Pancakes amerikanisch: So gelingen fluffige American Pancakes
Amerikanische Pancakes brauchen Backpulver, Buttermilch und einen Teig, der kaum gerührt wird. Hier stehen das Rezept, die Geschichte vom Johnnycake bis IHOP und der Unterschied zwischen Maple Syrup und Pancake Syrup.

Pancakes amerikanisch zu backen heißt vor allem, den Teig kaum anzurühren. Backpulver und Buttermilch bringen die Luft hinein, ein paar Klümpchen bleiben drin, und nach zehn Minuten Ruhe kommt der Teig in eine mittelheiße Pfanne. Gewendet wird, sobald an der Oberfläche Bläschen aufsteigen. Aus wenigen Grundzutaten werden so fluffige American Pancakes, fingerdick und weich wie ein kleiner Kuchen.
Für uns Deutsche ist genau das ungewohnt. Unser Pfannkuchen ist flach und eierreich, und wir haben gelernt, den Teig glatt zu rühren, damit keine Mehlnester bleiben. Wer dieses Rezept im Kopf hat, bekommt in den USA zähe Fladen statt eines luftigen Stapels. Dazu kommt das Kleingedruckte im Supermarkt: Der Sirup neben dem Pancake Mix ist oft gar kein Ahornsirup, und Mehl Type 405 sucht man im Regal vergeblich.
Was sind American Pancakes?
American Pancakes sind kleine, dicke Pfannkuchen mit etwa 10 bis 12 Zentimetern Durchmesser (rund 4 Inches), die durch Backpulver und oft zusätzlich Natron aufgehen. Gebacken werden sie in der Pfanne oder auf der Griddle, der flachen Grillplatte, die in jedem Diner steht. Serviert werden sie als Stapel, mit einem Stück Butter obendrauf und Sirup darüber.
In den USA gehören Pancakes zum Frühstück, nicht zum Dessert. Wo wir Pfannkuchen gern mittags mit Apfelmus essen, sind amerikanische Pancakes ein Morgenessen und am Wochenende das typische Sonntagsfrühstück oder der Mittelpunkt vom Sonntagsbrunch. Auf der Karte heißen sie je nach Region auch Hotcakes, Flapjacks oder Griddle Cakes.
Woher kommen amerikanische Pancakes?
Hoecakes und Johnnycakes aus der Kolonialzeit
Die Vorläufer waren keine Pfannkuchen aus Weizenmehl, sondern Fladen aus Maismehl. Die Siedler übernahmen sie von den Native Americans, die gemahlenen Mais mit Wasser und Salz zu flachen Kuchen buken. In Rhode Island und Neuengland heißen sie bis heute Johnnycakes, woher der Name stammt, ist ungeklärt. Im Süden hießen ähnliche Fladen Hoecakes, der Legende nach, weil sie auf dem Blatt einer Feldhacke über dem Feuer gebacken wurden. Fluffig war daran nichts.
Backpulver, Aunt Jemima und die Pearl Milling Company
Die Luft kam im 19. Jahrhundert. Zuerst halfen Pottasche und Natron, ab der Mitte des Jahrhunderts dann fertiges Backpulver, das in den USA unter anderem der Chemiker Eben Horsford entwickelte. Damit gingen Teige aus Weizenmehl zuverlässig auf, ohne Hefe und ohne Wartezeit.
1889 brachten zwei Unternehmer in St. Joseph, Missouri, die erste fertige Pancake-Mischung auf den Markt und nannten sie Aunt Jemima. Die Figur stammte aus einem Minstrel-Song und bediente das rassistische Klischee der schwarzen Haussklavin aus dem Süden. Trotzdem war sie über ein Jahrhundert lang der bekannteste Name auf amerikanischen Frühstückstischen. Nach den Protesten im Sommer 2020 kündigte der Mutterkonzern Quaker Oats die Umbenennung an, seit 2021 heißt die Marke Pearl Milling Company, nach der Mühle, in der die Mischung einst entstand.
Diner, IHOP und der Short Stack
Groß wurden Pancakes in den Diners, den einfachen Restaurants mit Tresen und Sitznischen, die Frühstück oft den ganzen Tag servieren. 1958 eröffnete in Kalifornien das erste International House of Pancakes, heute als IHOP eine der größten Frühstücksketten des Landes. Bestellt wird nach Stapelhöhe: Ein Short Stack hat meist zwei bis drei Pancakes, ein Full Stack drei bis fünf, je nach Lokal.
Mein Rat für den ersten Besuch: nimm den Short Stack. Die Portionen sind größer, als das Foto auf der Karte vermuten lässt, und am Tisch kommen 18 bis 20 Prozent Trinkgeld obendrauf. Ein gutes Diner findest du eher über die Bewertungen auf Google Maps oder Yelp als über die Schilder an der Autobahnausfahrt. Ein Laden mit vielen Sternen und Fotos von hohen Stapeln schlägt die Kette meistens.
Was unterscheidet American Pancakes von deutschen Pfannkuchen?
Der Kern liegt im Triebmittel. Deutscher Pfannkuchenteig lebt von Eiern und Milch und wird dünn ausgebacken. Amerikanische Pancakes bekommen Backpulver und Natron, und die Säure der Buttermilch reagiert mit dem Natron. Das gibt zusätzliche Bläschen und den leicht säuerlichen Geschmack, den Amerikaner mit einem guten Pancake verbinden.
| American Pancakes | Deutsche Pfannkuchen | Crêpes | |
|---|---|---|---|
| Dicke | etwa 1 cm, luftig | 2 bis 4 mm | unter 2 mm |
| Triebmittel | Backpulver, oft Natron | meist keins, manchmal Mineralwasser oder Eischnee | keins |
| Flüssigkeit | Buttermilch oder Milch | Milch | Milch, oft mit Wasser |
| Zucker im Teig | 1 bis 2 EL | wenig oder keiner | wenig |
| Größe | 10 bis 12 cm | ganze Pfanne | ganze Pfanne |
| Servierart | Stapel als Short Stack oder Full Stack, Butter und Sirup | einzeln, gerollt oder gefaltet, süß oder herzhaft | gefaltet oder gefüllt |
| Tageszeit | Frühstück, Brunch | Mittag- oder Abendessen | Dessert, Snack |
Wie macht man American Pancakes? Das Rezept für 12 Stück
Dieses Original-Rezept ist bewusst schlicht gehalten, denn amerikanische Pancakes brauchen keine Tricks, nur die richtige Technik.
- Zubereitungszeit: 10 Min.
- Ruhezeit: 10 Min.
- Kochzeit: etwa 20 Min.
- Gesamtzeit: etwa 40 Min.
- Portionen: 12 Stück, reicht für 3 bis 4 Personen
- Schwierigkeit: einfach
Zutaten und Utensilien für fluffige Pancakes
- 250 g Weizenmehl Type 405, in den USA 2 Cups All-Purpose Flour
- 2 EL Zucker
- 2 TL Backpulver
- ½ TL Natron, auf Englisch Baking Soda
- ½ TL Salz
- 2 Eier
- 350 ml Buttermilch, das sind knapp 1½ Cups, oder Milch mit 1½ EL Zitronensaft
- 50 g geschmolzene Butter, etwa 3½ Tablespoons
- etwas Sonnenblumenöl oder anderes neutrales Speiseöl für die Pfanne
Als Utensilien brauchst du zwei Schüsseln, einen Schneebesen, eine Gabel, eine beschichtete Pfanne oder Gusseisenpfanne, einen Pfannenwender und eine kleine Kelle oder einen Messbecher.
Type 405 gibt es in den USA nicht. All-Purpose Flour hat etwas mehr Eiweiß, funktioniert für dieses Rezept aber genauso. Finger weg von Self-Rising Flour: Darin stecken schon Backpulver und Salz, zusammen mit den Zutaten aus dem Rezept schmeckt der Teig seifig. Ein amerikanischer Tablespoon fasst rund 15 ml und entspricht damit praktisch unserem Esslöffel.
Schritt 1 bis 5: So backst du die Pancakes
- Schritt 1: Hast du keine Buttermilch, rühre den Zitronensaft in die Milch und lass sie 5 Min. stehen, bis sie leicht dicklich wird. Die Butter schmelzen und etwas abkühlen lassen.
- Schritt 2: Mehl, Zucker, Backpulver, Natron und Salz in einer großen Schüssel mischen.
- Schritt 3: Eier, Buttermilch und Butter in der zweiten Schüssel verquirlen.
- Schritt 4: Die flüssigen Zutaten zu den trockenen geben und mit der Gabel nur 10 bis 15 Sekunden zusammenrühren, bis kein trockenes Mehl mehr zu sehen ist. Kleine Klümpchen sind ausdrücklich erwünscht – sie sorgen dafür, dass die Pancakes luftig bleiben.
- Schritt 5: Den Teig 10 Minuten ruhen lassen. Eine beschichtete Pfanne bei mittlerer Hitze leicht mit Butter auspinseln, pro Pancake etwa eine Viertel Tasse (ca. 60 ml) Teig hineingeben und backen, bis an der Oberfläche Bläschen aufsteigen und der Rand matt wird. Dann einmal wenden und weitere 1 bis 2 Minuten goldbraun backen.
Fertige Pancakes hältst du im Ofen bei 90 °C auf einem Gitter warm, bis der ganze Stapel fertig ist. Übereinandergelegt auf einem Teller werden sie durch den Dampf schnell weich.
Die häufigsten Fehler bei amerikanischen Pancakes
- Zu viel gerührt: Glatter Teig entwickelt Gluten, die Pancakes werden zäh und flach. Lieber kurz rühren und Klümpchen akzeptieren.
- Pfanne zu heiß: Außen dunkel, innen roh. Mittlere Hitze ist richtig – der erste Pancake ist dein Testlauf.
- Zu früh gewendet: Warte, bis die Bläschen platzen und kleine Löcher bleiben. Vorher ist die Unterseite noch nicht fest.
- Plattgedrückt: Nach dem Wenden nie mit dem Pfannenwender auf den Pancake drücken, sonst entweicht die Luft.
- Altes Backpulver: Ein offenes Päckchen verliert mit der Zeit Triebkraft. Im Zweifel ein frisches nehmen.
Toppings: So isst man Pancakes in den USA
Der Klassiker ist ein Stück Butter obendrauf und reichlich Sirup. Dazu kommen je nach Region und Diner Blaubeeren, Bananenscheiben, Schokostückchen (Chocolate Chip Pancakes) oder Schlagsahne. Herzhaft geht es auch: Zu einem typischen amerikanischen Frühstück gehören Pancakes neben Bacon, Rührei und Würstchen auf denselben Teller – der Sirup darf ruhig auch den Bacon erreichen.
Echter Ahornsirup oder Pancake Syrup?
Im US-Supermarkt steht neben dem Pancake Mix meist ein günstiger „Pancake Syrup" oder „Table Syrup". Das ist überwiegend Maissirup mit Aroma und Farbstoff, kein Ahornsirup. Echter Sirup trägt die Aufschrift „100% Pure Maple Syrup" und ist deutlich teurer. Seit der Umstellung der Güteklassen heißt der kräftige, dunkle Sirup „Grade A Dark Color, Robust Taste" – genau der passt besonders gut zu Pancakes.
Insidertipp
Mach dir in den USA das Leben leicht: Buttermilch gibt es in jedem Supermarkt im Kühlregal, meist im Quart-Karton (knapp ein Liter). Was übrig bleibt, kannst du portionsweise einfrieren. Und wenn du Gäste hast, rühre die trockenen Zutaten schon am Vorabend an – morgens kommen nur noch Eier, Buttermilch und Butter dazu, und die Pancakes sind in einer Viertelstunde auf dem Tisch.
FAQ zu American Pancakes
Warum werden meine Pancakes nicht fluffig?
Meist wurde der Teig zu lange gerührt, das Backpulver ist zu alt oder der Teig hat nicht geruht. Auch eine zu heiße Pfanne verhindert, dass die Pancakes gleichmäßig aufgehen.
Kann ich Pancakes ohne Buttermilch machen?
Ja. Rühre 1½ EL Zitronensaft oder Essig in 350 ml Milch und lass sie 5 Minuten stehen. Die Säure reagiert genauso mit dem Natron wie Buttermilch.
Kann ich den Teig über Nacht stehen lassen?
Besser nicht: Backpulver und Natron verlieren über Nacht ihre Wirkung. Bereite lieber die trockenen und die flüssigen Zutaten getrennt vor und mische sie erst kurz vor dem Backen.
Lassen sich Pancakes einfrieren?
Sehr gut. Die abgekühlten Pancakes mit Backpapier dazwischen einfrieren und später im Toaster oder bei 180 °C im Ofen aufbacken.
Was ist ein Short Stack?
So heißt im Diner eine kleine Portion von meist zwei bis drei Pancakes. Ein Full Stack hat drei bis fünf Stück – je nach Lokal.