sucht oft die Gastfamilie mit aus, prüft sie, und er muss nach den Vorgaben des State Departments höchstens 120 Meilen (rund 190 Kilometer) von deiner Gastfamilie entfernt wohnen. Er hält mindestens monatlich Kontakt zu dir und zur Familie.
Wenn es in der Gastfamilie nicht passt, ist er die erste Adresse. Ein Wechsel ist möglich und kommt häufiger vor, als die Kataloge vermuten lassen. Sprich Probleme früh an, nicht erst nach drei Monaten.
Welche Regeln gelten während des Austauschjahres?
Die Programmregeln sind strenger als das, was Jugendliche in Deutschland gewohnt sind. Alkohol ist in den USA unter 21 Jahren verboten, und ein Verstoß führt fast immer zum Programmabbruch. Dasselbe gilt für Drogen. Autofahren ist bei nahezu allen Organisationen verboten, auch wenn du einen Führerschein machen könntest.
Hinzu kommen Regeln der Organisation: keine Reisen ohne Erlaubnis, Ausgangszeiten der Gastfamilie, oft Einschränkungen bei Beziehungen und Besuchen der Eltern. In Deutschland mit 16 ein Bier zu trinken ist normal. In den USA kann genau das dein Auslandsjahr beenden.
Wie sieht der Alltag an einer amerikanischen High School aus?
Der Schultag beginnt meist zwischen 7 und 8 Uhr und endet am Nachmittag. Morgens fährt dich der gelbe Schulbus, abends bist du beim Training. Die Schule ist an vielen Orten der Mittelpunkt des Lebens in der Stadt.
School Spirit, Sport Teams und Marching Band
Der School Spirit ist das, was Austauschschüler am meisten beeindruckt. Football am Freitagabend, Homecoming im Herbst, Prom im Frühjahr. Die Sport Teams der Schule werden von der ganzen Stadt unterstützt, die Marching Band spielt in der Halbzeit. Dieser High School Spirit hat mit deutschem Schulalltag wenig gemeinsam.
Mach unbedingt mit. Ein Sportteam, der Theaterclub oder die Band sind der schnellste Weg zu Freunden. Viele Teams nehmen Anfänger auf, besonders in Sportarten wie Cross Country oder Leichtathletik.
Unterricht und Fächerwahl
An der High School wählst du Fächer, die es bei uns nicht gibt: Fotografie, Kochen, Journalism, Psychologie. Pflicht sind meist Englisch und US-Geschichte. Der Unterricht ist schulischer als in der deutschen Oberstufe, mit Hausaufgaben, Tests und Projekten, die laufend in die Note eingehen.
Wird das Auslandsjahr in Deutschland anerkannt?
Das hängt vom Bundesland und deiner Schule ab. In vielen Ländern kannst du nach einem Schuljahr in den USA in die nächste Klasse aufrücken, wenn deine Leistungen vorher stimmten. Andere Schulen empfehlen, ein Jahr zu wiederholen, vor allem wenn das Auslandsjahr in die Einführungsphase der Oberstufe fällt.
Kläre das schriftlich mit deiner Schulleitung, bevor du dich bewirbst. Manche Schulen verlangen eine Beurlaubung und ein Zeugnis der High School. Ein Schulhalbjahr lässt sich meist leichter einbauen als ein ganzes Jahr.
Gibt es einen Abschluss?
Mit J-1 bekommst du in der Regel kein High School Diploma. Manche Schulen vergeben es an Austauschschüler, viele nicht, und die Organisation kann es nicht versprechen. Selbst ein Diploma ersetzt kein Abitur. Für einen Abschluss brauchst du meist mehrere Jahre an einer Privatschule mit F-1.
Au Pair oder Work and Travel: Was gibt es nach dem Abitur?
Wer zu alt für das High School Programm ist, hat andere Möglichkeiten für einen Auslandsaufenthalt in den USA. Ein Au Pair Jahr ist ab 18 bis 26 Jahren möglich, ebenfalls mit J-1 Visum. Als Au Pair betreust du Kinder in einer Gastfamilie und bekommst ein Taschengeld. Das Au Pair Programm ist eine der günstigsten Wege, ein Jahr in den USA zu leben.
Work and Travel ist für die USA eingeschränkt. Das Summer Work Travel Programm steht nur Studierenden offen und nur in den Semesterferien. Später kommen ein Auslandssemester oder ein ganzes Studium an einer US-Universität in Frage.
Insidertipp
Bewirb dich für ein Schulhalbjahr mit der Option auf Verlängerung, wenn du unsicher bist. Viele Organisationen erlauben das, sofern Gastfamilie und Schule zustimmen. So zahlst du zunächst weniger und entscheidest vor Ort.
Und: Schreib deinen Gastfamilienbrief nicht wie eine Bewerbung. Erzähl von deinem Alltag, deinen Hobbys und deiner Familie. Familien in den USA wählen nach Sympathie, und ein ehrlicher Brief mit Fotos öffnet mehr Türen als perfekte Noten.
FAQ zum Auslandsjahr in den USA
Wie viel kostet ein Auslandsjahr in den USA?
Im J-1 Standardprogramm realistisch 17.000 bis 25.000 Euro für ein Jahr inklusive Taschengeld, Visum und Nebenkosten, Stand Oktober 2026. Privatschulen mit F-1 liegen bei 25.000 bis 40.000 Euro, Internate darüber.
Was ist das billigste Auslandsjahr in den USA?
Das USA Classic Programm für ein Schulhalbjahr bei einer gemeinnützigen Organisation, idealerweise mit Stipendium. Ganz kostenlos wird es nur mit dem PPP Vollstipendium.
Was für einen Notendurchschnitt braucht man?
Meist reicht ein Schnitt um 3 ohne Fünfen in Hauptfächern. Motivation, Anpassungsfähigkeit und ausreichende Englischkenntnisse sind wichtiger als Bestnoten.
Welche Organisation ist die beste?
Die, die zu deinen Wünschen passt und die Prüfkriterien erfüllt: zugelassener US-Sponsor, Mitglied in AJA oder DFH, gute Betreuung vor Ort und faire Rücktrittsbedingungen.
Kann ich mein Auslandsjahr in New York oder Los Angeles verbringen?
Im Standardprogramm kaum. Mit Regionalwahl oder F-1 Privatschule ist das möglich, aber deutlich teurer.
Ein Auslandsjahr ist mehr als eine Reise. Es ist ein Abenteuer, das dich selbstständiger macht und dir einen neuen Blick auf Deutschland gibt. Fang früh mit der Planung an, bleib bei der Platzierung offen und nimm jede Chance mit, die sich vor Ort ergibt. Ich wünsche dir ein unvergessliches Jahr und eine Gastfamilie, die du ein Leben lang behältst.