Schon lange wollte ich einen Beitrag zum Thema der Bürgerrechtsbewegung der USA schreiben. Heute zum MLK-Day gibt hier es nun hier einige Fakten und den Zeitablauf des langen Weges zu Bürgerrechten und dem Civil Rights Movement in den USA.

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Bürgerrechte für alle im 19. Jahrhundert?

Nach dem Bürgerkrieg starteten die USA ein Programm namens „Reconstruction“, das darauf abzielte, die Südstaaten wieder aufzubauen. Die Regierung unterstützte auch die ehemaligen Sklaven und versuchte, sie als Bürger in die Gesellschaft zu integrieren.

1868 gewährte das 14. Amendment den Schwarzen den gleichen Schutz nach dem Gesetz.

1870 gewährte der 15. Verfassungszusatz schwarzen amerikanischen Männern das Wahlrecht. Viele weiße Amerikaner, besonders im Süden, waren damit unzufrieden.

Lynching von schwarzen Bürgern in den USA

Immer wieder gab es Vorfälle, in denen ein wütender weißer Mop schwarze Menschen jagte, folterte, vergewaltigte, demütigte und tötete. Oft geschah dies unter dem Vorwand das den Opfern ein Verbrechen nachgesagt wurde, ob dies der Wahrheit entsprach, spielte keine Rolle. Viele junge schwarze Männer wurden gelyncht, weil man ihnen die Vergewaltigung einer weißen Frau oder eine andere Straftat anhing. Wie auch bei dem Tulsa Massaker waren diese Vorwürfe aber auch oft nur Vorwände. Es gab schon meist vorher Spannungen zwischen der weißen und schwarzen Bevölkerung, die damit zu tun hatten, dass Schwarze Bürger Erfolg hatten und Wohlstand erreichten.

Auch mit anderen Methoden wurde versucht die nicht weiße Bevölkerung unten zu halten. So wurden zum Beispiel auch Bauprojekte so geplant, dass sie schwarze Viertel zerstörten oder von der Stadt abschnitten.

Um Schwarze noch mehr ins Abseits zu schieben und die Errungenschaften, die sie inzwischen erzielt hatten, rückgängig zu machen, wurden im Süden ab Ende des 19. Jahrhunderts “Jim Crow“-Gesetze eingeführt. Schwarze Menschen könnten nicht dieselben öffentlichen Einrichtungen wie Weiße nutzen, an denselben Orten leben oder dieselben Schulen besuchen. Ehen zwischen verschiedenen Rassen waren illegal, und die meisten Schwarzen konnten nicht wählen, weil sie die Alphabetisierungstests für Wähler nicht bestehen konnten.

Marsch ins 20. Jahrhundert

Als John F. Kennedy sein Amt 100 Jahre nach Beginn des Bürgerkriegs antrat war Sklaverei viele Jahre lang illegal, aber Rassismus und Diskriminierung blieben bestehen. Im Süden konnten sich Schwarze und Weiße nicht dieselben Restaurants, Busse oder Schulen teilen. Im ganzen Land hatten Schwarze nicht die gleichen Chancen wie Weiße. John F. Kennedy plante dies zu ändern. Zusammen mit anderen Farbigen drängte auch Dr. Martin Luther King Jr. auf Gleichberechtigung.

1954 entschied der Oberste Gerichtshof, dass Schulen schwarze und weiße Kinder nicht trennen dürfen. Alle Kinder verdienen die gleiche Chance auf eine qualitativ hochwertige Bildung. Im tiefen Süden gab es Ärger über diese Entscheidung. Die Menschen dieser Region wollten die Kinder getrennt halten. Ruby Bridges war die erste afroamerikanische Schülerin, die in eine Grundschule im Süden integriert wurde. Ruby wurde in diesem Jahr jeden Tag von vier Bundesmarschällen zur Schule eskortiert. Das Mädchen musste auf dem Weg zur Schule durch Menschenmassen, die sie beschimpfte.

1955 wurde Rosa Parks verhaftet, weil sie sich weigerte, ihren Platz in einem Bus für eine weiße Person zu aufzugeben. Daraufhin boykottierten viele Afroamerikaner mit diesen Bussen zu fahren. 1956 erklärte der Oberste Gerichtshof, getrennte Busse als verfassungswidrig.

Am 9. September 1957 unterzeichnete Präsident Eisenhower das Bürgerrechtsgesetz von 1957. Es ermöglichte eine landesweite Verfolgung von Personen, die versuchten, jemanden von der Stimmabgabe abzuhalten. Außerdem wurde eine Kommission zur Untersuchung von Wahlbetrug eingesetzt.

Im Jahr 1960 weigerten sich schwarze College-Studenten, eine Mittagstheke zu verlassen, nachdem ihnen der Service verweigert worden war. Andere Studenten folgten diesem Beispiel, und dies wurde als Sitzstreik (Sit in) bekannt. Viele Restaurants und Imbissstände änderten daraufhin ihre Richtlinien. Martin Luther King führte eine Gruppe von Demonstranten an, die friedlich in Birmingham, Alabama, protestierten. Die Demonstranten wurden dort von der Polizei mit Hunden und Feuerwehrschläuchen angegriffen. Viele der Protester wurden verhaftet und Kings Hotel und das Haus seines Bruders wurden bombardiert. Präsident Kennedy schickte Truppen in die Stadt, um den Frieden wiederherzustellen. Die Stadtführer einigten sich darauf, ihnen mehr Rechte in der Stadt zu geben.

Der Marsch auf Washington fand am 28. August 1963 statt, was ein Schlüsselereignis in der Bürgerrechtsbewegung war. Dieser Marsch wurde von Bürgerrechtlern wie A. Philip Randolph, Bayard Rustin und Martin Luther King Jr. organisiert und besucht. Mehr als 200.000 Menschen aller Hautfarben versammelten sich in Washington, D. C. zu dem friedlichen Protest mit dem Hauptzweck, Bürgerrechtsgesetze durchzusetzen und die Gleichstellung der Arbeitsplätze für alle zu erreichen. Der Höhepunkt des Marsches war Kings Rede, in der er immer wieder sagte: „Ich habe einen Traum …“.

Bis 1963 wurden etwa 14.000 Protester auf vielen Demonstrationen im ganzen Süden festgenommen.

Am 11. Juni 1963 kündigte Präsident Kennedy eine Gesetzesvorlage an, die es illegal machen würde, jemanden aufgrund seiner Rasse zu diskriminieren. Nach Kennedys Ermordung unterzeichnete Präsident Lyndon B. Johnson am 2. Juli desselben Jahres den Civil Rights Act von 1964. Dr. Martin Luther King jr. und andere Bürgerrechtler waren Zeugen der Unterzeichnung.

Die Unterzeichnung des Civil Rights Act mit Dr. Martin Luther King jr.

Als Präsident Johnson am 6. August 1965 das Wahlrechtsgesetz unterzeichnete, ging er mit dem Bürgerrechtsgesetz von 1964 noch einige Schritte weiter. Das neue Gesetz verbot alle Alphabetisierungstests für Wähler und stellte in bestimmten Wahlbezirken Bundesprüfer zur Verfügung.

Am 21. Februar 1965 wurde Malcolm X, ehemaliger Führer der Nation of Islam und Gründer der Organization of African American Unity, bei einer Kundgebung ermordet.

1966 wurde die Black Panther Party gegründet. Der ursprüngliche Zweck der Partei war es, afroamerikanische Viertel zu patrouillieren, um die Bewohner vor Akten der Polizeibrutalität zu schützen. Unter anderem starteten sie auch ein Programm für kostenloses Frühstück für Schüler. Die Panthers entwickelten sich allerdings dann zu einer marxistischen revolutionären Gruppe, die die Bewaffnung aller Afroamerikaner, die Befreiung der Schwarzen von der Einberufung in den Krieg und von allen Sanktionen des sogenannten weißen Amerikas, die Freilassung aller Afroamerikaner aus dem Gefängnis und die Bezahlung von Entschädigung für Afroamerikaner für Jahrhunderte der Ausbeutung durch weiße Amerikaner, forderten.

Am 4. April 1968 wurde der Friedensnobelpreisträger Dr. Martin Luther King Jr. auf dem Balkon seines Hotelzimmers ermordet.

Wenige Tage nach Kings Ermordung trat am 11. April der Fair Housing Act in Kraft. Der Fair Housing Act verhindert Diskriminierung bei der Wohnungssuche aufgrund von Rasse, Geschlecht, Nationalität und Religion.

Auch im 21. Jahrhundert träumen wir immer noch

Black lives Matter Protest BLM

2013 startete die Black lives Matter Bewegung. Dadurch kamen einige Fakten und grausame Videos ans Licht, die mich und die Welt tief erschüttert hatten. Mit meinem weißen Privileg war mir nicht bewusst das wir immer noch einen langen Weg gehen müssen, um Kings und meinen Traum zu erfüllen. Lasst uns diesen Weg zusammen gehen.

Ich habe mich in diesem Beitrag auf die wichtigsten Fakten zum Thema beschränkt. Natürlich habe ich damit nur an der Oberfläche gekratzt. Es gibt noch viel mehr dazu zu sagen und es gibt noch viel zu tun!