Auto aus USA importieren: Zoll, Transport, Umrüstung und wann sich der Import lohnt (Stand 2026)
Wer beim Rückzug nach Deutschland sein Auto mitnehmen will, zahlt oft weniger als gedacht, oder sehr viel mehr. Hier steht, wovon das abhängt: Umzugsgut-Regel, Zoll, Verschiffung, Umrüstung und Zulassung.

Ein Auto aus den USA zu importieren lohnt sich vor allem in zwei Fällen. Der erste: Du ziehst nach mindestens zwölf Monaten in den USA zurück nach Deutschland, und dein Wagen geht als Umzugsgut abgabenfrei durch. Der zweite: Du bringst einen Oldtimer mit. Für alle anderen Autos kommen auf den Kaufpreis Zoll, 19 Prozent Einfuhrumsatzsteuer, die Verschiffung und eine Umrüstung samt Vollgutachten. Dann ist der günstige US-Preis schnell aufgebraucht.
Wir Deutschen denken beim Autokauf in Fahrzeugbrief, Typklasse und TÜV. In den USA gibt es nichts davon in dieser Form. Das zentrale Papier ist der Certificate of Title, also der Eigentumsnachweis des Bundesstaats. Eine Hauptuntersuchung wie bei uns kennen viele Staaten gar nicht. Und kein Fahrzeug für den US-Markt ist nach europäischen Regeln geprüft. Genau diese Lücke zwischen den beiden Systemen kostet beim Import Zeit und Geld. Alle Angaben zu Gebühren und Sätzen haben den Stand November 2026.
Welche Zölle und Steuern fallen an, wenn du ein Auto aus USA importieren willst?
Zoll, Einfuhrumsatzsteuer und das Handelsabkommen
Der reguläre EU-Zollsatz für einen Pkw liegt bei 10 Prozent. Im Zolltarif stehen Personenwagen in Kapitel 87. Dazu kommen 19 Prozent Einfuhrumsatzsteuer, kurz EUSt. Berechnet wird sie nicht nur auf den Kaufpreis, sondern auf den Zollwert plus Zoll. Der Zollwert umfasst Fahrzeugwert, Transport und Versicherung bis zur EU-Grenze.
Mit dem Handelsabkommen vom Sommer 2025 hat die EU zugesagt, Zölle auf Industriegüter aus den USA abzubauen. Ob für dein Auto ein niedrigerer Satz gilt, hängt am Ursprung. Ein in Japan gebauter Wagen, den du in Texas gekauft hast, ist kein US-Ursprungsfahrzeug. Prüfe den aktuellen Satz vor der Verschiffung in der Zolltarifdatenbank EZT-online oder über die Zollauskunft auf zoll.de.
Rechenbeispiel für einen Gebrauchtwagen
Angenommen, dein Gebrauchtwagen kostet umgerechnet 18.000 Euro. Transport und Versicherung bis Bremerhaven kosten 2.000 Euro. Der Zollwert beträgt damit 20.000 Euro, der Zoll 2.000 Euro. Die EUSt berechnet sich auf 22.000 Euro und macht 4.180 Euro aus.
Zum Kaufpreis musst du also 6.180 Euro Abgaben und 2.000 Euro Transport hinzufügen, bevor überhaupt ein Prüfer das Auto gesehen hat. Aus 18.000 werden 26.180 Euro, ohne Umrüstung, Gutachten und Zulassung.
Abgabenfrei als Umzugsgut: die Bedingungen
Wer zurückzieht, kann das Auto zoll- und steuerfrei als Übersiedlungsgut einführen. Die Voraussetzungen:
- Dein gewöhnlicher Wohnsitz lag mindestens zwölf zusammenhängende Monate außerhalb der EU.
- Du hast das Auto mindestens sechs Monate vor dem Umzug besessen und am alten Wohnort selbst genutzt.
- Das Fahrzeug ist für den privaten Gebrauch bestimmt.
- Du führst es innerhalb von zwölf Monaten nach dem Umzug ein.
Den Antrag stellst du beim Zoll mit dem Formular 0350. Für die EUSt-Befreiung muss das Auto im Ausland regulär versteuert worden sein. Heb also den Kaufvertrag mit der ausgewiesenen Sales Tax auf.
Jetzt das Unbequeme: Verkaufst, vermietest oder verleihst du das Auto innerhalb von zwölf Monaten nach der Einfuhr, werden die Abgaben nachträglich fällig. Wer den Import nur plant, um den Wagen in Deutschland teurer zu verkaufen, sollte das einrechnen.
Wie kommt das Auto von Übersee nach Deutschland?
RoRo oder Container
Bei RoRo (Roll-on/Roll-off) fährt das Auto auf eigener Achse in den Bauch eines Autotransporters, wie in einem Parkhaus. Das ist meist die günstigste Option. Im Auto darf dabei aber nichts liegen. Im Container steht das Fahrzeug verzurrt und geschützt. Du kannst es allein buchen oder dir einen Container mit anderen Autos teilen. Für Oldtimer und wertvolle Muscle Cars ist der Container die Regel.
Der wichtigste deutsche Hafen ist Bremerhaven, einer der größten Autoumschlagplätze der Welt. Auch Hamburg, Antwerpen und Rotterdam laufen viele Reedereien an.
Was die Verschiffung kostet
Feste Preise gibt es nicht, weil Frachtraten schwanken. Von der Ostküste rechnest du als Größenordnung mit einem niedrigen bis mittleren vierstelligen Dollarbetrag, im exklusiven Container mit deutlich mehr. Von der Westküste wird es teurer, weil der Weg durch den Panamakanal oder über Land zur Ostküste führt.
Nicht im Angebot enthalten sind oft Hafengebühren in Bremerhaven, Zollabfertigung und die Überführung vom Hafen zu dir. Eine Transportversicherung kostet extra, meist einen kleinen Prozentsatz des Fahrzeugwerts. Lass dir von jeder Spedition ein Angebot bis zur Haustür geben, sonst vergleichst du Äpfel mit Birnen.
Welche Unterlagen der US-Zoll vor dem Export sehen will
Die US-Grenzbehörde CBP verlangt, dass Fahrzeug und originaler Certificate of Title mindestens 72 Stunden vor der Abfahrt am Exporthafen vorliegen. Die Details stehen auf cbp.gov. Für gebrauchte Fahrzeuge muss außerdem eine elektronische Exportmeldung im System AES abgegeben werden, und zwar unabhängig vom Wert. Das übernimmt die Spedition.
Diese Unterlagen brauchst du:
- Certificate of Title im Original, auf dich ausgestellt und ohne eingetragenen Kreditgeber
- Bill of Sale oder Kaufvertrag
- Reisepass
- Bill of Lading, das Konnossement der Reederei, das du nach dem Verladen bekommst
Bei einem finanzierten Auto steht die Bank als Lienholder, also als Pfandgläubiger, auf dem Title. Ohne Freigabeschreiben der Bank verlässt das Auto das Land nicht.
Was muss für die Zulassung in Deutschland umgebaut werden?
Licht, Blinker und Seitenmarkierungen
Die größte Baustelle ist fast immer die Beleuchtung. Viele US Autos blinken hinten rot über die Bremsleuchte. In der EU muss der Blinker gelb sein. Rote seitliche Markierungsleuchten hinten werden meist umgebaut oder stillgelegt. Eine Nebelschlussleuchte fehlt häufig. Scheinwerfer brauchen eine E-Prüfzeichen-Kennung und je nach Lichtquelle eine Leuchtweitenregulierung.
Tacho, Reifen und Abgas
Der Tacho muss km/h anzeigen. Viele Modelle haben eine Doppelskala oder lassen sich digital umstellen. Reifen mit reiner DOT-Kennzeichnung reichen in der Regel nicht, sie brauchen eine ECE-Genehmigung. Dazu kommt die Abgaseinstufung nach Euro-Norm. Bei neueren Modellen ist das oft nur mit einem Abgasgutachten machbar, das schnell mehr kostet als der ganze Lichtumbau.
Das Vollgutachten nach Paragraf 21 StVZO und das COC-Papier
Ein US-Auto hat kein COC-Papier, also keine europäische Übereinstimmungsbescheinigung. Deshalb führt der Weg über eine Einzelgenehmigung mit Vollgutachten nach Paragraf 21 StVZO. Das erstellen TÜV, DEKRA, GTÜ oder KÜS. Der Prüfer checkt alles, was sonst die Typgenehmigung des Fahrzeugherstellers abdeckt. Gibt es den Fahrzeugtyp auch als EU-Version, hilft ein Datenblatt des Herstellers enorm.
Rechne für Gutachten und Umrüstung zusammen mit einem vierstelligen Betrag. Bei neueren Modellen ist das Risiko nach oben offen, und dieses Risiko verschweigen viele Importangebote.
Wie läuft die Zulassung ab und was kosten Steuer und Versicherung?
Mit Gutachten, Verzollungsnachweis oder Befreiungsbescheid vom Zoll, Title, Ausweis, eVB-Nummer der Versicherung und SEPA-Mandat gehst du zur Zulassungsstelle. Dort bekommst du die Zulassungsbescheinigung Teil II, den früheren Fahrzeugbrief, und dein Kennzeichen. Der US-Title wird in der Regel einbehalten oder entwertet.
Kfz-Steuer
Eine jährliche Kfz-Steuer wie bei uns gibt es in den USA nicht, dort zahlst du die Registration Fee, die Zulassungsgebühr des Staates. In Deutschland richtet sich die Kfz-Steuer bei neueren Pkw nach Hubraum und CO2-Ausstoß. Für Benziner fallen 2 Euro je angefangene 100 Kubikzentimeter an. Der CO2-Anteil steigt stufenweise und wird bei großen Motoren teuer. Ein V8 kann im hohen drei- bis vierstelligen Bereich pro Jahr landen. Den genauen Betrag rechnest du mit dem Kfz-Steuer-Rechner des Bundesfinanzministeriums nach, sobald die Werte aus dem Gutachten feststehen.
Kfz-Versicherung für US-Autos
Ohne deutsche Typschlüsselnummer stuft der Versicherer dein Auto über einen Sonderschlüssel ein. Das kann teurer werden als bei einem vergleichbaren EU-Modell. Deine schadenfreien Jahre aus den USA erkennen nur manche Versicherer an. Lass dir vor der Rückkehr von deiner US-Versicherung ein Schreiben über die Schadenfreiheit ausstellen und frag gezielt danach.
Sind Oldtimer und Muscle Cars der bessere Fall?
H-Kennzeichen ab 30 Jahren
Für viele ist der Oldtimer der eigentliche Grund für den Fahrzeugimport. Ab 30 Jahren nach Erstzulassung kann ein Auto mit einem Gutachten nach Paragraf 23 StVZO ein H-Kennzeichen bekommen. Damit zahlst du eine pauschale Kfz-Steuer von 191,73 Euro im Jahr. Voraussetzung ist ein weitgehend originaler, gepflegter Zustand. Bei amerikanischen Klassikern mit Tuning-Vergangenheit kann das scheitern.
Sammlerfahrzeug: weniger Zoll und Steuer
Gilt ein Auto zolltariflich als Sammlungsstück, entfällt der Zoll, und die EUSt sinkt auf 7 Prozent. Die Kriterien: mindestens 30 Jahre alt, im Originalzustand ohne wesentliche Änderungen, und das Modell wird nicht mehr gebaut. Viele Muscle Cars aus den Sechzigern und Siebzigern erfüllen das. Ein restaurierter Mustang mit modernem Motor dagegen meist nicht.
Gerade bei alten Fahrzeugen aus den USA ist der Preis oft attraktiv, weil das trockene Klima im Südwesten Karosserien besser konserviert als ein mitteleuropäischer Winter. Wer ein Traumauto bei einer Auktion ersteigert, sollte vorher einen unabhängigen Gutachter vor Ort schicken.
Wann lohnt sich der Autoimport aus den USA nicht?
Pick-ups über 3,5 Tonnen
Große Pick-ups sind das Paradebeispiel für einen teuren Irrtum. Viele Modelle der Heavy-Duty-Klasse liegen über 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht. Mit dem deutschen Führerschein Klasse B darfst du sie dann nicht fahren, du brauchst C1. Dazu kommt die Einstufung: Wird ein Pick-up als Nutzfahrzeug eingereiht, kann der Zoll bei 22 statt 10 Prozent liegen. Steuer, Versicherung und Tempolimits ändern sich ebenfalls. Und dann ist da noch die Frage, ob der Wagen in deine Garage und in ein deutsches Parkhaus passt.
Neue Modelle, Teile und Werkstätten
Je neuer das Baujahr, desto aufwendiger der Umbau. Assistenzsysteme, LED-Einheiten und Abgaselektronik lassen sich nicht einfach tauschen. Die US-Garantie des Herstellers gilt in Deutschland meist nicht. Teile bestellst du aus Übersee mit Versandkosten und Wartezeit, und nicht jede Werkstatt will an ein Auto ohne deutschen Datensatz. Auf US-Modelle spezialisierte Betriebe gibt es, aber nicht in jeder Region.
Ablauf in Schritten: vom Entschluss bis zum Kennzeichen
- Vor dem Kauf oder Umzug: Fahrzeugtyp beim TÜV oder einer anderen Prüforganisation mit der Fahrgestellnummer vorab einschätzen lassen. Dauer: wenige Tage.
- Umzugsgut-Voraussetzungen prüfen und Belege sammeln: Kaufvertrag, Title, Nachweis der Sales Tax, Meldebelege für den US-Wohnsitz.
- Spedition beauftragen und Angebote bis zur Haustür vergleichen.
- Title und Unterlagen mindestens 72 Stunden vor Export am Hafen einreichen, die Spedition meldet den Export im AES.
- Verschiffung: Rechne von der Ostküste mit mehreren Wochen bis zum Entladen.
- Verzollung in Bremerhaven oder am Zielhafen, mit Formular 0350 bei Übersiedlung.
- Überführung zur Werkstatt mit Kurzzeit- oder Ausfuhrkennzeichen beziehungsweise per Transporter.
- Umrüstung und Vollgutachten, je nach Fahrzeug einige Tage bis mehrere Wochen.
- Versicherung abschließen, eVB-Nummer holen, Zulassung und Kennzeichen.
Insgesamt sind zwei bis drei Monate ein realistischer Rahmen. Wartezeiten bei Werkstätten und Gutachtern können ihn verlängern.
Insidertipp: erst fragen, dann verschiffen
Mein Rat: Bevor das Auto auf ein Schiff rollt, schick die Fahrgestellnummer an eine Prüfstelle oder einen auf US-Fahrzeuge spezialisierten Umrüster in Deutschland. Diese Betriebe wissen oft aus Erfahrung, welche Modelle problemlos durchgehen und bei welchen das Abgasgutachten zur Kostenfalle wird. Wurde der Fahrzeugtyp auch offiziell in Europa verkauft, etwa der Ford Mustang seit 2015, sind Teile, Daten und Gutachten deutlich einfacher zu bekommen. Ein zweiter Tipp: Kauf gelbe Blinkereinsätze, ECE-Scheinwerfer und passende Reifen noch in den USA, wenn sie dort günstiger zu haben sind, und lass sie im Container mitreisen.
Häufige Fragen zum Autoimport aus den USA
Was kostet es, ein Auto aus Amerika zu importieren?
Ohne Umzugsgut-Befreiung zahlst du auf den Fahrzeugwert plus Transport rund 10 Prozent Zoll und darauf 19 Prozent EUSt. Hinzu kommen die Transportkosten, die Umrüstung und die Zulassung. Bei einem Gebrauchtwagen der Mittelklasse landest du schnell bei einem fünfstelligen Aufschlag.
Kann man als Deutscher in den USA ein Auto kaufen?
Ja. Mit Wohnsitz in den USA läuft der Autokauf wie für Amerikaner, nur die Finanzierung ist ohne Credit History schwierig. Vom Ausland aus brauchst du einen Händler oder Exportdienstleister, weil viele Verkäufer und die großen Händler-Auktionen nur Kunden mit US-Adresse oder Lizenz akzeptieren. Prüfe vor jedem Kauf den Carfax-Bericht zu Unfällen und Vorbesitzern. Finger weg von einem Salvage Title, also einem Auto mit Totalschaden-Vermerk, wenn du keine Werkstatt im Rücken hast.
Ist ein Auto aus Kanada einfacher?
Teilweise. Fahrzeuge aus Kanada haben meist schon einen km/h-Tacho und Tagfahrlicht. Zoll und EUSt gelten für Kanada aber ebenso, und auch hier brauchst du ein Vollgutachten. Das Handelsabkommen CETA kann den Zoll für Autos mit kanadischem Ursprung senken. Die meisten in Kanada verkauften Autos werden jedoch in den USA, Mexiko oder Asien gebaut. Im Einzelfall klärt das die Zollauskunft.
Wenn dein Auto die Umzugsgut-Regel erfüllt und kein Pick-up über 3,5 Tonnen ist, spricht viel dafür, es mitzunehmen. Für alles andere rechne einmal ehrlich mit Abgaben, Fracht und Umbau, bevor du ein Angebot unterschreibst. Gebühren, Zollsätze und Frachtraten ändern sich, deshalb gilt: im Einzelfall beim Zoll und bei der Prüforganisation nachfragen. Gute Fahrt auf der ersten Autobahnetappe, diesmal ohne Tempomat bei 65 Meilen (105 Kilometer) pro Stunde.