Au Pair USA: Voraussetzungen, Taschengeld, Kosten und Ablauf für dein Au Pair Jahr in Amerika

Ein Au Pair Jahr in den USA bringt dir 195,75 Dollar Taschengeld pro Woche, eine Gastfamilie und eine Menge Verantwortung. Hier steht, wer mitmachen darf, was es kostet und was die Prospekte gern weglassen.

Von Redaktion LebenInDenUSAVeröffentlicht 24 Min. Lesezeit
Au Pair USA: Voraussetzungen, Taschengeld, Kosten und Ablauf für dein Au Pair Jahr in Amerika
Foto: Jessica Rockowitz auf Unsplash

Als Au Pair in den USA lebst du ein Jahr bei einer amerikanischen Gastfamilie, betreust deren Kinder bis zu 45 Stunden pro Woche und bekommst dafür Unterkunft, Verpflegung und ein Taschengeld von mindestens 195,75 Dollar pro Woche (Stand Oktober 2026). Möglich ist das nur über das J-1 Au Pair Programm des US-Außenministeriums und nur über eine der dafür zugelassenen Sponsor-Agenturen.

Für Deutsche ist dabei manches anders, als man es von zu Hause kennt. Ein Au Pair in Deutschland arbeitet höchstens 30 Stunden pro Woche und bekommt 280 Euro im Monat. In den USA sind es mehr Stunden, mehr Geld und deutlich mehr Regeln, die vom Staat bis zur Agentur reichen. Dazu kommt: Du suchst dir nicht die Stadt aus, sondern die Familie. Wer mit dem Bild von New York im Kopf startet und in einem Vorort von Ohio landet, sollte das vorher gewusst haben. Ein Au Pair USA Aufenthalt ist ein großes Abenteuer, aber eben auch ein Job mit Verantwortung für fremde Kinder.

Au Pair Amerika: Was steckt hinter dem J-1 Au Pair Programm?

Wer "Au Pair Amerika" sucht, landet früher oder später bei einem Begriff: J-1. So heißt das Visum für Austauschprogramme, und das Au Pair Programm ist eine von mehreren Kategorien darunter, neben Work and Travel, Praktika oder Lehreraustausch.

Ein Kulturaustausch, kein Arbeitsvertrag

Offiziell ist dein Au Pair Jahr ein Kulturaustausch. Du sollst die amerikanische Kultur kennenlernen, die Gastfamilie soll etwas über dein Land erfahren. In der Praxis ist die Kinderbetreuung der Kern, und das Programm regelt sie sehr genau: Stunden, Taschengeld, Urlaub, Weiterbildung.

Das hat Folgen. Du bist nicht im klassischen Sinne angestellt, du kannst nicht einfach kündigen und dir eine andere Stelle suchen, und du darfst außerhalb der Gastfamilie nicht arbeiten. Wer das Au Pair Programm wie einen normalen Job betrachtet, stolpert genau an diesen Stellen.

Wenn dich eher das Reisen und Jobben in den Semesterferien reizt, ist unser Ratgeber zu Work and Travel USA die passendere Lektüre. Das ist ebenfalls ein J-1 Programm, aber mit ganz anderen Regeln.

Wer hinter dem Programm steht

Zuständig ist das US-Außenministerium, das State Department. Es lässt einzelne Organisationen als Sponsoren zu, und nur diese dürfen Au Pairs vermitteln und die nötigen Visumsunterlagen ausstellen. Die Liste der zugelassenen Organisationen steht auf der offiziellen Programmseite j1visa.state.gov. Bekannte Namen sind zum Beispiel Cultural Care oder das Au Pair in America Programm, es gibt aber weitere.

Viele dieser Sponsoren arbeiten in Deutschland mit Partneragenturen zusammen, bei denen du dich bewirbst. Die Vermittlung durch eine nicht zugelassene Stelle oder "privat über Freunde" ist für ein Au Pair in den USA nicht möglich. Wer dir so etwas anbietet, bietet dir im Zweifel Schwarzarbeit ohne Visum an.

Welche Voraussetzungen brauchst du für ein Au Pair Jahr in den USA?

Einige Voraussetzungen schreibt die Regelung des Außenministeriums vor, andere verlangen die Agenturen zusätzlich. Für dich zählt beides, denn ohne Agentur kein Au Pair Aufenthalt.

Alter zwischen 18 und 26

Du musst bei Programmbeginn mindestens 18 und höchstens 26 Jahre alt sein. Entscheidend ist der Einreisetag, nicht der Tag der Bewerbung. Wer kurz vor dem 27. Geburtstag steht, sollte deshalb früh anfangen, denn Bewerbung, Matching und Visum dauern meist mehrere Monate.

Schulabschluss: Brauchst du ein Abi?

Nein. Gefordert ist ein Abschluss der Sekundarschule oder etwas Gleichwertiges. Das Abi ist also nicht nötig, ein Realschulabschluss reicht in der Regel aus. Trotzdem gehen viele direkt nach dem Abi, weil der Zeitpunkt zwischen Schule und Studium günstig liegt.

Mein Rat: Plane das Jahr nach dem Abi nicht als Lückenfüller, sondern bewusst. Gastfamilien merken im Interview schnell, ob jemand Kinder betreuen oder nur ein Jahr in den USA verbringen will. Ob mit Abi, Fachabi oder mittlerer Reife: Die Motivation zählt im Profil mehr als die Abschlussnote.

Englischkenntnisse und Sprache

Du musst dich auf Englisch sicher verständigen können. Die Agentur prüft das in einem persönlichen Interview, das zumindest teilweise auf Englisch geführt wird. Perfekte Grammatik ist nicht entscheidend, aber du musst einen Notruf absetzen, mit einer Kinderärztin sprechen und einer Lehrerin erklären können, warum das Kind heute früher abgeholt wird.

Die meisten deutschen Bewerber haben durch die Schule solide Englischkenntnisse. Was oft fehlt, ist Alltagssprache: Wörter wie diaper (Windel), stroller (Kinderwagen) oder pacifier (Schnuller) kommen im Englischunterricht selten vor. Die lernst du am besten schon vor der Abreise.

Erfahrung in der Kinderbetreuung mit Nachweisen

Du brauchst nachweisbare Erfahrung in der Kinderbetreuung. Babysitten bei Nachbarn, Jugendgruppen, ein Praktikum in der Kita oder Nachhilfe zählen, sofern jemand außerhalb der eigenen Familie das schriftlich bestätigt. Die meisten Agenturen verlangen eine dreistellige Stundenzahl.

Für die Betreuung von Kindern unter zwei Jahren schreibt die Regelung mindestens 200 Stunden dokumentierte Erfahrung mit Kleinkindern vor. Babys unter drei Monaten darfst du nur betreuen, wenn ein Elternteil oder eine andere erwachsene Betreuungsperson zu Hause ist. Wichtig: Die Referenzen werden oft telefonisch überprüft, auch auf Englisch.

Führerschein: offiziell optional, praktisch Pflicht

Gesetzlich vorgeschrieben ist der Führerschein nicht. In der Praxis suchen aber die allermeisten Gastfamilien jemanden, der fahren kann, denn außerhalb weniger Großstädte wie New York gibt es kaum brauchbaren Nahverkehr. Schulweg, Fußballtraining und Arzttermin laufen über das Auto.

Wer aus Deutschland kommt, unterschätzt das regelmäßig. Hier fährt man mit 18 vielleicht ab und zu, dort sollst du täglich mit Kindern im Auto durch fremden Verkehr. Die Regeln dafür, wie lange dein deutscher Führerschein gilt, legen die Bundesstaaten fest. Unser Artikel zum Führerschein in den USA erklärt die Grundlagen, und die 10 Verkehrsregeln in den USA zeigen, woran du dich gewöhnen musst. Ein Beispiel: An vielen Ampeln darfst du bei Rot rechts abbiegen, an gelben Schulbussen mit ausgeklapptem Stoppschild musst du anhalten.

Nichtraucher, Gesundheit und Führungszeugnis

Die Agenturen verlangen, dass du Nichtraucher bist, und viele Gastfamilien schreiben das ausdrücklich in ihr Profil. Außerdem musst du dich einer Hintergrundprüfung unterziehen, dazu gehört in Deutschland ein polizeiliches Führungszeugnis ohne Eintrag. Ein ärztliches Attest gehört ebenfalls zur Bewerbung. Welche Untersuchungen und Impfnachweise genau gefordert sind, legt die jeweilige Agentur fest.

Kann ich als Mann Au Pair sein?

Ja. Das Programm unterscheidet nicht nach Geschlecht, männliche Au Pairs sind ausdrücklich zugelassen. Ehrlicherweise muss man aber sagen: Die Mehrheit der Gastfamilien sucht eine Frau, und männliche Bewerber warten oft länger auf ein Match.

Besser sieht es bei Familien mit mehreren Jungen im Schulalter aus, bei sportlichen Familien oder bei Alleinerziehenden, die bewusst einen männlichen Ansprechpartner für ihre Kinder suchen. Wer als Mann Au Pair werden will, sollte im Profil genau das betonen: Trainererfahrung, Jugendarbeit, Betreuung im Sportverein.

Wie lange dauert das J-1 Au Pair Programm?

Die Zeitstruktur ist festgelegt, und sie unterscheidet sich deutlich von freien Au Pair Aufenthalten in Europa.

Programmdauer: 12 Monate

Das reguläre Au Pair Jahr dauert 12 Monate. Kürzere Aufenthalte, etwa nur für einen Sommer, sieht das J-1 Au Pair Programm nicht vor. Wer nur drei Monate in die USA will, ist hier falsch.

Verlängerung um 6, 9 oder 12 Monate

Gegen Ende deines Jahres kannst du das Programm um 6, 9 oder 12 Monate verlängern, entweder bei derselben Gastfamilie oder bei einer neuen. Die Verlängerung läuft über deine Agentur und muss rechtzeitig vor Ende des ersten Jahres beantragt werden. Die genauen Fristen setzt die Agentur.

Eine Verlängerung bei einer neuen Familie bedeutet auch einen neuen Ort. Wer ein Jahr in Kalifornien war, kann das zweite in New Jersey verbringen. Manche nutzen das bewusst, um eine zweite Region der USA kennenzulernen.

Der Reisemonat am Ende

Nach dem Programmende darfst du noch bis zu 30 Tage in den USA bleiben. Dieser sogenannte Grace Period, unter Au Pairs meist Reisemonat genannt, ist zum Reisen gedacht. Arbeiten darfst du in dieser Zeit nicht mehr.

Unbequemer Punkt: Verlässt du die USA während des Reisemonats, etwa für einen Abstecher nach Kanada oder Mexiko, kannst du mit deinem J-1 Status in der Regel nicht wieder einreisen. Plane deinen Reisemonat deshalb innerhalb der USA, oder kläre vorher mit der Agentur, was für dich gilt.

Wie viele Stunden pro Woche arbeitet ein Au Pair?

Die Arbeitszeit ist der Punkt, über den es in Gastfamilien am häufigsten Streit gibt. Deshalb lohnt es sich, die Regeln genau zu kennen.

45 Stunden pro Woche, 10 pro Tag

Als Au Pair arbeitest du höchstens 45 Stunden pro Woche und höchstens 10 Stunden pro Tag. Zur Arbeitszeit zählt jede Zeit, in der du für die Kinder verantwortlich bist, auch wenn sie schlafen und du abends nur "da" sein sollst.

Zum Vergleich: In Deutschland liegt die Grenze für Au Pairs bei 30 Stunden pro Woche und 6 Stunden pro Tag. Die amerikanische Woche ist also deutlich voller. Wer mit deutschen Erwartungen anreist, merkt das spätestens nach der ersten Woche.

Freizeit, freie Wochenenden und Urlaub

Dir stehen pro Woche anderthalb freie Tage zu, außerdem ein komplett freies Wochenende von Freitagabend bis Montagmorgen pro Monat. Im Jahr hast du Anspruch auf zwei Wochen bezahlten Urlaub. Wann du den nimmst, sprichst du mit der Gastfamilie ab, viele Familien wünschen sich, dass der Urlaub mit ihrem eigenen zusammenfällt.

Mein Rat: Haltet schon beim Matching fest, wie Urlaub und freie Abende verteilt werden. Später darüber zu verhandeln, ist deutlich schwieriger.

Welche Au Pair Aufgaben gehören dazu und welche nicht?

Deine Au Pair Aufgaben drehen sich um die Kinder. Dazu gehören typischerweise:

  • Kinder wecken, anziehen, Frühstück machen
  • Fahrten zur Schule, zu Sport und Terminen
  • Hausaufgabenbetreuung und Spielen
  • Kinderwäsche waschen und Kinderzimmer aufräumen
  • einfache Mahlzeiten für die Kinder zubereiten

Nicht dazu gehören allgemeine Hausarbeit für die ganze Familie, Putzen des Hauses, Einkaufen für die Erwachsenen oder Gassigehen mit dem Hund als feste Aufgabe. Du bist Kinderbetreuung, keine Haushaltshilfe. Diese Grenze wird in der Praxis manchmal verwischt, und dann ist der Local Coordinator die richtige Stelle.

Was verdient ein Au Pair in den USA?

Das Taschengeld ist für viele Bewerber die wichtigste Zahl. Sie ist bundesweit festgelegt, aber nicht überall gleich hoch.

Das Taschengeld Stand Oktober 2026

Das Mindest-Taschengeld für ein Au Pair in den USA liegt bei 195,75 Dollar pro Woche, Stand Oktober 2026. Die Zahl ist an den Bundesmindestlohn gekoppelt, der seit 2009 bei 7,25 Dollar pro Stunde liegt. Gerechnet wird so: 45 Stunden mal 7,25 Dollar ergibt 326,25 Dollar, davon werden 40 Prozent für Unterkunft und Verpflegung angerechnet.

Aufs Jahr gerechnet sind das gut 10.000 Dollar, pro Monat im Schnitt etwa 848 Dollar. Das Taschengeld wird wöchentlich ausgezahlt, auch während deines bezahlten Urlaubs. Ändert sich der Bundesmindestlohn oder die Programmregel, ändert sich auch der Betrag. Den aktuellen Stand nennt dir die Agentur, maßgeblich ist die Programmseite des Außenministeriums.

Zum Vergleich mit Deutschland: Dort bekommt ein Au Pair 280 Euro im Monat. In den USA ist das Taschengeld also ein Vielfaches, allerdings auch bei deutlich mehr Stunden und höheren Preisen im Alltag.

Zuschuss für Weiterbildung

Während deines Au Pair Jahres musst du mindestens sechs Semesterstunden (credits) an einem anerkannten College belegen oder etwas Gleichwertiges. Die Gastfamilie zahlt dafür bis zu 500 Dollar. Was darüber hinausgeht, zahlst du selbst.

Typisch sind Kurse an einem Community College, also einer Art regionaler Fachhochschule, oder spezielle Wochenendkurse für Au Pairs. Die 500 Dollar reichen nicht für jeden Kurs, besonders nicht in teuren Regionen wie New York oder Boston. Wer sparen will, schaut früh nach Kursen, die speziell für Au Pairs angeboten werden.

Eine Sonderform ist das EduCare Programm: weniger Stunden (höchstens 30 pro Woche), dafür mehr Kurse, ein Weiterbildungszuschuss von bis zu 1.000 Dollar und ein Taschengeld von drei Vierteln des regulären Betrags.

Sonderregeln in einzelnen Bundesstaaten

Die 195,75 Dollar sind die Untergrenze. In Massachusetts hat ein Bundesberufungsgericht 2019 entschieden, dass dort auch für Au Pairs der Mindestlohn des Staates gilt. Seitdem zahlen Gastfamilien in Massachusetts deutlich mehr, und in einigen weiteren Staaten und Städten mit höherem Mindestlohn haben Agenturen ihre Vorgaben ebenfalls angepasst.

Welche Regeln für deine Region gelten, erfährst du vor dem Matching von der Agentur. Lass dir die Höhe des Taschengelds in deinem Match schriftlich bestätigen.

Steuern auf das Taschengeld

Das Taschengeld gilt in den USA als steuerpflichtiges Einkommen. Die Gastfamilie zieht in der Regel keine Steuern ab, die Pflicht, gegebenenfalls eine Steuererklärung abzugeben, liegt bei dir. Ob und wie viel du am Ende zahlst, hängt von deinem Einzelfall ab.

Ich empfehle dir hier ausdrücklich nichts, außer dich früh zu informieren. Grundlegende Informationen für Nichtansässige stehen auf irs.gov, viele Agenturen geben außerdem Infos zur Steuererklärung für Au Pairs heraus. Im Zweifel hilft eine Steuerberatung, die sich mit J-1 Status auskennt.

Unterkunft und Verpflegung

Die Gastfamilie stellt dir ein eigenes Zimmer, das ist Vorschrift. Ein geteiltes Zimmer mit den Kindern ist nicht erlaubt. Zur Verpflegung gehören alle Mahlzeiten, egal ob du mit der Familie isst oder dir selbst etwas aus dem Kühlschrank nimmst.

Viele Familien stellen außerdem ein Auto zur Verfügung, auch für private Fahrten. Das ist aber eine Leistung der Familie, keine Pflicht. Kläre vorher, ob du das Auto in deiner Freizeit nutzen darfst, wer das Benzin zahlt und wer bei einem Unfall die Selbstbeteiligung trägt.

Was kostet ein Au Pair Aufenthalt dich selbst?

Die gute Nachricht: Ein Au Pair Aufenthalt in den USA ist eines der günstigsten Auslandsjahre. Den größten Teil der Kosten trägt die Gastfamilie. Kostenlos ist er für dich trotzdem nicht.

Programmgebühr der Au Pair Organisation

Viele deutsche Partneragenturen verlangen eine Programmgebühr. Die Spanne reicht von null bis zu einem niedrigen vierstelligen Euro-Betrag. Manche Agenturen erheben eine Anmeldegebühr und eine Vermittlungsgebühr, andere nehmen nur eine Kaution, die du bei regulärem Abschluss zurückbekommst. Was genau anfällt und welche Leistungen darin enthalten sind, steht in den Unterlagen der jeweiligen Agentur. Vergleiche nicht nur den Programmpreis, sondern auch, was du dafür bekommst: Vorbereitungsseminar in Deutschland, Hilfe beim Visum, Erreichbarkeit im Notfall.

Welche Kosten trägt die Gastfamilie?

Die Gastfamilie zahlt in den USA die Gebühr an die Sponsor-Agentur. Darin sind in der Regel dein Hin- und Rückflug zwischen Deutschland und dem Einsatzort enthalten, die Training-Woche nach der Ankunft und eine Kranken- und Unfallversicherung für die Dauer des Programms. Dazu kommen Taschengeld, Weiterbildungszuschuss, Unterkunft und Verpflegung.

Für dich heißt das: Den teuersten Posten, den Flug, zahlst du meist nicht selbst. Prüfe trotzdem genau, welcher Flughafen in Deutschland als Abflugort gilt. Die Anreise dorthin, also Zugticket nach Frankfurt oder München, trägst du oft selbst.

Visum, Unterlagen und Nebenkosten in Deutschland

Für das J-1 Visum fällt eine Antragsgebühr an, die du in Deutschland vor dem Termin zahlst. Sie lag zuletzt bei 185 Dollar, außerdem sind seit 2025 zusätzliche Visumsgebühren beschlossen worden. Den aktuellen Betrag findest du auf travel.state.gov, Gebühren ändern sich hier regelmäßig. Ob die Agentur einen Teil davon übernimmt, steht in deinem Vertrag.

Dazu kommen kleinere Posten: Führungszeugnis, ärztliches Attest, eventuell Impfungen, Passfotos, Anreise zum Konsulat in Berlin, Frankfurt oder München. Einzeln sind das keine großen Summen, zusammen aber leicht ein niedriger dreistelliger Betrag.

Was kostet ein Au Pair pro Monat im Alltag?

Unterkunft und Verpflegung hast du sicher, für alles andere zahlst du vom Taschengeld: Handy, Kleidung, Ausgehen, Reisen, Kurse über die 500 Dollar hinaus. Der amerikanische Alltag ist teurer, als viele Deutsche erwarten. Im Restaurant kommen Sales Tax und Trinkgeld auf den Preis auf der Karte, und das macht einen spürbaren Unterschied. Unser Ratgeber zum Trinkgeld in den USA zeigt, mit welchen Prozenten du rechnen solltest.

Für das Handy brauchst du in den ersten Tagen eine amerikanische Nummer, damit die Gastfamilie und die Schule dich erreichen. Welche Möglichkeiten du ohne Credit History hast, erklärt unser Artikel zur SIM-Karte in den USA. Wer im Reisemonat noch viel sehen will, legt am besten jede Woche einen festen Teil des Taschengelds zur Seite.

Wie läuft der Weg zum Au Pair in den USA ab?

Vom ersten Kontakt mit einer Agentur bis zum Abflug vergehen meist mehrere Monate. Viele Bewerber planen ein halbes Jahr bis ein Jahr Vorlauf ein, wer zu einem bestimmten Zeitpunkt wie dem Sommer nach dem Abi abreisen will, eher mehr.

Der Ablauf in Schritten

1. Agentur auswählen und bewerben. Du suchst dir eine Agentur, die mit einem zugelassenen Sponsor zusammenarbeitet. Achte auf Kriterien statt auf Werbung: transparente Kosten, persönliche Betreuung in Deutschland, Anzahl der Local Coordinators vor Ort, Regelung im Rematch-Fall.

2. Profil erstellen. Du füllst ein ausführliches Online-Profil aus, mit Fotos, einem Brief an die Gastfamilie (auf Englisch) und deinen Nachweisen zur Kinderbetreuung. Dazu kommen Referenzen, Attest und Führungszeugnis.

3. Interview mit der Agentur. Die Agentur prüft deine Englischkenntnisse, deine Motivation und oft auch deine Persönlichkeit mit einem Fragebogen.

4. Matching mit der Gastfamilie. Familien sehen dein Profil und melden sich. Es folgen Videotelefonate, oft mehrere. Wenn beide Seiten zustimmen, steht das Match.

5. Visum beantragen. Mit den Unterlagen der Agentur, vor allem dem Formular DS-2019, stellst du den Online-Antrag DS-160 und gehst zum Interview im US-Konsulat.

6. Vorbereitung und Abflug. Die Agentur bucht den Flug, du packst. Viele Agenturen bieten vorher ein Vorbereitungsseminar in Deutschland an.

7. Training-Woche in den USA. Nach der Landung verbringst du einige Tage in einer Trainingsschule, bevor du zu deiner Gastfamilie reist.

Das Matching: Worauf du achten solltest

Das Matching ist der wichtigste Teil deines Au Pair Jahres, denn die Familie entscheidet über deinen Alltag für 12 Monate. Wer aus Deutschland kommt, ist oft so froh über das erste Angebot, dass er zu wenig fragt.

Frag im Videotelefonat konkret nach: Wie sieht ein typischer Wochentag aus? Wie viele Stunden fallen wirklich an? Darf ich das Auto in der Freizeit nutzen? Gibt es andere Au Pairs in der Nähe? Wie weit ist das nächste College? Wer war euer letztes Au Pair, und darf ich mit ihr sprechen? Gute Gastfamilien beantworten das gern. Ausweichende Antworten sind ein Warnsignal.

Das Visum: Was beim Konsulat passiert

Für das J-1 Visum brauchst du einen persönlichen Termin in einem US-Konsulat oder der Botschaft. Mitbringen musst du deinen Reisepass, die Bestätigung des DS-160, das DS-2019 der Agentur und den Nachweis über die bezahlte Gebühr. Welche weiteren Unterlagen gefordert sind, steht in der Terminbestätigung.

Ein ESTA reicht für ein Au Pair Jahr nicht aus. Das ESTA gilt für touristische Aufenthalte bis 90 Tage, unser Artikel zum ESTA erklärt den Unterschied. Rechne bei den Terminen im Konsulat mit Wartezeiten von mehreren Wochen, die sich je nach Saison stark ändern. Im Frühjahr, wenn viele Studenten und Au Pairs gleichzeitig Termine suchen, wird es eng.

Die Training-Woche nach der Ankunft

Bevor du zu deiner Gastfamilie fährst, besuchst du ein Pflichttraining. Die Regelung schreibt mindestens 24 Stunden zur Entwicklung von Kindern und mindestens 8 Stunden Sicherheit und Erste Hilfe vor, davon ein Teil speziell zu Säuglingen. Viele Agenturen veranstalten diese Training-Woche im Großraum New York.

Für viele ist das der erste Kontakt mit anderen Au Pairs aus der ganzen Welt. Die Freundschaften, die dort entstehen, halten oft das ganze Jahr, über Social Media bleibt man verbunden, auch wenn die Gastfamilien später in verschiedenen Staaten wohnen.

Wer hilft dir vor Ort, wenn etwas schiefläuft?

Du bist in den USA nicht auf dich allein gestellt. Das Programm schreibt eine Betreuungsstruktur vor, und die solltest du kennen, bevor du sie brauchst.

Der Local Coordinator

Jeder Gastfamilie und jedem Au Pair ist ein Local Coordinator zugeordnet, eine Ansprechperson der Agentur in deiner Region. Sie wohnt in der Nähe, meldet sich regelmäßig, mindestens monatlich, und organisiert Treffen mit anderen Au Pairs aus der Gegend. Bei Konflikten mit der Gastfamilie vermittelt sie.

Mein Rat: Melde dich beim Local Coordinator nicht erst, wenn es eskaliert ist. Wer früh sagt, dass die Stunden nicht passen oder Aufgaben dazugekommen sind, die nicht abgesprochen waren, hat bessere Chancen auf eine friedliche Lösung.

Rematch: Was passiert, wenn es mit der Familie nicht klappt?

Manchmal passt es einfach nicht. Dann gibt es das sogenannte Rematch, die Vermittlung an eine neue Gastfamilie. Zuerst versucht der Local Coordinator, mit beiden Seiten eine Lösung zu finden. Klappt das nicht, beginnt die Suche nach einer neuen Familie.

Unbequem, aber wichtig: Die Zeit für das Rematch ist knapp, oft nur rund zwei Wochen. In dieser Zeit wohnst du meist noch bei der alten Familie oder in einer Übergangslösung der Agentur. Findet sich keine neue Gastfamilie, musst du in der Regel nach Hause fliegen. Ein neuer Ort ist dabei wahrscheinlich, denn die neue Familie kann irgendwo in den USA wohnen. Wer im Rematch auf einer bestimmten Stadt besteht, verkleinert seine Chancen deutlich.

Was tun bei echten Problemen?

Wenn dir die Gastfamilie Taschengeld vorenthält, dich deutlich mehr als 45 Stunden arbeiten lässt oder du dich unsicher fühlst, ist der erste Kontakt die Agentur. Reagiert sie nicht, kannst du dich direkt an das Außenministerium wenden, das eine eigene Hotline für J-1 Teilnehmer betreibt. Die Kontaktdaten stehen auf der Rückseite deines DS-2019 und auf der Programmseite. In akuten Notfällen gilt wie überall in den USA die 911.

Welche Missverständnisse gibt es über das Au Pair Jahr?

Viele Deutsche starten mit falschen Erwartungen in den Au Pair Aufenthalt. Die meisten Konflikte lassen sich vermeiden, wenn man diese Punkte vorher kennt.

Au Pair ist kein Urlaub

Ein Au Pair Jahr ist ein Vollzeitjob mit Kindern. Wenn die Kinder krank sind, Schulferien haben oder um sechs Uhr wach sind, bist du da. Freizeitaktivitäten, Reisen und Ausflüge passen in die freien Tage und in die zwei Wochen Urlaub, aber nicht in die Arbeitswoche. Wer vor allem Strand und Roadtrips erleben will, sollte über andere Programme nachdenken.

Die Familie wählt den Wohnort, nicht du

Du kannst Wünsche angeben, etwa die Ostküste oder eine Großstadt. Entscheiden tut am Ende die Gastfamilie, die dich auswählt. Viele Familien wohnen in Vororten, wo es ohne Auto kaum weitergeht. New York, Los Angeles oder San Francisco sind beliebt, aber dort ist auch die Konkurrenz unter Bewerbern am größten. Wer flexibel bei der Location ist, findet schneller ein Match und oft eine bessere Familie.

Nebenjob? Verboten

Arbeit außerhalb der Gastfamilie ist im Au Pair Programm nicht erlaubt. Kein Babysitten für die Nachbarn gegen Bezahlung, kein Kellnern am Wochenende, kein Online-Job für einen deutschen Arbeitgeber, wenn er als Arbeit in den USA gilt. Wer erwischt wird, riskiert sein Visum und damit das ganze Programm. Was in Deutschland als harmloser Minijob gilt, ist hier ein Verstoß gegen den Visumsstatus.

Krankenversicherung: vorhanden, aber begrenzt

Das Programm schreibt eine Kranken- und Unfallversicherung vor, die meist über die Agentur läuft. Die Leistungen sind aber nicht mit einer deutschen gesetzlichen Krankenversicherung zu vergleichen. Es gibt Selbstbeteiligungen, Ausschlüsse und Höchstgrenzen, Zahnbehandlungen sind oft kaum abgedeckt. Lies die Bedingungen der Versicherung genau. Ob eine Zusatzversicherung für dich sinnvoll ist, klärst du mit der Agentur oder einer Versicherungsberatung. Hintergrund zum System findest du in unserem Artikel zur internationalen Krankenversicherung für die USA.

Welche Vorteile und Nachteile hat ein Au Pair Jahr in den USA?

Das Au Pair Jahr in den USA ist eine der günstigsten Möglichkeiten, ein ganzes Jahr im Ausland zu leben. Gleichzeitig ist es eine der verbindlichsten.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Du lebst mitten in einer amerikanischen Familie statt in einem Hostel, du verbesserst deine Sprache im Alltag, du bekommst Flug, Unterkunft, Verpflegung und Versicherung gestellt und verdienst dazu ein Taschengeld. Die Erfahrung in der Kinderbetreuung macht sich im Lebenslauf gut, besonders wenn du später einen pädagogischen Beruf anstrebst.

Die Nachteile gehören genauso dazu: Du bist von einer einzigen Familie abhängig, sowohl beim Wohnen als auch beim Job. Die Arbeitszeit ist lang, der Ort ist nicht deine Wahl, und Heimweh trifft viele genau dann, wenn in Deutschland Weihnachten ist. Wer sich mit seiner Gastfamilie nicht versteht, hat wenig Ausweichmöglichkeiten außer dem Rematch.

Wie erlebst du den American Way of Life als Au Pair?

Kaum ein Auslandsjahr bringt dich so nah an den amerikanischen Alltag wie das Au Pair Jahr. Du siehst, wie Schule, Sport, Kirche und Nachbarschaft zusammenspielen, und zwar von innen.

Feiertage in der Gastfamilie

Highlights im Jahr sind für die meisten Au Pairs die großen Feste. Halloween mit Kostümen und Trick-or-Treating, Thanksgiving mit dem großen Familienessen, der 4th of July mit Grill und Feuerwerk. Wer zum ersten Mal bei einem Thanksgiving-Dinner sitzt, sollte die Tischregeln kennen, unser Artikel zu den Thanksgiving Traditionen und zur Etikette hilft dabei. Und Halloween erlebst du mit Kindern ganz anders als auf jeder Party.

Kultur zwischen zwei Welten

Gleichzeitig bist du für die Kinder ein Stück Deutschland. Viele Gastfamilien freuen sich, wenn du Adventskalender, Laternenumzug oder deutsche Kinderlieder mitbringst. Wer offen erzählt, wie das Leben zu Hause aussieht, erfüllt genau den Teil des Programms, um den es offiziell geht: Kulturaustausch.

Manche Unterschiede überraschen trotzdem. Kinder werden in den USA viel stärker beaufsichtigt, allein zum Spielplatz oder zur Schule laufen ist in vielen Gegenden unüblich. Was in Deutschland als Selbstständigkeit gilt, kann hier als Vernachlässigung wahrgenommen werden. Halte dich an die Regeln deiner Gasteltern, auch wenn sie dir übervorsichtig vorkommen.

Freunde finden in einem fremden Land

Die Treffen mit dem Local Coordinator, die College-Kurse und Gruppen auf Social Media sind die besten Wege, andere Au Pairs kennenzulernen. Mit Freunden aus der Au Pair Gruppe planst du Wochenendtrips, gehst ins Kino oder erkundest die nächste Großstadt. Viele schließen Freundschaften mit Menschen aus der ganzen Welt, die weit über das Jahr hinaus halten.

Insidertipp

Bevor du ein Match zusagst, frag die Gastfamilie, ob du mit ihrem vorherigen Au Pair sprechen darfst, und tu es dann wirklich. Eine ehemalige Au Pair erzählt dir ehrlicher als jedes Videotelefonat, wie lange die Tage wirklich sind, wie die Kinder drauf sind und ob die Familie Absprachen einhält. Hatte die Familie noch nie ein Au Pair, ist das kein Ausschlussgrund. Dann solltest du aber umso genauer nachfragen, wie sie sich den Alltag vorstellt, und den Wochenplan schriftlich festhalten.

Ein zweiter Tipp für den Start: Lass dir in der ersten Woche zeigen, wo die Notfallnummern, die Versicherungskarten der Kinder und die nächste Notaufnahme sind. Wer das am dritten Tag weiß und nicht erst im Ernstfall sucht, ist deutlich entspannter.

FAQ zum Au Pair in den USA

Wie viel verdient man als Au Pair in Amerika?

Das Mindest-Taschengeld liegt bei 195,75 Dollar pro Woche, Stand Oktober 2026. Im Jahr sind das gut 10.000 Dollar. In Staaten wie Massachusetts, wo der Mindestlohn des Staates angewendet wird, liegt der Betrag deutlich höher. Dazu kommen Unterkunft, Verpflegung und bis zu 500 Dollar für Weiterbildung.

Was kostet ein Jahr Au Pair in den USA?

Für dich als Au Pair sind die Kosten überschaubar: eine mögliche Programmgebühr der deutschen Agentur, die Visumsgebühr und Nebenkosten wie Führungszeugnis und Anreise zum Abflughafen. Flug, Training und Versicherung zahlt in der Regel die Gastfamilie. Für die Gastfamilie kommt mit Agenturgebühr und Taschengeld meist ein Betrag von mehr als 20.000 Dollar im Jahr zusammen.

Wie viel kostet ein Au Pair pro Monat?

Aus Sicht der Gastfamilie macht allein das Taschengeld im Schnitt rund 850 Dollar pro Monat aus, dazu kommen die anteiligen Agenturgebühren und Kosten für Kost und Logis. Für dich als Au Pair hängen die monatlichen Kosten davon ab, wie viel du reist, ausgehst und einkaufst. Feste Ausgaben sind meist nur das Handy und eventuell Kursgebühren über dem Zuschuss.

Was sind die Vor- und Nachteile eines Au Pair Aufenthalts?

Vorteile: Leben in einer amerikanischen Familie, Taschengeld, gestellte Unterkunft und Verpflegung, Sprachpraxis und ein günstiges Auslandsjahr. Nachteile: lange Arbeitszeit von bis zu 45 Stunden pro Woche, keine freie Wahl des Ortes, Abhängigkeit von einer einzigen Familie und Arbeitsverbot außerhalb der Gastfamilie.

Kann ich mein Au Pair Jahr abbrechen?

Ja, du kannst jederzeit nach Hause fliegen. Ob du dann den Rückflug selbst zahlst und ob Gebühren an die Agentur fällig werden, regelt dein Vertrag. Lies diese Klauseln vor der Unterschrift.

Brauche ich das Abi für ein Au Pair Jahr in den USA?

Nein. Ein Schulabschluss der Sekundarstufe reicht. Das Abi ist kein Muss, auch wenn viele Bewerber direkt danach starten.

Ein Au Pair Jahr in den USA ist kein Selbstläufer, aber mit der richtigen Familie eines der eindrücklichsten Jahre, die du erleben kannst. Nimm dir für das Matching mehr Zeit, als dir lieb ist, und frag lieber einmal zu viel nach. Die aktuellen Regeln zu Taschengeld, Stunden und Visum findest du jederzeit auf der Programmseite des Außenministeriums. Ich wünsche dir eine Gastfamilie, bei der du am Ende des Jahres nicht weißt, ob du dich mehr auf zu Hause freust oder auf den nächsten Besuch.

Praktische Rechner für die USAZoll, Fahrenheit, Meilen, Zeitzonen, Benzinpreis und mehr