South Dakota: Hauptstadt, Fakten, Steuern, Mount Rushmore und Leben im Mount Rushmore State
South Dakota hat keine Einkommensteuer auf Staatsebene, zwei Zeitzonen und mit den Black Hills eine der schönsten Landschaften im Westen der USA. Hier steht, was du über den Bundesstaat wissen musst, bevor du hinziehst oder hinreist.

South Dakota ist der Bundesstaat mit Mount Rushmore, den Black Hills und den Badlands. Er gehört außerdem zu den wenigen US-Staaten ohne Einkommensteuer auf Staatsebene. Regierungssitz ist Pierre, eine Kleinstadt mit rund 14.000 Menschen am Missouri River. Die größte Stadt ist Sioux Falls ganz im Osten, mit über 200.000 Menschen gut vierzehnmal so groß.
Wir Deutschen erwarten, dass die Landeshauptstadt auch das Zentrum eines Bundeslandes ist. In South Dakota trifft das nicht zu. Politik wird in der Prärie gemacht, Geld in Sioux Falls verdient, und die Touristen fahren in die Black Hills im Westen. Dazwischen liegen Hunderte Meilen Weizen, Mais und Weideland. Wer hierher zieht oder eine Reise plant, sollte drei Dinge vorher wissen: South Dakota hat zwei Zeitzonen, ein Klima mit Extremen, die man aus Mitteleuropa nicht kennt, und eine Geschichte, die ohne die Lakota nicht zu verstehen ist.
South Dakota im Steckbrief
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Hauptstadt | Pierre, ausgesprochen wie das englische "peer" |
| Größte Stadt | Sioux Falls, über 200.000 Menschen (Census-Schätzung 2024) |
| Einwohner | rund 925.000 (Census-Schätzung 2024) |
| Fläche | 77.116 Quadratmeilen (rund 199.700 km²), Platz 17 der USA |
| Beitritt zur Union | 2. November 1889, als 40. Bundesstaat |
| Spitzname | Mount Rushmore State |
| Zeitzone | Central Time im Osten, Mountain Time im Westen |
| Sales Tax | 4,2 Prozent Staatsanteil, plus örtliche Steuern (Stand November 2026) |
Kurzes Inhaltsverzeichnis: Landschaft und Klima, Zeitzonen, Geschichte und die Lakota, Wirtschaft, Steuern und Lebenshaltung, deutsche Spuren, Mount Rushmore und die übrigen Sehenswürdigkeiten, Insidertipp und FAQ.
Wie sieht die Landschaft in South Dakota aus?
South Dakota liegt im Norden der Great Plains, zwischen North Dakota im Norden und Nebraska im Süden. Der Missouri River teilt den Bundesstaat in zwei Hälften, die hier niemand Ost und West nennt. Man sagt East River und West River, und das ist mehr als Geografie, es ist eine Art Mentalitätsgrenze.
Im Osten liegen flache Prärien, Seen und Felder, landwirtschaftlich geprägt und dichter besiedelt. Westlich des Flusses beginnt Ranchland mit endlosen Ebenen, viel Himmel und spürbarer Abgeschiedenheit. Am westlichen Rand steigen die Black Hills auf, ein bewaldetes Mittelgebirge aus Granit, das wie eine Insel aus den Great Plains ragt. Der Black Elk Peak erreicht dort 7.242 Fuß (2.208 Meter) und ist damit der höchste Berg der USA östlich der Rocky Mountains.
Zum Größenvergleich: South Dakota ist mehr als halb so groß wie Deutschland, hat aber nur etwa ein Prozent unserer Bevölkerung. Das erklärt, warum zwischen zwei Tankstellen gern 60 Meilen (knapp 100 Kilometer) liegen.
Wie ist das Klima in South Dakota?
Extrem kontinental. Der Rekord liegt bei 120 °F (49 °C) im Sommer 1936 und bei minus 58 °F (minus 50 °C) im Winter desselben Jahres. In Spearfish stieg die Temperatur am 22. Januar 1943 innerhalb von zwei Minuten von minus 4 °F auf 45 °F, also von minus 20 auf plus 7 °C, ausgelöst durch einen warmen Fallwind, den Chinook.
Im Alltag heißt das: lange, windige Winter mit Blizzards, bei denen die Interstate 90 auch einmal gesperrt wird. Im Sommer drohen Gewitter, Hagel und im Osten Tornados. Die Black Hills sind im Sommer etwas kühler als die Prärie. Für eine Reise eignen sich Ende Mai bis Anfang Oktober am besten, der September ist mein Favorit, weil es angenehm warm und deutlich leerer ist. Ein Winter-Notfallset im Auto mit Decke, Wasser und Schaufel ist hier keine Übervorsicht, sondern üblich.
Welche Zeitzone gilt in South Dakota?
Zwei. Der Osten mit Sioux Falls und Pierre liegt in der Central Time, also UTC 6 im Winter und UTC 5 während der Daylight Saving Time, der amerikanischen Sommerzeit. Der Westen mit Rapid City und den Black Hills liegt in der Mountain Time, eine Stunde früher. Die Grenze verläuft ungefähr durch die Mitte des Staates.
Für Anrufe nach Hause: Sioux Falls ist Deutschland meist sieben Stunden hinterher, Rapid City acht. In den Wochen, in denen die Sommerzeit in den USA und Europa zu unterschiedlichen Terminen wechselt, verschiebt sich das um eine Stunde. Beim Roadtrip lohnt ein Blick aufs Handy, sonst steht man eine Stunde zu früh vor einem Restaurant, das noch geschlossen hat.
Was sollte man zur Geschichte von South Dakota wissen?
Lange vor den Siedlern lebten hier die Arikara und später die Völker der Oceti Sakowin, der Sieben Ratsfeuer, zu denen Lakota, Dakota und Nakota gehören. 1804 zogen Lewis und Clark den Missouri River hinauf, 1861 entstand das Dakota-Territorium.
Lakota, Black Hills und Wounded Knee
Der Vertrag von Fort Laramie sprach 1868 die Black Hills den Lakota zu. 1874 meldete eine Expedition unter George Custer Gold, Goldsucher strömten herein, und 1877 nahm der Kongress den Lakota das Gebiet ab. 1980 urteilte der Supreme Court, dass dies unrechtmäßig war, und sprach eine Entschädigung zu. Die Lakota haben das Geld nie angenommen, weil sie das Land zurückwollen. Der Betrag liegt inzwischen verzinst bei weit über einer Milliarde Dollar.
Am 29. Dezember 1890 tötete die US-Armee bei Wounded Knee im heutigen Pine-Ridge-Reservat rund 250 bis 300 Lakota, viele davon Frauen und Kinder. Das Ereignis gilt als Ende der bewaffneten Konflikte. 1973 besetzten Aktivisten des American Indian Movement den Ort 71 Tage lang. Wounded Knee ist bis heute eine Gedenkstätte, kein Ausflugsziel für ein schnelles Foto.
Warum gibt es zwei Dakotas?
Das Territorium war riesig, und die Siedlungszentren lagen weit auseinander: im Süden entlang des Missouri, im Norden an der Northern Pacific Railroad. Dazu kam Politik. Zwei Staaten bedeuteten vier Senatoren statt zwei, was der damaligen republikanischen Mehrheit gefiel. Am 2. November 1889 unterschrieb Präsident Benjamin Harrison beide Urkunden und mischte sie vorher, damit niemand weiß, welcher Staat zuerst kam. North Dakota gilt nur wegen des Alphabets als Nummer 39.
Welche Indianer leben in South Dakota heute?
Ureinwohner machen knapp neun Prozent der Bevölkerung aus. Im Bundesstaat liegen neun Stammesnationen, darunter die Oglala Lakota in Pine Ridge, die Sicangu Lakota in Rosebud, Cheyenne River, Standing Rock (teils in North Dakota), Lower Brule, Crow Creek sowie die Yankton, Sisseton-Wahpeton und Flandreau Santee.
Die Reservate haben eigene Regierungen und eigene Gesetze. Unbequem, aber wahr: Mehrere Countys auf Reservatsgebiet gehören zu den ärmsten der USA. Gleichzeitig erlebt die Lakota-Sprache eine Wiederbelebung, und die Kultur ist bei Pow-wows im Sommer öffentlich erlebbar. Fotos bei Zeremonien nur nach ausdrücklicher Erlaubnis. South Dakota feiert seit 1990 im Oktober den Native American Day statt Columbus Day, als erster Bundesstaat überhaupt.
Wovon lebt South Dakota?
Landwirtschaft, Rinderzucht und Tourismus sind die klassischen Säulen. Dazu kommt Gesundheit: Sanford Health und Avera aus Sioux Falls gehören zu den größten Arbeitgebern der Region. Bei Rapid City liegt die Ellsworth Air Force Base.
Der eigentliche Sonderfall ist die Finanzbranche. 1980 schaffte South Dakota die Obergrenzen für Kreditzinsen ab, und Citibank verlegte daraufhin ihr Kreditkartengeschäft nach Sioux Falls. Andere Banken folgten. Wenn auf deiner US-Kreditkarte eine Adresse in South Dakota steht, ist das der Grund. Später kam die Treuhandbranche hinzu, weil das Trust-Recht des Staates als besonders flexibel gilt, was 2021 durch die Pandora Papers auch kritisch beleuchtet wurde.
Die Arbeitslosenquote liegt seit Jahren unter den niedrigsten der USA, meist um zwei Prozent. Die Löhne liegen allerdings unter dem US-Durchschnitt, und außerhalb der beiden großen Städte ist die Auswahl an Fachjobs klein.
Was kostet das Leben in South Dakota und welche Steuern gibt es?
Wohnen ist im US-Vergleich günstig, wobei Sioux Falls durch starkes Wachstum aufholt. Rapid City ist wegen des Tourismus teurer als der Rest des Westens.
South Dakota erhebt keine Einkommensteuer auf Staatsebene und keine allgemeine Körperschaftsteuer. Das klingt für uns zunächst vertraut, weil es in Deutschland auch keine Landes-Einkommensteuer gibt. Der Unterschied: In den meisten US-Staaten kommt eine zweite Steuererklärung dazu, hier nicht. Die Bundessteuer an den IRS zahlst du trotzdem. Ob und wie sich das mit deutschen Einkünften verträgt, gehört in die Hände einer Steuerberatung mit US-Erfahrung.
Die Sales Tax beträgt 4,2 Prozent Staatsanteil (Stand November 2026, die Senkung von 4,5 Prozent gilt befristet), dazu kommen meist bis zu zwei Prozent der Gemeinde. Was Deutsche kalt erwischt: Auch Lebensmittel im Supermarkt sind voll besteuert. Eine Initiative zur Abschaffung scheiterte 2024 an der Urne. Die aktuellen Sätze stehen beim Department of Revenue auf dor.sd.gov.
Zur Mentalität: ländlich, konservativ, kirchennah, sehr hilfsbereit. Man grüßt auf Landstraßen mit erhobenem Finger vom Lenkrad.
Warum melden sich Dauercamper in South Dakota an?
Zehntausende Full-time RVer, also Menschen, die dauerhaft im Wohnmobil leben, haben ihren offiziellen Wohnsitz in South Dakota. Dienstleister in Sioux Falls und Umgebung bieten dafür eine Postadresse mit Weiterleitung. Für den Führerschein reicht der Nachweis einer Übernachtung im Staat im zurückliegenden Jahr, etwa eine Campingplatz-Quittung. Die Gründe sind keine Einkommensteuer, günstige Fahrzeugzulassung und einfache Abläufe.
Nüchtern eingeordnet: Das Wahlrecht für solche Wohnsitze ist politisch umstritten und wurde zuletzt immer wieder diskutiert. Krankenversicherungen über den ACA-Marktplatz haben oft nur Netze in South Dakota, und Gerichte können dich zum Schöffendienst laden. Für Visumsinhaber ändert die Postadresse nichts am Aufenthaltsstatus. Die Regeln stehen beim Department of Public Safety auf dps.sd.gov.
Welche deutschen Spuren gibt es in South Dakota?
Deutsche Vorfahren nennen mehr Menschen als jede andere Herkunft, etwa ein Drittel. Eine besondere Rolle spielen die Russlanddeutschen. Ab den 1870er-Jahren kamen vor allem Schwarzmeerdeutsche aus der heutigen Ukraine und aus Bessarabien in den Norden des Staates, etwa nach Eureka und ins McPherson County. Wolgadeutsche siedelten in kleinerer Zahl ebenfalls hier, ihr Schwerpunkt lag in Kansas und Nebraska.
1874 kamen die ersten Hutterer an, eine täuferische Glaubensgemeinschaft mit Gütergemeinschaft. Die Bon Homme Colony von damals existiert bis heute. South Dakota hat mehr Hutterer-Kolonien als jeder andere US-Bundesstaat, und gesprochen wird dort Hutterisch, ein Dialekt mit Wurzeln in Kärnten und Tirol. Im Ersten Weltkrieg starben zwei verweigernde Hutterer nach Misshandlungen in Militärhaft, danach zogen viele nach Kanada.
Das schönste Erbe steht auf dem Kuchenteller: Kuchen, ein Hefeteig mit Vanillecreme und Obst, ist seit 2000 offizielles State Dessert. In Freeman feiern die Mennoniten mit dem Schmeckfest ein eigenes Essensfest.
Was muss man über Mount Rushmore wissen?
Das Mount Rushmore National Memorial zeigt die Köpfe von vier Präsidenten: George Washington, Thomas Jefferson, Theodore Roosevelt und Abraham Lincoln. Jedes Gesicht ist etwa 60 Fuß (18 Meter) hoch, gehauen in Granit zwischen 1927 und 1941 unter Gutzon Borglum, einem Sohn dänischer Einwanderer. Die Idee kam vom Historiker Doane Robinson, der Touristen in die Black Hills locken wollte. Das hat funktioniert.
Für die Lakota ist der Berg Teil des heiligen Landes, sein alter Name lautet Six Grandfathers. Diese Sicht gehört zur Geschichte von Mount Rushmore dazu und wird im Besucherzentrum inzwischen auch erzählt.
Praktisch: Mount Rushmore liegt rund 23 Meilen (37 Kilometer) von Rapid City entfernt. Das Mount Rushmore National Memorial ist ein Denkmal des National Park Service, aber kein National Park. Eintritt wird nicht erhoben, dafür eine Parkgebühr, die kein Nationalpark-Pass abdeckt. Das Mount Rushmore National Memorial ist im Sommer abends beleuchtet, mit kurzer Zeremonie. In Rapid City stehen an den Straßenecken der Innenstadt lebensgroße Bronzefiguren aller Präsidenten, jede Statue ein beliebtes Fotomotiv. Das alte Nummernschild-Motto "Great Faces. Great Places." kennst du danach auswendig.
Welche Sehenswürdigkeiten in South Dakota lohnen sich außerdem?
Black Hills, Custer State Park und Wind Cave
Der Custer State Park ist eines der Highlights im Westen. Rund 1.300 Bisons leben hier, und beim Buffalo Roundup Ende September treiben Reiter die Herde zusammen. Die Needle Highway führt durch enge Tunnel zwischen Felsformationen, der Wildlife Loop durch offene Prärie. Wichtig: Der Custer State Park verlangt eine eigene State Park Lizenz, die Bundespässe der Nationalparks gelten hier nicht.
Direkt südlich liegt der Wind Cave National Park, 1903 als einer der ersten Nationalparks der USA gegründet. Die Wind Cave ist berühmt für ihre wabenartige Gesteinsstruktur, Boxwork genannt. Höhlent ouren führen mit Rangern unter die Erde. Sie kosten extra und sind im Sommer schnell ausgebucht, ein Teil der Tickets lässt sich vorab über recreation.gov reservieren. Oben auf dem Gelände grasen Bisons und Präriehunde, der Eintritt in den Park selbst ist frei. Wenige Meilen westlich liegt das Jewel Cave National Monument mit einem der längsten Höhlensysteme der Welt.
Die Black Hills selbst bieten Outdoor Abenteuer für jede Kondition: Wandern zum Black Elk Peak, Radfahren auf dem George S. Mickelson Trail, einer ehemaligen Bahntrasse von 109 Meilen (175 Kilometer) Länge, oder die Fahrt durch den Spearfish Canyon mit seinen Wasserfällen. Die Natur ist hier dichter und grüner, als man es mitten in der Prärie erwartet.
Badlands National Park
Rund 75 Meilen (120 Kilometer) östlich von Rapid City liegt der Badlands National Park. Erosion hat hier Felsformationen in Ocker, Rosa und Grau freigelegt, die bei tiefstehender Sonne ihre größte Schönheit zeigen. Für Fotos sind Sonnenauf- und Sonnenuntergang die beste Zeit. Der Badlands Nationalpark ist außerdem eine der reichsten Fossilienfundstätten der USA, im Besucherzentrum lässt sich Paläontologen bei der Arbeit zusehen.
Die Badlands Loop Road, der Highway 240, führt in rund einer Stunde Fahrzeit durch den Badlands Nationalpark, mit Aussichtspunkten alle paar Meilen. Unterschätzt wird die Hitze: Im Sommer klettert das Thermometer über 100 °F (38 °C), Schatten gibt es keinen. Nimm mehr Wasser mit, als du glaubst, und bleib auf den Wegen, denn in der Gegend leben Klapperschlangen. Der America the Beautiful Pass, der Jahrespass für alle Nationalparks, gilt hier. Die aktuelle Gebühr pro Fahrzeug steht auf nps.gov.
Gleich am Nordrand liegt Wall mit Wall Drug, einem Drugstore, der seit den 1930er-Jahren mit kostenlosem Eiswasser Kundschaft anlockt und dessen Werbeschilder dich schon Hunderte Meilen vorher begleiten. Kitsch, aber ein Stück amerikanische Kultur.
Crazy Horse Memorial
Das Crazy Horse Memorial liegt nur 17 Meilen (27 Kilometer) von Mount Rushmore entfernt. Der Bildhauer Korczak Ziolkowski begann 1948 auf Einladung des Lakota-Häuptlings Henry Standing Bear, den Lakota-Anführer Crazy Horse zu Pferd aus dem Berg zu sprengen. Fertig ist bisher nur das Gesicht, 87 Fuß (27 Meter) hoch und 1998 enthüllt. Damit ist das Gesicht deutlich größer als die Köpfe der Präsidenten nebenan.
Das Crazy Horse Memorial wird ohne staatliche Gelder gebaut und von Ziolkowskis Familie und einer Stiftung geführt, ein Ende ist nicht absehbar. Unter den Lakota ist das Projekt umstritten: Manche sehen darin eine Ehrung, andere eine weitere Verletzung heiliger Berge. Das Besucherzentrum mit dem Indian Museum of North America lohnt sich trotzdem, weil es Kultur und Geschichte der Ureinwohner ausführlicher zeigt als die meisten anderen Orte in der Region.
Deadwood und die Sturgis Motorcycle Rally
Deadwood ist der Ort, an dem der Mythos des Wilden Westens noch spürbar ist. Die Goldgräberstadt entstand 1876, im selben Jahr wurde Wild Bill Hickok hier beim Pokern erschossen. Er liegt neben Calamity Jane auf dem Mount Moriah Cemetery. Seit 1989 ist Glücksspiel in Deadwood legal, die Casinos finanzieren den Erhalt der historischen Häuser, die gesamte Altstadt trägt den Titel National Historic Landmark.
Nur eine halbe Stunde entfernt liegt Sturgis. Die Sturgis Motorcycle Rally findet seit 1938 jedes Jahr Anfang August statt, zehn Tage lang, mit mehreren Hunderttausend Bikern aus aller Welt. Für Motorradfans ist das der Höhepunkt des Jahres. Für alle anderen gilt: In dieser Zeit sind Unterkünfte in den gesamten Black Hills ausgebucht und deutlich teurer, die Straßen voll und laut. Wer Ruhe sucht, plant seine Reise um die Rally herum. Die genauen Termine und weitere Events stehen bei Travel South Dakota, dem offiziellen Tourismusbüro, auf travelsouthdakota.com.
Was liegt im Osten von South Dakota?
Im Osten sind die Ziele kleiner, aber eigen. In Sioux Falls stürzt der Big Sioux River im Falls Park über rosa Quarzit, mitten in der Stadt. In Mitchell steht der Corn Palace, eine Halle, deren Fassade jedes Jahr neu mit Maiskolben gestaltet wird. Und in De Smet lebte Laura Ingalls Wilder, deren Bücher in Deutschland als "Unsere kleine Farm" bekannt wurden.
Insidertipp: So planst du deinen Roadtrip durch South Dakota
Wir Deutschen unterschätzen Entfernungen in den USA fast immer, und South Dakota ist dafür ein Paradebeispiel. Von Sioux Falls nach Rapid City sind es auf der Interstate 90 rund 350 Meilen (560 Kilometer), also gut fünf Stunden reine Fahrt, ohne viel dazwischen. Ein Blick auf die Karte täuscht, weil die Strecke so gerade aussieht.
Mein Rat: Flieg nach Rapid City statt nach Sioux Falls, wenn dich vor allem Mount Rushmore, die Black Hills und die Nationalparks interessieren. Nimm dir mindestens vier Tage für den Westen. Diese Reihenfolge hat sich bewährt, weil sie Fahrtzeiten und Lichtverhältnisse zusammenbringt:
- Tag 1: Badlands National Park am Nachmittag, Sonnenuntergang an der Loop Road
- Tag 2: Custer State Park mit Wildlife Loop am frühen Morgen, wenn die Bisons aktiv sind, danach Needles Highway
- Tag 3: Wind Cave mit Höhlentour, am Nachmittag Crazy Horse Memorial, abends Mount Rushmore mit Beleuchtung
- Tag 4: Spearfish Canyon und Deadwood
Tanke bei halbvollem Tank, außerhalb der Städte gibt es teils lange keine Tankstelle und keinen Handyempfang. Lade Offline-Karten herunter, bevor du losfährst. Und halte Abstand zu den Bisons: Sie wirken träge, werden aber bis zu 35 Meilen pro Stunde (56 km/h) schnell und verletzen jedes Jahr Besucher, die für Fotos zu nah herangehen. Kein Reiseführer betont das genug.
Unterkunft buchst du für Juni bis August früh, besonders rund um die Rally. Die Lodges im Custer State Park sind oft Monate vorher voll. Diese Tipps machen aus der Vielzahl an Highlights eine Reise, die nicht im Auto stattfindet.
FAQ zu South Dakota
Was ist die Hauptstadt von South Dakota?
Die South Dakota Hauptstadt ist Pierre, mit rund 14.000 Menschen eine der kleinsten Hauptstädte der USA. Sie liegt zentral am Missouri River, was 1889 bei der Wahl den Ausschlag gab. Die größte Stadt ist Sioux Falls.
Wie spricht man Pierre aus?
Nicht französisch. Die Einheimischen sagen "Pier", wie das englische Wort für Steg. Wer "Pjäär" sagt, wird sofort als Tourist erkannt, freundlich korrigiert wird man trotzdem.
Was ist besonders an South Dakota?
Die Vielfalt auf engem Raum im Westen: Mount Rushmore, Crazy Horse, zwei Nationalparks und ein großer State Park liegen in den Black Hills und Badlands keine zwei Autostunden auseinander. Dazu kommen die Lakota-Kultur, die Geschichte des Wilden Westens in Deadwood, keine Einkommensteuer auf Staatsebene und eine Abgeschiedenheit, in der der Himmel nachts noch richtig dunkel ist.
Was unterscheidet South Dakota und North Dakota?
Beide teilen sich die Great Plains, die Weite und das harte Klima. South Dakota lebt stärker vom Tourismus und der Finanzbranche, North Dakota von Öl und Landwirtschaft. North Dakota erhebt eine niedrige Einkommensteuer, South Dakota gar keine. Und der Süden hat mit den Black Hills die bekannteren Landschaften und Monumente.
Wie hoch ist die Sales Tax in South Dakota?
Der Staatsanteil liegt bei 4,2 Prozent (Stand November 2026), dazu kommt die Steuer der Gemeinde, meist bis zu zwei Prozent. Lebensmittel sind nicht ausgenommen. Für Fragen im Einzelfall ist das Department of Revenue zuständig.
Welche Indianer leben in South Dakota?
Vor allem Lakota, Dakota und Nakota, die zur Großen Sioux-Nation gehören. Neun Stammesnationen haben hier ihr Gebiet, die größten Reservate sind Pine Ridge und Rosebud.
Wann ist die beste Reisezeit für South Dakota?
Für die Black Hills und den Westen Ende Mai bis Anfang Oktober. Der Sommer bringt die meisten Outdoor Aktivitäten, aber auch Hitze und Andrang. Im September sind die Temperaturen angenehm, die Ferien vorbei, und der Buffalo Roundup im Custer State Park liegt in dieser Zeit.
Wer nach South Dakota kommt, findet einen Staat, der sich nicht aufdrängt und gerade deshalb hängen bleibt. Fahr nicht nur zu den vier Präsidenten, sondern nimm dir Zeit für die Prärie, die Geschichte der Lakota und die Kuchen in den kleinen Bäckereien im Norden. Und wenn dir jemand auf einer leeren Landstraße mit einem Finger vom Lenkrad zuwinkt, winkst du einfach zurück. Gute Reise in den Westen.