New Jersey: Hauptstadt, Fakten, Steuern und Leben im Garden State
Die Hauptstadt von New Jersey ist Trenton, die größte Stadt ist Newark. Hier erfährst du, wie es sich im dichtest besiedelten Bundesstaat der USA lebt, was Steuern und Wohnen kosten und warum du an der Tankstelle sitzen bleibst.

Die Hauptstadt von New Jersey ist Trenton, eine eher kleine Stadt am Delaware River. Die größte Stadt ist Newark, gefolgt von Jersey City direkt gegenüber von Manhattan. Wer New Jersey nur als den Staat zwischen Flughafen und New York City kennt, unterschätzt ihn. Hier wohnen mehr Menschen pro Quadratmeile als in jedem anderen Bundesstaat der USA, und ein großer Teil von ihnen pendelt täglich nach New York oder Philadelphia.
Für uns Deutsche ist New Jersey gleichzeitig vertraut und überraschend. Vertraut, weil vieles an ein dicht besiedeltes deutsches Bundesland erinnert: Pendlerzüge, Kleinstädte mit eigener Verwaltung, kurze Wege. Überraschend, weil du an der Tankstelle nicht selbst tanken darfst und die Grundsteuer für ein Einfamilienhaus schnell so hoch ist wie eine deutsche Jahresmiete.
Was ist die Hauptstadt von New Jersey? Der Steckbrief
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Hauptstadt | Trenton |
| Größte Stadt | Newark (311.549 Einwohner, Zensus 2020) |
| Zweitgrößte Stadt | Jersey City (292.449 Einwohner, Zensus 2020) |
| Einwohner | 9.288.994 (Zensus 2020), laut Schätzung des Census Bureau inzwischen rund 9,5 Millionen (Stand 2024) |
| Fläche | rund 8.700 Quadratmeilen (etwa 22.600 km²), etwa so groß wie Hessen |
| Beitritt zur Union | 18. Dezember 1787, als dritter Staat |
| Spitzname | The Garden State |
| Zeitzone | Eastern Time, UTC−5, im Sommer UTC−4 |
| Postleitzahl | beginnt mit 07 oder 08 |
Zum Vergleich: In Deutschland leben im Schnitt rund 235 Menschen pro Quadratkilometer, in New Jersey sind es laut Zensus 2020 knapp 490. Der Staat ist also doppelt so dicht besiedelt wie Deutschland.
Wo liegt New Jersey und wie ist das Klima?
Zwischen Hudson River und Delaware River
Ein Blick auf die Karte erklärt fast alles. Im Norden und Nordosten grenzt New Jersey an den Staat New York, im Osten trennt der Hudson River es von Manhattan. Im Westen bildet der Delaware River die Grenze zu Pennsylvania, im Südwesten liegt jenseits der Delaware Bay der Staat Delaware. Den ganzen Osten und Süden säumt der Atlantische Ozean.
Die Landschaft ist abwechslungsreicher, als es die Autobahnbilder vermuten lassen. Im Nordwesten verläuft der Appalachian Trail über den Kittatinny-Kamm, der höchste Punkt des Staates liegt im High Point State Park auf 1.803 Fuß (550 Meter). In der Mitte und im Süden erstrecken sich die Pine Barrens, ein riesiges, kaum besiedeltes Kiefernwaldgebiet. Die Küste am Atlantik ist gut 130 Meilen (rund 210 km) lang und fast durchgehend Sandstrand.
Welches Wetter erwartet dich?
Die Sommer sind heiß und schwül. Im Juli liegen die Höchstwerte meist um 85 °F (29 °C), an der Küste etwas darunter. Im Winter sinken die Nächte regelmäßig unter 32 °F (0 °C), Schnee ist im Norden normal, im Süden seltener.
Unterschätzt werden die Stürme. Nor'easters, also Winterstürme aus Nordosten, bringen an der Küste Sturmflut und im Landesinneren viel Schnee. Hurrikan Sandy hat 2012 große Teile der Jersey Shore verwüstet. Wer ein Haus in Küstennähe mietet oder kauft, sollte vorab klären, ob es in einer Hochwasserzone liegt, weil die Flood Insurance, die Hochwasserversicherung, in normalen Hausversicherungen nicht enthalten ist.
Was prägt die Geschichte des Garden State?
Vor den Europäern lebten hier die Lenape. Im 17. Jahrhundert gehörte das Gebiet zur niederländischen Kolonie Neu-Niederlande, 1664 übernahmen die Engländer und benannten es nach der Kanalinsel Jersey. Als Mitglied der ursprünglichen 13 Kolonien war New Jersey Schauplatz zentraler Schlachten der Revolution: In der Weihnachtsnacht 1776 überquerte George Washington den Delaware River und schlug die hessischen Truppen in Trenton. Ja, die Gegner waren Deutsche, Söldner aus Hessen-Kassel im Dienst der britischen Krone.
Im 19. Jahrhundert wurde New Jersey zum Industriestaat. Thomas Edison richtete 1876 sein Labor in Menlo Park ein, Paterson wurde zur Seidenstadt, Newark zum Industriezentrum. Diese Geschichte erklärt bis heute das Bild vieler Städte am Hudson: alte Fabrikgebäude, die heute Lofts sind.
Warum heißt New Jersey the Garden State?
Der Spitzname geht auf das 19. Jahrhundert zurück, als die Farmen im Süden des Staates die Großstädte New York und Philadelphia mit Gemüse und Obst versorgten. Blaubeeren, Tomaten und Mais aus New Jersey sind bis heute bekannt. Seit den 1950er-Jahren steht "Garden State" auf den Nummernschildern. Und der Garden State Parkway, die zweite große Nord-Süd-Achse, trägt den Namen ebenfalls.
Wovon lebt New Jersey?
Pharma, Chemie und Häfen
New Jersey nennt sich gern "Medicine Chest of the World". Johnson & Johnson sitzt in New Brunswick, Merck in Rahway, dazu kommen Dutzende weitere Pharma- und Chemieunternehmen. Für Fachkräfte aus der deutschen Pharma- und Chemiebranche ist der Staat deshalb einer der naheliegendsten Standorte in den USA.
Der zweite große Pfeiler ist Logistik. Port Newark und der Elizabeth Marine Terminal bilden den Kern des Hafens von New York und New Jersey, des größten Containerhafens an der Ostküste. Rund um den Hafen und entlang des Turnpike reihen sich Lagerhallen und Verteilzentren. Dazu kommt der Newark Liberty International Airport, für viele Deutsche der erste Kontakt mit der Region, weil hier zahlreiche Direktflüge aus Frankfurt und München landen.
Und dann ist da Princeton University, gegründet 1746 und Teil der Ivy League. Albert Einstein forschte nebenan am Institute for Advanced Study. Die Universitätsstadt hat einen ganz eigenen, ruhigen Charakter.
Pendeln nach New York City und Philadelphia
Ein großer Teil der New Jerseyans arbeitet nicht im eigenen Staat. New Jersey liegt genau im Ballungsraum zwischen New York City und Philadelphia, und die Amtrak-Strecke zwischen Washington und Boston läuft quer hindurch. NJ Transit fährt in die Penn Station in Manhattan, der PATH-Zug verbindet Hoboken, Jersey City und Newark mit Lower Manhattan und Midtown. Der Süden um Camden orientiert sich dagegen nach Philadelphia, das von Trenton nur rund 30 Meilen (knapp 50 km) entfernt liegt.
Wie lebt es sich in New Jersey?
Ist New Jersey günstiger als New York City?
Meist ja, aber nicht überall. Hoboken und die Uferviertel von Jersey City liegen bei den Mieten nahe an Manhattan, weil sie mit dem PATH-Zug nur Minuten entfernt sind. Wer etwas weiter ins Landesinnere zieht, findet deutlich günstigere Angebote, zahlt aber mit Pendelzeit.
Ein Kostenpunkt fällt in New Jersey grundsätzlich weg: New York City erhebt zusätzlich zur Staatssteuer eine eigene städtische Einkommensteuer, New Jersey kennt so etwas für Privatpersonen nicht. Wer allerdings in New Jersey wohnt und in New York arbeitet, hat mit beiden Staaten zu tun. Wie das im Einzelfall verrechnet wird, klärst du mit einem Steuerberater, der beide Staaten kennt.
Welche Steuern fallen auf Staatsebene an?
New Jersey hat eine progressive Einkommensteuer mit Sätzen zwischen 1,4 und 10,75 Prozent (Stand 2026), der Spitzensatz greift ab einer Million Dollar Einkommen. Die Sales Tax, also die Umsatzsteuer, die an der Kasse aufgeschlagen wird, beträgt 6,625 Prozent. Anders als in Deutschland, wo auf fast alles Mehrwertsteuer im Preis steckt, sind in New Jersey die meisten Lebensmittel und die meiste Kleidung von der Sales Tax befreit.
Das Unbequeme ist die Property Tax, die Grundsteuer. New Jersey hat die höchsten Grundsteuern der USA, die durchschnittliche Rechnung pro Haus liegt laut Landesregierung bei rund 10.000 Dollar im Jahr. Weil jede der über 500 Gemeinden eigene Sätze festlegt, kann dasselbe Haus zwei Orte weiter deutlich mehr oder weniger kosten. Auch Mieter zahlen indirekt mit.
Außerdem verlangt New Jersey seit 2019, dass Einwohner krankenversichert sind, sonst wird über die Steuererklärung eine Strafzahlung fällig. Die offiziellen Sätze und Regeln findest du bei der Steuerbehörde unter nj.gov/treasury/taxation, sie ändern sich regelmäßig.
Tanken: Warum bleibst du im Auto sitzen?
New Jersey ist der einzige Bundesstaat, in dem Selbsttanken komplett verboten ist, und zwar seit 1949. Du fährst an die Zapfsäule, bleibst sitzen und sagst dem Tankwart "Fill it up, regular, please". Er tankt, du zahlst bei ihm. Achte auf die Anzeige an der Säule, viele Stationen haben unterschiedliche Preise für Bargeld und Karte. Trinkgeld wird nicht erwartet.
Was ist der Jersey Turnpike?
Der New Jersey Turnpike ist die mautpflichtige Hauptautobahn, rund 120 Meilen (knapp 200 km) lang, von der Delaware Memorial Bridge im Süden bis zur George Washington Bridge im Norden. Auf einem Teil der Strecke sind Pkw und Lkw auf getrennten Fahrbahnen unterwegs. Die Maut wird nach Strecke berechnet, mit E-ZPass, dem elektronischen Mautgerät, zahlst du weniger als mit der Rechnung per Post.
Welche Mentalität hat New Jersey?
Die New Jerseyans gelten als direkt, schnell und wenig zimperlich, was uns Deutschen oft entgegenkommt. Die Bevölkerung ist extrem vielfältig, rund ein Drittel spricht zu Hause eine andere Sprache als Englisch, vor allem Spanisch, aber auch viele asiatische Sprachen. Mit diesem Mix kommen auch Diner, Bagels und der ewige Streit, ob das Frühstücksfleisch Pork Roll oder Taylor Ham heißt.
Wo findest du deutsche Spuren in New Jersey?
Hoboken war im 19. Jahrhundert stark deutsch geprägt. Die Hamburg-Amerika Linie und der Norddeutsche Lloyd hatten hier ihre Piers, Tausende Auswanderer kamen über Hoboken ins Land. Beim Pierbrand von 1900 starben Hunderte Menschen. Im Ersten Weltkrieg wurden die deutschen Anlagen beschlagnahmt.
Im Süden gründeten deutsche Einwanderer in den 1850er-Jahren Egg Harbor City und legten dort Weinberge an. Die bekannteste deutsche Spur liegt aber in Lakehurst: Am 6. Mai 1937 ging dort das Luftschiff Hindenburg in Flammen auf, 36 Menschen starben. Das Gelände ist heute Teil einer Militärbasis, Führungen durch den historischen Hangar gibt es nur nach Voranmeldung.
Auch die Wirtschaft ist deutsch geprägt. BASF hat seine Nordamerika-Zentrale in Florham Park, Bayer seine US-Zentrale in Whippany, BMW of North America sitzt in Woodcliff Lake.
Was lohnt sich in New Jersey zu sehen?
Liberty State Park und Jersey City
Der Liberty State Park in Jersey City bietet einen der besten Blicke auf die Freiheitsstatue und die Skyline von Manhattan. Von hier legen Fähren nach Ellis Island und Liberty Island ab. Ellis Island liegt übrigens zum größten Teil auf dem Gebiet von New Jersey, so hat es der Supreme Court 1998 entschieden.
Strände, Atlantic City und Cape May
Die Jersey Shore ist das Naherholungsgebiet der Region. Atlantic City ist für Casinos und den ersten Boardwalk der USA bekannt, die Strände davor sind kostenlos. Ganz im Süden liegt Cape May mit viktorianischen Holzhäusern, ruhigem Flair und guter Vogelbeobachtung. Von Cape May fährt eine Fähre nach Delaware. Wer mit Kindern unterwegs ist, findet mit Six Flags Great Adventure in Jackson einen der großen Freizeitparks der Ostküste.
Natur: Appalachian Trail und State Parks
Im Nordwesten führt der Appalachian Trail rund 70 Meilen (gut 110 km) durch den Staat, unter anderem durch die Delaware Water Gap. Der High Point State Park und der Island Beach State Park an der Küste gehören zu den schönsten Parks des Staates. Für Kunst unter freiem Himmel lohnt sich Grounds For Sculpture bei Trenton.
Häufige Fragen zu New Jersey
Ist New Jersey ein Teil von New York?
Nein. New Jersey ist ein eigener Bundesstaat mit eigener Regierung, eigenen Steuern und eigenem Führerschein. Weil der Nordosten aber zum Großraum New York gehört, verschwimmt die Grenze im Alltag. Die Giants und die Jets, beide nach New York benannt, spielen im MetLife Stadium in East Rutherford, New Jersey.
Wie weit sind New Jersey und New York auseinander?
An der engsten Stelle trennt nur der Hudson River Jersey City und Manhattan, das ist etwa eine Meile (1,6 km). Vom Flughafen Newark bis Midtown Manhattan sind es rund 16 Meilen (26 km), je nach Verkehr eine halbe bis über eine Stunde.
Was ist das Besondere an New Jersey?
Die Kombination aus extremer Dichte und erstaunlich viel Natur auf kleiner Fläche. In zwei Stunden kommst du von der Großstadt an den Strand oder in die Berge.
Welchen Ruf hat New Jersey?
In Amerika ist New Jersey oft Ziel von Witzen über Raffinerien am Turnpike und laute Leute. Gleichzeitig gehört der Staat zu denen mit dem höchsten Haushaltseinkommen und guten öffentlichen Schulen.
Insidertipp
An vielen Stränden der Jersey Shore brauchst du im Sommer, grob zwischen Memorial Day und Labor Day, einen Beach Tag, also eine kostenpflichtige Strandplakette. Die kaufst du je nach Ort am Strandzugang oder vorab online. Atlantic City und Wildwood sind ohne Plakette zugänglich. Und für die Freiheitsstatue lohnt sich die Fähre ab dem Liberty State Park: Der Andrang ist dort meist kleiner als am Battery Park in Manhattan, und das Parken ist einfacher. Ich wünsche dir einen guten Start im Garden State.