HOA in den USA: Was die Homeowners Association kostet und worauf du beim Hauskauf achtest

Die HOA ist die Eigentümergemeinschaft deiner Siedlung, mit Pflichtbeitrag, verbindlichen Regeln und echten Strafen. Hier erfährst du, was sie kostet und welche Unterlagen du vor dem Hauskauf prüfen solltest.

Von Redaktion LebenInDenUSAVeröffentlicht 17 Min. Lesezeit
HOA in den USA: Was die Homeowners Association kostet und worauf du beim Hauskauf achtest
Foto: Michael Tuszynski auf Unsplash

Eine HOA, kurz für Homeowners Association, ist die Eigentümergemeinschaft einer Siedlung oder Wohnanlage in den USA. Wer dort ein Haus oder eine Wohnung kauft, wird automatisch Mitglied. Er zahlt monatliche oder jährliche HOA Gebühren und muss sich an verbindliche Regeln halten. Die HOA verwaltet die Gemeinschaftsflächen wie Pool, Parks, Zufahrten und Grünanlagen und setzt die Regeln der Siedlung durch, notfalls mit Geldstrafen und Pfandrecht.

Für uns Deutsche klingt das zuerst vertraut: Wohnungseigentümergemeinschaft, Hausgeld, Hausverwaltung, kennen wir alles. Der Unterschied liegt in der Reichweite. In den USA gilt das Prinzip auch für ganz normale Einfamilienhäuser. Die HOA hat außerdem Befugnisse, die eine deutsche WEG nie hätte. Sie kann dir vorschreiben, in welcher Farbe du deine Haustür streichst, und sie kann im Extremfall die Zwangsversteigerung deines Hauses betreiben. Wer das unterschätzt, zahlt drauf.

Was ist eine HOA in den USA?

Eine HOA ist eine private Organisation, meist als gemeinnützige Gesellschaft nach dem Recht des jeweiligen Bundesstaates gegründet. In der Regel ruft der Bauträger, im Amerikanischen der Developer, sie ins Leben, wenn er ein neues Development plant, also eine neue Siedlung. Er legt die Regeln fest, bevor das erste Haus verkauft ist. Jeder spätere Käufer übernimmt sie mit dem Kaufvertrag.

Rechtlich hängt die Mitgliedschaft an der Immobilie, nicht an der Person. Die Pflichten stehen im Grundbuch, genauer in Dokumenten, die beim County hinterlegt sind und mit dem Grundstück verbunden bleiben. Man sagt, die Covenants "run with the land". Wer das Haus kauft, kauft die HOA mit, ob er will oder nicht.

Die HOA hat vor allem drei Aufgaben:

  • Instandhaltung der Gemeinschaftsflächen und Amenities, also Annehmlichkeiten wie Pool, Fitnessraum, Spielplatz, Tennisplatz oder Clubhaus
  • Durchsetzung der Regeln für das Erscheinungsbild und die Nutzung der Grundstücke
  • Verwaltung der Finanzen, also HOA Gebühren einziehen, Rücklagen bilden und Dienstleister bezahlen

Wie unterscheidet sich die HOA von der deutschen Eigentümergemeinschaft?

Der naheliegendste Vergleich ist die deutsche Wohnungseigentümergemeinschaft. Auch dort gibt es ein Hausgeld, eine Erhaltungsrücklage und eine Eigentümerversammlung. Drei Punkte sind in den USA aber anders.

Erstens betrifft die HOA nicht nur Eigentumswohnungen, sondern ganze Wohnsiedlungen mit freistehenden Häusern. In Deutschland regelt beim Einfamilienhaus die Gemeinde über den Bebauungsplan, was erlaubt ist. In den USA übernimmt diesen Teil oft eine private HOA, und zwar deutlich strenger.

Zweitens sind die Regeln detaillierter. Eine deutsche Hausordnung regelt Ruhezeiten und Treppenhausreinigung. Die CC&Rs einer HOA regeln Rasenhöhe, Briefkastenmodell und Weihnachtsbeleuchtung.

Drittens sind die Sanktionen härter. Die HOA kann Bußgelder verhängen, ein Pfandrecht eintragen lassen und in vielen Staaten die Zwangsversteigerung betreiben.

Condo Association, HOA, Master Association: Welche Formen gibt es?

Im Alltag fällt alles unter den Begriff HOA, rechtlich gibt es Unterschiede. Eine Condo Association verwaltet Eigentumswohnungen. Dir gehört die Wohnung, Dach, Fassade und Flure gehören allen gemeinsam. Das kommt der deutschen WEG am nächsten. Eine klassische HOA verwaltet Siedlungen mit Einfamilien- oder Reihenhäusern. Hier gehört dir das Haus samt Grundstück, die HOA kümmert sich nur um die gemeinsamen Bereiche.

In großen Master-Planned Communities gibt es oft eine Master Association für die ganze Siedlung und darunter Sub-Associations für einzelne Viertel. Dann zahlst du zwei HOA Fees an zwei Verwaltungen. Das steht selten fett in der Anzeige, deshalb lohnt sich die Nachfrage.

HOA USA: Wie verbreitet sind Homeowners Associations?

Sehr verbreitet, und Tendenz steigend. Nach Zahlen des Branchenverbands Community Associations Institute leben in den USA mehr als 75 Millionen Menschen in einer HOA oder Condo Association. Es gibt landesweit über 350.000 solcher Gemeinschaften.

Bei Neubauten ist die HOA in vielen Regionen fast die Regel. Gerade in schnell wachsenden Staaten wie Florida, Texas, Arizona, Nevada oder North Carolina findest du in neuen Siedlungen kaum ein Haus ohne HOA. Für Gemeinden ist das bequem. Straßen, Grünflächen und Regenrückhaltebecken innerhalb der Siedlung bezahlen die Homeowners selbst und nicht die öffentliche Hand.

Ältere Stadtviertel, ländliche Gegenden und viele Häuser, die vor den 1970er-Jahren gebaut wurden, haben dagegen oft keine HOA. Wer aus Deutschland kommt und eine "normale" Wohnstraße sucht, findet sie eher in gewachsenen Vierteln als in neuen Subdivisions am Stadtrand.

Was kosten HOA Gebühren im Monat?

Die ehrliche Antwort ist eine Spanne, und die ist breit. In einfachen Siedlungen, in denen die HOA nur den Eingangsbereich bepflanzt und ein paar Straßenlaternen bezahlt, liegen die HOA Gebühren oft unter 100 Dollar im Monat. Manche HOAs rechnen nur jährlich ab und verlangen einige hundert Dollar pro Jahr. In Siedlungen mit Pool, Gym und Landschaftspflege landest du schnell im mittleren bis hohen dreistelligen Bereich. Bei Eigentumswohnungen in Hochhäusern mit Concierge, Security und Versicherung für das ganze Gebäude sind vierstellige Monatsbeträge keine Seltenheit, vor allem in Städten wie New York, Miami oder San Francisco (Stand Oktober 2026).

Wichtig ist, was in den HOA Gebühren enthalten ist. Das ist von Siedlung zu Siedlung verschieden. Bei Condos sind oft Gebäudeversicherung, Wasser, Müllabfuhr und manchmal Internet dabei. Bei Einfamilienhaus-Siedlungen zahlst du meist nur für die gemeinsamen Bereiche, alles am eigenen Haus trägst du selbst. Die Property Tax, also die Grundsteuer, kommt immer separat obendrauf.

Wovon hängen die HOA Fees ab?

Die wichtigsten Faktoren sind Ausstattung und Alter der Anlage. Jede Annehmlichkeit kostet laufend Geld: Schwimmbäder brauchen Chemie, Personal und Versicherung, ein Fitnessraum braucht neue Geräte, ein Tor mit Wachpersonal braucht Gehälter rund um die Uhr. Landscaping, also die Pflege von Grünflächen, Bäumen und Bewässerung, ist in warmen Staaten einer der größten Posten im Operating Budget, dem laufenden Haushalt der HOA.

Dazu kommen Versicherungen, deren Prämien in Florida und Kalifornien wegen Hurrikan- und Waldbrandrisiko in den letzten Jahren stark gestiegen sind. Hinzu kommen Kosten für Management Services, also die professionelle Hausverwaltung, sowie Rechts- und Buchhaltungskosten. Je älter eine Anlage ist, desto mehr Reparaturen fallen an, und desto wichtiger werden die Rücklagen.

Was ist ein Special Assessment?

Ein Special Assessment ist eine Sonderumlage. Die HOA erhebt sie, wenn eine größere Ausgabe ansteht und die Rücklagen nicht reichen: neues Dach, Sanierung der Tiefgarage, Austausch der Aufzüge, Reparatur nach einem Sturm. Der Betrag wird auf alle Eigentümer umgelegt und ist meist innerhalb weniger Monate fällig.

Das ist der Posten, den Käufer am häufigsten unterschätzen. Nach großen Sanierungen sind Special Assessments von mehreren zehntausend Dollar pro Einheit vorgekommen, besonders in älteren Condo-Gebäuden in Florida. Dort hat der Gesetzgeber nach dem Einsturz des Champlain Towers South in Surfside im Jahr 2021 die Pflichten für Gebäudeprüfungen und Rücklagen deutlich verschärft. Viele Eigentümergemeinschaften mussten danach kräftig nachfinanzieren.

Warum die Rücklagen wichtiger sind als die Monatsgebühr

Niedrige HOA Gebühren sehen in der Anzeige gut aus, können aber ein Warnsignal sein. Wenn eine HOA jahrelang zu wenig in die Rücklagen gesteckt hat, kommt die Rechnung später als Special Assessment. Gute HOAs lassen regelmäßig eine Reserve Study erstellen. Ein Gutachter schätzt darin, wann welche Bauteile erneuert werden müssen und wie viel Money dafür auf dem Konto liegen sollte.

Als Faustregel aus der Branche gilt: Ist die Rücklage zu 70 Prozent oder mehr des empfohlenen Betrags gefüllt, ist das solide. Unter 30 Prozent wird es riskant. Bei Condos achten zudem die großen Hypothekenaufkäufer Fannie Mae und Freddie Mac darauf, dass ein angemessener Anteil des Budgets, typischerweise mindestens 10 Prozent, in die Rücklagen fließt. Sonst bekommt die Anlage keine Standardfinanzierung, und das drückt auf die Property Values aller Einheiten.

Welche HOA Rules stehen in den CC&Rs?

Das zentrale Dokument jeder HOA sind die CC&Rs, die Covenants, Conditions and Restrictions. Gemeint sind Verpflichtungen, Bedingungen und Beschränkungen, die für jedes Grundstück gelten. Daneben gibt es die Bylaws, also die Satzung mit den Regeln für Wahlen und Versammlungen, und die Rules and Regulations. Das sind Detailregeln, die das Board oft ohne Abstimmung aller Mitglieder ändern kann.

Hier liegt der typische Fehler von uns Deutschen: Wir lesen die HOA Rules wie eine Hausordnung, die man im Zweifel locker nimmt. Die CC&Rs sind aber ein Vertrag, dem du mit dem Kauf zugestimmt hast. Amerikanische Gerichte setzen sie in aller Regel durch, auch wenn eine Regel kleinlich wirkt. "Das hat mir keiner gesagt" zählt nicht, denn die Unterlagen lagen beim Kauf vor.

Was regeln die CC&Rs im Alltag?

Typische Regeln betreffen diese Bereiche:

  • Außenfarbe des Hauses: Oft gibt es eine Liste genehmigter Paint Colors, und jede Änderung braucht eine Genehmigung
  • Rasen und Garten: Rasenhöhe, Unkraut, erlaubte Pflanzen, manchmal sogar der Anteil an Rasenfläche im Vorgarten
  • Zäune: Material, Höhe und Farbe, in manchen Siedlungen sind Zäune im Vorgarten ganz verboten
  • Parken: kein Wohnmobil, kein Boot und kein Firmenwagen mit Beschriftung in der Einfahrt, manchmal nicht einmal Autos auf der Straße über Nacht
  • Mülltonnen: dürfen nur am Abholtag sichtbar an der Straße stehen und müssen sonst in der Garage oder hinter einem Sichtschutz verschwinden
  • Vermietung: Mindestmietdauer, Obergrenzen für vermietete Einheiten oder ein komplettes Verbot von Kurzzeitvermietung über Airbnb
  • Haustiere: Anzahl, Größe und manchmal bestimmte Rassen, vor allem bei Condos
  • Umbauten: Jede Addition, also ein Anbau, jeder Pool, jede Terrasse und oft auch neue Fenster brauchen die Freigabe des Architectural Review Committee

Gerade der letzte Punkt überrascht viele. Bevor du einen Handwerker beauftragst, reichst du einen Antrag mit Zeichnung und Materialangaben ein und wartest auf die Genehmigung. Wer ohne Genehmigung baut, kann verpflichtet werden, alles wieder abzureißen.

Was die HOA nicht verbieten darf

Die Macht der HOA hat Grenzen, und zwar durch Laws auf Bundes- und Staatsebene. Der Freedom to Display the American Flag Act von 2005 verbietet es HOAs, das Zeigen der amerikanischen Flagge grundsätzlich zu untersagen. Angemessene Vorgaben zu Größe und Anbringung sind erlaubt. Die FCC-Regel zu Antennen schützt Satellitenschüsseln mit bis zu einem Meter Durchmesser. Viele Staaten, darunter Kalifornien, Texas und Florida, schränken HOA-Verbote für Solaranlagen ein. Diskriminierung nach dem Fair Housing Act ist ohnehin verboten.

Welche weiteren Schutzregeln gelten, hängt vom Staat ab. Manche Staaten erlauben trockenheitsresistente Gärten trotz Rasenpflicht, andere schützen Ladestationen für Elektroautos. Bei konkreten Streitfragen hilft ein Anwalt für Immobilienrecht in deinem Staat.

Was passiert, wenn du gegen die HOA Rules verstößt?

Der Ablauf ist meist gestuft. Zuerst kommt ein Violation Letter, ein Schreiben mit Frist zur Behebung. Passiert nichts, folgen Bußgelder, oft pro Tag oder pro Woche, bis der Verstoß behoben ist. Viele Staaten schreiben vor, dass du vor einem Bußgeld eine Anhörung beim Board verlangen kannst. Diese Möglichkeit solltest du nutzen.

Ernst wird es bei unbezahlten HOA Gebühren und Strafen. Die HOA kann dann ein Lien eintragen lassen, ein Pfandrecht auf dein Haus. Solange es besteht, kannst du die Immobilie praktisch nicht verkaufen oder umschulden, ohne vorher zu zahlen. In vielen Staaten darf die HOA anschließend die Foreclosure betreiben, also die Zwangsversteigerung. In einigen Staaten geht das sogar ohne Gerichtsverfahren. Manche Staaten räumen dem HOA-Lien zudem einen Vorrang gegenüber der Hypothek ein, den sogenannten Super Lien.

Das ist das Unbequeme, das in Exposés nicht steht: Wegen einiger tausend Dollar Rückstand kann ein Haus verloren gehen, auf dem kaum noch Kredit liegt. Einige Staaten bremsen das. Texas etwa erlaubt keine Zwangsversteigerung, wenn die Schulden nur aus Bußgeldern und den dazugehörigen Anwaltskosten bestehen. Verlassen solltest du dich darauf nicht. Wer Zahlungsprobleme hat, spricht früh mit dem Management und fragt nach einer Ratenzahlung, statt Briefe ungeöffnet liegen zu lassen.

Wer sitzt im Board of Directors und wer entscheidet?

Das Board of Directors ist der Vorstand der HOA. Die Board Members sind gewählte Eigentümer aus der Siedlung, meist drei bis sieben Personen, die das Amt ehrenamtlich ausüben. Typische Posten sind President, Treasurer (Kassenwart) und Secretary (Schriftführer). Gewählt wird auf der jährlichen Mitgliederversammlung, dem Annual Meeting.

In neuen Siedlungen sitzt anfangs der Bauträger selbst im Board. Erst wenn ein bestimmter Anteil der Häuser verkauft ist, übergibt er die Kontrolle an die Residents. Wie hoch dieser Anteil ist, regeln Staatsrecht und Satzung. Bis dahin entscheidet der Developer über Budget und Regeln, und seine Interessen sind nicht immer deine.

Den Alltag erledigt oft eine Management Company. Sie zieht die Gebühren ein, beauftragt Dienstleister, verschickt Violation Letters und führt die Buchhaltung, vom Budget bis zum Journal mit allen Buchungen. Die Entscheidungen trifft aber das Board. Deshalb lohnt es sich, ein Board Meeting zu besuchen. Das ist in den meisten Staaten für Mitglieder offen. Wer selbst im Board sitzt, hat am meisten Einfluss auf die Höhe der HOA Fees und darauf, wie streng Regeln durchgesetzt werden.

Vor- und Nachteile von HOA Gemeinschaften für Käufer

Ob eine HOA gut oder schlecht ist, hängt weniger vom Prinzip ab als von der konkreten Community. Ein gut geführtes Board ist ein Gewinn, ein schlecht geführtes eine Dauerbaustelle. Die wichtigsten Punkte im Überblick:

Aspekt Vorteile Nachteile
Kosten Gemeinsame Amenities wie Pool und Gym sind günstiger als eigene Laufende HOA Gebühren plus Risiko von Special Assessments
Erscheinungsbild Gepflegte Nachbarschaft, keine verwahrlosten Grundstücke Wenig Freiheit bei Farbe, Garten, Zaun und Umbau
Wiederverkaufswert Einheitliche Standards stützen die Property Values Hohe Gebühren oder Streit im Board schrecken Buyers ab
Instandhaltung Gemeinschaftsflächen, oft auch Dach und Fassade bei Condos, werden zentral gepflegt Du zahlst mit, auch wenn du die Annehmlichkeiten nie nutzt
Nachbarschaftsqualität Regeln gegen Lärm, Gerümpel und Dauerparker Konflikte mit Nachbarn landen schnell beim Board
Vermietung Schutz vor ständig wechselnden Kurzzeitmietern Einschränkungen, wenn du selbst vermieten willst
Rechtliches Klare, schriftliche Regeln für alle Bußgelder, Pfandrecht, im Extremfall Foreclosure

Für Familien mit Kindern sind Siedlungen mit Pool und Spielplatz oft attraktiv. Wer Oldtimer restaurieren, Hühner halten oder sein Haus selbst umbauen will, ist in einer Gegend ohne HOA meist glücklicher.

Worauf musst du vor dem Hauskauf mit HOA achten?

Vor dem Kauf hast du das Recht, die HOA Documents einzusehen. Viele Staaten verpflichten den Verkäufer oder die HOA, ein Paket mit allen wichtigen Unterlagen herauszugeben. Je nach Staat heißt es Resale Certificate, Resale Disclosure oder Estoppel Certificate. In manchen Staaten hast du nach Erhalt ein kurzes Rücktrittsrecht von wenigen Tagen. Dein Realtor, also der Makler, weiß, welche Frist bei dir gilt. Für die Ausstellung verlangt die HOA meist eine Gebühr, ebenso fällt beim Closing oft eine Transfer Fee oder ein Capital Contribution an.

Diese Unterlagen solltest du anfordern und wirklich lesen:

  • CC&Rs, Bylaws und Rules and Regulations, vollständig mit allen Änderungen
  • aktuelles Operating Budget und die Jahresabschlüsse der letzten zwei bis drei Jahre
  • die letzte Reserve Study mit dem Füllstand der Rücklagen
  • Protokolle der Board Meetings aus mindestens den letzten zwölf Monaten
  • Auskunft über laufende oder geplante Special Assessments
  • Auskunft über laufende Klagen, an denen die HOA beteiligt ist
  • Bestätigung, dass für das Haus keine offenen Gebühren oder Verstöße bestehen
  • Versicherungsnachweis der HOA, bei Condos besonders wichtig
  • Entwicklung der HOA Gebühren über die letzten Jahre

Die Protokolle sind die ehrlichste Quelle. Dort steht, worüber gestritten wird, welche Reparaturen verschoben wurden und ob über eine Sonderumlage diskutiert wird. Klagen sind ein Warnsignal, besonders gegen den Bauträger wegen Baumängeln. Solange sie laufen, verweigern manche Banken die Finanzierung. Wenn dir in den Unterlagen Issues auffallen, stell deine Questions schriftlich an das Management, bevor die Rücktrittsfrist abläuft.

Wie beeinflussen die HOA Gebühren deine Hypothek?

Die Bank rechnet die HOA Gebühren voll in deine monatliche Belastung ein. Sie fließen in die Debt-to-Income Ratio, das Verhältnis deiner Schulden zum Bruttoeinkommen. Diese Kennzahl entscheidet maßgeblich über die Hypothekenzusage. Ein Haus mit 400 Dollar HOA Fees im Monat senkt den Kreditrahmen spürbar gegenüber einem gleich teuren Haus ohne HOA.

Wer aus Deutschland kommt, hat ohnehin oft eine kurze Credit History und damit weniger Spielraum. Rechne die Gebühren deshalb von Anfang an mit, nicht erst beim Kreditgespräch. Bei Condos prüft die Bank zusätzlich die ganze Anlage: Rücklagen, Vermietungsquote, offene Klagen, Rückstände anderer Eigentümer. Fällt die Anlage durch, hilft auch ein perfektes eigenes Profil nicht.

Kann man aus einer HOA austreten, und gibt es Häuser ohne HOA?

Austreten kannst du nicht. Die Mitgliedschaft ist an das Grundstück gebunden, und solange dir das Haus gehört, bist du Mitglied und zahlst. Auch wenn du Pool und Clubhaus nie nutzt, ändert das nichts an der Zahlungspflicht. Eine HOA ganz aufzulösen, ist theoretisch möglich, braucht aber meist eine qualifizierte Mehrheit aller Eigentümer. Außerdem muss geklärt werden, wer künftig Straßen, Grünflächen und Regenwasserbecken übernimmt. In der Praxis kommt das selten vor.

Häuser ohne HOA gibt es durchaus. Sie finden sich vor allem in älteren Vierteln, auf dem Land und bei Grundstücken außerhalb geplanter Siedlungen. In Immobilienportalen wie Zillow oder Realtor.com kannst du oft nach "No HOA" filtern. Prüfe bei solchen Häusern trotzdem die Deed Restrictions, also Beschränkungen im Grundbuch. Die gibt es auch ohne aktive HOA. Wer ein Grundstück kaufen und selbst bauen will, sollte vorher die Zoning-Regeln der Gemeinde kennen. Die gelten immer, mit oder ohne HOA.

Ein Mittelweg sind Voluntary HOAs, freiwillige Nachbarschaftsvereine. Mitgliedschaft und Beitrag sind dort freiwillig, Regeln durchsetzen können sie nicht. Sie organisieren eher Straßenfeste und die Weihnachtsdeko am Ortseingang.

Insidertipp: Was dir die Unterlagen nicht verraten

Die Papiere zeigen Zahlen, aber nicht die Stimmung. Für das Bild dahinter gibt es zwei einfache Wege. Erstens: Fahr an einem Samstagvormittag und an einem Abend unter der Woche durch die Siedlung. Achte darauf, wie Rasen, Einfahrten und Gemeinschaftsflächen aussehen. Siehst du auffallend viele identische Hinweisschilder an Türen oder Zäunen, ist das ein Hinweis auf ein strenges Board.

Zweitens: Such nach der Facebook Group oder der Nextdoor-Gruppe der Community. Dort schreiben Residents, worüber sie sich ärgern, von plötzlich erhöhten HOA Gebühren bis zum Streit um den Pool. Das ist kein Beleg, aber ein guter Hinweis darauf, welche Fragen du dem Management stellen solltest.

Mein Rat zum Schluss dieses Abschnitts: Frag gezielt, wann die HOA Gebühren zuletzt erhöht wurden und um wie viel. Frag außerdem, ob in den nächsten fünf Jahren große Reparaturen anstehen, die nicht voll aus den Rücklagen gedeckt sind. Wer darauf ausweicht, hat dir damit schon geantwortet.

Häufige Fragen zur HOA

Was ist das HOA?

Grammatisch sagt man im Deutschen eher "die HOA", weil es um die Association geht, also die Vereinigung. Gemeint ist immer dieselbe Organisation: die Gemeinschaft der Hauseigentümer einer Siedlung oder Wohnanlage, die Gemeinschaftsflächen verwaltet, HOA Gebühren erhebt und Regeln durchsetzt.

Was heißt HOA auf Deutsch?

HOA steht für Homeowners Association. Wörtlich übersetzt heißt das Hausbesitzervereinigung. Inhaltlich trifft es Eigentümergemeinschaft am besten, denn die Rolle ähnelt der deutschen Wohnungseigentümergemeinschaft, nur mit mehr Befugnissen und auch für Einfamilienhäuser.

Was bedeutet HOA Season?

HOA Season ist kein offizieller Begriff, sondern Umgangssprache. Meist sind zwei Zeiten gemeint. Die eine ist das Frühjahr und der Sommer, wenn Rasen, Gärten und Außenanstriche kontrolliert werden und besonders viele Violation Letters verschickt werden. Die andere ist der Herbst, wenn viele HOAs das Budget für das kommende Jahr beschließen, Annual Meetings abhalten und neue HOA Gebühren ankündigen.

Darf die HOA die Gebühren einfach erhöhen?

Das Board darf das Budget festlegen, aber viele Staaten setzen Grenzen. In Kalifornien zum Beispiel darf das Board die regulären Beiträge ohne Abstimmung der Mitglieder um höchstens 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr erhöhen. Für größere Sprünge braucht es eine Mitgliederabstimmung. Welche Grenze für dich gilt, steht in den Bylaws und im HOA-Gesetz deines Staates.

Darf ich mein Haus in einer HOA vermieten?

Das hängt ganz von den CC&Rs ab. Viele HOAs erlauben langfristige Vermietung mit Mindestlaufzeit, etwa sechs oder zwölf Monate, verbieten aber Kurzzeitvermietung. Manche begrenzen die Zahl der vermieteten Häuser. Wer später vermieten oder nach Deutschland zurückgehen und das Haus behalten will, muss diesen Punkt vor dem Kauf prüfen. Ein nachträgliches Vermietungsverbot kann die Mitgliederversammlung oft mit Mehrheit beschließen.

Wenn du ein Haus mit HOA ins Auge fasst, rechne die Gebühren genauso ernst wie die Rate für die Hypothek. Die Regeln musst du genauso ernst nehmen wie den Kaufvertrag. Eine gut geführte HOA macht das Wohnen angenehm und schützt den Wert deines Hauses. Eine schlecht geführte kostet dich Nerven und Geld. Lies die Protokolle, prüf die Rücklagen, und dann viel Freude im neuen Zuhause.

Praktische Rechner für die USAZoll, Fahrenheit, Meilen, Zeitzonen, Benzinpreis und mehr