Impfungen USA: Was Schule, Green Card und Einreise verlangen und wie du den deutschen Impfpass überträgst
Für die Einreise brauchst du keine Impfung. Für Schule, College und Green Card aber sehr wohl. So überträgst du den deutschen Impfpass und vermeidest doppelte Spritzen.

Für einen Urlaub brauchst du keine einzige Impfung. Wer als Tourist oder mit ESTA kommt, wird bei der Einreise in die USA nicht nach dem Impfpass gefragt. Ganz anders sieht es aus, sobald du bleibst. Schule, Kita und College verlangen einen Nachweis, und die Green Card gibt es nur mit vollständigem Impfschutz nach US-Vorgaben.
Wir Deutschen erwarten hier ein bundesweites Regelwerk, so wie den Impfkalender der STIKO, an dem sich jeder Kinderarzt orientiert. Das gibt es in den USA so nicht. Welche Impfung Pflicht ist, entscheidet jeder Bundesstaat selbst, und die Empfehlungen der Bundesregierung haben sich seit 2025 mehrfach geändert. Dazu kommt ein Detail, das gern übersehen wird: Dein gelber Impfpass ist in den USA ein wertvolles Dokument, aber erst, wenn ein Arzt ihn in das amerikanische System übertragen hat. Hier steht, wie das abläuft, was es kostet und wo die typischen Stolperfallen liegen (Stand Oktober 2026).
Brauche ich für die Einreise in die USA eine Impfung?
Nein. Für Reisende mit deutscher Staatsangehörigkeit gibt es derzeit keine Impfpflicht für die Einreise in die USA, weder mit ESTA noch mit einem Besuchervisum. Die Corona-Impfpflicht für ausländische Flugreisende wurde im Mai 2023 aufgehoben. Gelbfieber spielt keine Rolle, weil es in Nordamerika nicht vorkommt.
Die aktuellen Einreisebestimmungen findest du in den Reise- und Sicherheitshinweisen des Auswärtigen Amts. Wer eine weitere Staatsangehörigkeit hat oder aus einem Drittland anreist, sollte dort die Hinweise für das jeweilige Land prüfen. Bei der Beförderung entscheidet am Ende die Airline, ob sie dich mitnimmt, und sie richtet sich nach denselben Bestimmungen.
Den ESTA-Antrag stellst du ausschließlich auf der offiziellen Seite esta.cbp.dhs.gov. Seiten mit ähnlichem Namen verlangen oft ein Vielfaches der amtlichen Gebühr. Mehr dazu steht in unserem Ratgeber zum ESTA.
Eine Ausnahme gibt es: Wer mit einem Einwanderungsvisum kommt, hat die Impfungen schon vorher beim Vertrauensarzt nachweisen müssen. Dazu weiter unten mehr.
Welche Reiseimpfungen brauchen Reisende für die USA?
Für die USA gibt es keine klassischen Reiseimpfungen wie für Südostasien oder Afrika. Das Auswärtige Amt und die STIKO empfehlen für Reisende vor allem, die Standardimpfungen nach dem deutschen Impfkalender aufzufrischen. Dazu gehören Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, Polio und Masern. Je nach Reisedauer, Aufenthaltsdauer und Art der Reise kommen Hepatitis A und Hepatitis B in Betracht, für Abenteuerreisen mit Tierkontakt auch Tollwut.
Masern sind dabei kein theoretisches Risiko mehr. 2025 meldeten die USA so viele Fälle wie seit Anfang der Neunzigerjahre nicht, mit großen Ausbrüchen unter anderem in Texas. Wer mit kleinen Kindern reist, sollte deren Masernschutz vor Reiseantritt mit dem Kinderarzt besprechen.
Gegen das West-Nil-Fieber, das in vielen Staaten im Sommer durch Mücken übertragen wird, gibt es für Menschen keine Impfung. Hier hilft nur Mückenschutz, der ohnehin in jede Reiseapotheke gehört. Eine Malariaprophylaxe brauchst du für die USA nicht. In US-Außengebieten wie Puerto Rico oder Amerikanisch-Samoa kommt dagegen Dengue vor, für dieses Reiseziel lohnt ein Blick in die Hinweise zur Reisemedizin.
Eine reisemedizinische Beratung bieten Tropeninstitute, viele Hausärzte und Gesundheitsämter an. Die Kosten für Reiseimpfungen übernehmen manche Krankenkassen freiwillig, frag vorher nach.
Gibt es in den USA eine Impfpflicht für Kinder?
Ein Bundesgesetz gibt es nicht. Die Impfpflicht für Kinder hängt in allen 50 Staaten an der Kita, der Schule und dem College. Jeder Bundesstaat legt über seine Gesundheitsbehörde fest, welche Impfung in welchem Alter nachgewiesen werden muss. Die Liste der Pflichtimpfungen unterscheidet sich deshalb von Staat zu Staat, manchmal sogar zwischen öffentlicher und privater Schule.
Typischerweise verlangt werden:
- DTaP gegen Diphtherie, Tetanus und Keuchhusten, mehrere Dosen bis zum Kindergarten
- Polio (IPV)
- MMR gegen Masern, Mumps und Röteln, zwei Dosen
- Varizellen (Windpocken), meist zwei Dosen
- Hepatitis B, drei Dosen
- in einigen Staaten Hepatitis A
- Tdap als Auffrischung zum Eintritt in die siebte Klasse
- Meningokokken ACWY um die siebte Klasse, in vielen Staaten mit Auffrischung vor der zwölften
Viele Colleges verlangen zusätzlich Meningokokken für Studierende im Wohnheim und eine zweite MMR-Dosis.
Ausnahmen aus medizinischen Gründen sind überall möglich, dafür brauchst du ein Attest eines US-Arztes, oft auf einem staatlichen Formular. Ausnahmen aus religiösen oder persönlichen Gründen erlauben viele Staaten, aber nicht alle: Kalifornien, New York, Connecticut und Maine akzeptieren nur das medizinische Attest. Florida hat 2025 dagegen angekündigt, Schulimpfpflichten schrittweise abzuschaffen. Welche Regeln für dich gelten, steht auf der Webseite des Department of Health deines Staates.
Was ist bei den Impfempfehlungen in den USA gerade anders?
Hier steckt das Unbequeme des Themas. In Deutschland gibt die STIKO die Empfehlungen vor, und die ändern sich nach wissenschaftlicher Prüfung in kleinen Schritten. In den USA hat die Regierung seit 2025 das Beratungsgremium der CDC neu besetzt und den Impfkalender mehrfach überarbeitet. Einige Impfungen, die früher für alle Kinder empfohlen waren, gelten auf Bundesebene inzwischen nur noch als individuelle Entscheidung zwischen Eltern und Arzt.
Für dich als Elternteil bedeutet das zweierlei. Erstens: Die Schulpflicht deines Staates ändert sich dadurch nicht automatisch. Was das Schulformular verlangt, musst du weiter nachweisen. Zweitens: Viele Kinderärzte orientieren sich inzwischen am Impfkalender der American Academy of Pediatrics (AAP), der in einigen Punkten vom Kalender der CDC abweicht. Frag deinen Kinderarzt einfach, nach welchem Schema die Praxis impft.
Wie unterscheiden sich die Impfkalender von Deutschland und den USA?
Die Übersicht vergleicht typische Praxis, kein Gesetz. Sie ersetzt keine ärztliche Beratung (Stand Oktober 2026).
| Impfung | Deutschland (STIKO) | USA (typische Praxis und Schulpflicht) |
|---|---|---|
| Hepatitis A | nur bei Reisen oder besonderem Risiko | in mehreren Staaten Pflicht für Kita und Schule, zwei Dosen |
| Hepatitis B | im Säuglingsalter, Kombiimpfung | drei Dosen, Schulpflicht in fast allen Staaten |
| Varizellen | zwei Dosen im Kleinkindalter | zwei Dosen, Nachweis für Schule meist Pflicht |
| Meningokokken ACWY | nicht standardmäßig | um 11 bis 12 Jahre und Auffrischung mit 16, oft Schulpflicht |
| Meningokokken C und B | Säuglinge und Kleinkinder | MenB nur nach individueller Entscheidung |
| Grippe | nur Risikogruppen und ab 60 | jährlich verbreitet angeboten, Empfehlung zuletzt geändert |
| Tdap-Auffrischung | mit 5 bis 6 und 9 bis 16 Jahren | mit 11 bis 12 Jahren, Schulpflicht zur 7. Klasse |
Wie übertrage ich den deutschen Impfpass in den USA?
Der gelbe Impfpass ist international anerkannt, viele Rubriken sind auf Englisch beschriftet. Das macht die Übertragung einfacher, als viele befürchten. So läuft es ab:
- Kinderarzt suchen: Bei der Terminvereinbarung sagst du gleich dazu: "We just moved from Germany and need to transfer our vaccination records."
- Impfpass vorab schicken: Mach ein Foto jeder Seite mit Einträgen und schick es per E-Mail oder über das Patientenportal der Praxis. Das Original nimmst du zum Termin mit.
- Daten übertragen lassen: Der Arzt trägt die Impfungen in die Patientenakte und meist in das Impfregister des Staates ein, das Immunization Information System (IIS).
- Schulformular ausfüllen lassen: Jeder Staat hat ein eigenes Formular, oft Certificate of Immunization genannt. Unterschreiben muss es ein US-Arzt.
- Lücken schließen: Was fehlt, wird nachgeimpft oder per Bluttest geprüft.
Achte auf das Datumsformat. Bei uns steht 05.03.2019 für den 5. März, in den USA liest man daraus den 3. Mai. Ein falsch gelesenes Datum kann eine Impfung scheinbar zu früh liegen lassen, und dann gilt sie nicht. Am besten notierst du die Monate ausgeschrieben.
Kombinationsimpfstoffe sind die zweite Falle. Eine "6-fach" oder ein Handelsname wie Infanrix hexa sagt einem amerikanischen Arzt nicht sofort, dass darin auch Hepatitis B und Hib stecken. Eine kurze Liste mit Impfstoff, Datum und abgedeckten Krankheiten auf Englisch hilft enorm.
Brauche ich eine beglaubigte Übersetzung?
In der Regel nicht. Die meisten Praxen und Schulen arbeiten mit dem gelben Impfpass. Fordert eine Schule ausdrücklich eine Übersetzung, reicht oft eine Übersicht vom deutschen Kinderarzt auf Englisch. Eine Übersetzung durch Bekannte geht ohne Gewähr, ob die Schulbehörde sie annimmt.
Was passiert, wenn Unterlagen fehlen?
Ist der Impfpass verloren oder unvollständig, kann der Arzt per Bluttest den Antikörperspiegel bestimmen lassen, den sogenannten Titer. Das klappt etwa bei Masern, Windpocken oder Hepatitis B. Alternativ wird nachgeimpft. Viele Staaten erlauben eine vorläufige Aufnahme in die Schule, die conditional enrollment, solange die Impfserie läuft. Die Frist dafür legt der Staat fest.
Welche Impfungen verlangt die Green Card?
Wer eine Green Card beantragt, muss zur ärztlichen Untersuchung, der Medical Exam. Aus Deutschland heraus macht das ein von der US-Botschaft benannter Vertrauensarzt, ein Panel Physician. Wer schon in den USA lebt und den Status wechselt, geht zu einem Civil Surgeon, einem von USCIS zugelassenen Arzt. Das Ergebnis landet auf dem Formular I-693.
Verlangt werden Impfungen nach den Technical Instructions der CDC, abhängig von Alter und Saison. Dazu gehören unter anderem Masern, Mumps und Röteln, Polio, Tetanus und Diphtherie, Keuchhusten, Hepatitis A und B, Varizellen, Meningokokken, Pneumokokken und in der Grippesaison die Grippeimpfung. Die Corona-Impfung ist seit Januar 2025 keine Voraussetzung mehr. Der deutsche Impfpass ist der Nachweis, fehlende Impfungen gibt der Arzt direkt.
Den gesamten Ablauf erklären wir in unserem Ratgeber zur Green Card für Deutsche. Die aktuellen Vorgaben stehen auf uscis.gov.
Was kosten Impfungen in den USA und wo bekomme ich sie?
Erwachsene lassen sich in den USA oft in der Apotheke impfen. Ketten wie CVS, Walgreens oder die Apotheken in Supermärkten bieten Grippe, Tdap, Hepatitis oder Gürtelrose an, häufig ohne Termin. Ab welchem Alter Apotheker auch Kinder impfen dürfen, regelt jeder Staat selbst. Für Babys und Kleinkinder ist der Kinderarzt zuständig.
Bei den Kosten gilt: Empfohlene Vorsorgeimpfungen übernehmen Krankenversicherungen nach dem Affordable Care Act in der Regel ohne Zuzahlung, sofern du einen Arzt oder eine Apotheke im Netzwerk deiner Versicherung wählst. Weil sich die Empfehlungen 2025 geändert haben, lohnt eine kurze Nachfrage bei deiner Versicherung, ob eine bestimmte Impfung weiter kostenfrei ist.
Ohne Versicherung wird es teuer. Für einzelne Impfstoffe sind in der Apotheke dreistellige Beträge pro Dosis normal, und viele Impfungen brauchen zwei oder drei Dosen. Hier liegt einer der größten Unterschiede zu Deutschland, wo die Kasse Standardimpfungen selbstverständlich bezahlt. Ein Grund mehr, die Versicherungen schon vor dem Umzug zu klären, auch die internationale Krankenversicherung für die ersten Wochen.
Für Kinder bis 18 gibt es das Bundesprogramm Vaccines for Children (VFC). Es versorgt Kinder ohne Versicherung, mit Medicaid oder mit Versicherung, die Impfungen nicht abdeckt, mit kostenlosen Impfstoffen. Die Praxis darf nur eine gedeckelte Gebühr für das Verabreichen berechnen. Auch Gesundheitsämter der Counties impfen oft günstig.
Insidertipp
Lass dir vor dem Umzug von deinem deutschen Kinderarzt einen Ausdruck aller Impfungen geben, idealerweise auf Englisch, mit Impfstoff und Datum. Leg dazu eine Kopie des gelben Impfpasses und bewahre das Original getrennt auf, am besten im Handgepäck. Nach der Übertragung bittest du die US-Praxis um einen Ausdruck aus dem Impfregister deines Staates. Dieser Ausdruck ist der Nachweis, den Schulen, Sommercamps und Colleges künftig sehen wollen, und du bekommst ihn bei jedem Schulwechsel innerhalb der USA in Minuten.
FAQ
Brauche ich einen Impfpass für die Einreise in die USA?
Nein, für die Einreise mit ESTA oder Besuchervisum verlangen die USA keinen Impfnachweis. Den Impfpass solltest du trotzdem mitnehmen, wenn du länger bleibst, ein Kind einschulst oder unterwegs zum Arzt musst.
Welche Impfungen hat man in Deutschland?
Nach dem Impfkalender der STIKO bekommen Kinder in Deutschland Impfungen gegen Rotaviren, Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, Hib, Polio, Hepatitis B, Pneumokokken, Meningokokken B und C, Masern, Mumps, Röteln, Windpocken und HPV. Erwachsene frischen Tetanus und Diphtherie alle zehn Jahre auf.
Welche Reiseimpfungen empfiehlt die STIKO?
Für die USA vor allem die vollständigen Standardimpfungen, je nach Reise ergänzt um Hepatitis A und B. Die aktuellen Reiseimpfungen veröffentlicht die STIKO jährlich gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin.
Wo finde ich die offizielle Webseite für den ESTA-Antrag?
Die einzige offizielle Seite ist esta.cbp.dhs.gov der US-Grenzschutzbehörde. Alternativ gibt es die offizielle App ESTA Mobile.
Wo bekomme ich Impfnachweise auf Englisch?
Dein deutscher Arzt kann eine englische Übersicht ausstellen. In den USA druckt dir jede Praxis, die dich im Impfregister des Staates geführt hat, einen offiziellen Nachweis aus. In vielen Staaten kannst du ihn auch online selbst abrufen.
Wenn du den Impfpass gleich in den ersten Wochen übertragen lässt, sparst du dir im August die Hektik vor Schulbeginn, wenn halb Amerika gleichzeitig beim Kinderarzt anruft. Bei Fragen zu einzelnen Impfungen sind dein Kinderarzt und das Department of Health deines Staates die richtigen Ansprechpartner. Ich wünsche dir einen gesunden Start in den USA.