Steckdose USA: Typ A und Typ B, 120 Volt und welche deutschen Geräte dort funktionieren

In den USA passt kein deutscher Stecker in die Steckdose, und die Spannung ist nur halb so hoch. Hier erfährst du, welcher Adapter reicht und wann du ein Gerät besser neu kaufst.

Von Redaktion LebenInDenUSAVeröffentlicht 11 Min. Lesezeit

Die Steckdose in den USA ist vom Typ A oder Typ B, und dein deutscher Stecker passt in keine von beiden. Für Handy, Laptop und Kamera reicht fast immer ein einfacher Reiseadapter, weil deren Netzteile mit jeder Spannung zwischen 100 und 240 Volt klarkommen. Föhn, Wasserkocher und Kaffeemaschine aus Deutschland lässt du dagegen besser zu Hause.

Der Grund ist nicht nur die Form. Das amerikanische Stromnetz läuft mit 120 Volt und 60 Hertz, in Deutschland sind es 230 Volt und 50 Hertz. Wir Deutschen sind es gewohnt, dass in ganz Europa irgendein Stecker irgendwie passt, und wer von Österreich nach Italien fährt, denkt über Strom kaum nach. In Amerika ändert sich gleich beides: Form und Netzspannung. Ein Adapter löst das erste Problem, das zweite nicht. Genau an dieser Stelle gehen Geräte kaputt, und zwar meistens am ersten Abend im Hotel.

Steckdose USA: Wie sehen Typ A und Typ B aus?

Eine typische Steckdose in den USA hat zwei senkrechte, flache Schlitze und darunter ein rundes oder halbrundes Loch. Meist sitzen zwei solcher Dosen übereinander in einer Blende. Das wirkt auf deutsche Augen ein bisschen wie ein erschrockenes Gesicht, und genau so wird es in Amerika auch gern beschrieben.

Typ A: zwei flache Stifte

Der Stecker vom Typ A hat zwei flache, parallele Stifte und keinen Schutzleiter. Oft ist einer der beiden Stifte etwas breiter, damit der Stecker nur in einer Richtung in die Dose geht. Typ A findest du an Handy-Ladegeräten, Lampen und kleinen Geräten.

Typ B: mit Erdungsstift

Typ B hat dieselben zwei flachen Stifte plus einen runden Erdungsstift darunter. Er sitzt an allem, was geerdet sein muss: Computer, Küchengeräte, Werkzeug. Ein Stecker vom Typ A passt auch in eine Dose vom Typ B, umgekehrt geht das nicht. In älteren Gebäuden, etwa in Altbauten in New York, stößt du noch auf Steckdosen nur für Typ A, also ohne Erdungsloch.

Schuko Stecker und Eurostecker im Vergleich

Zu Hause steckst du den Schuko Stecker vom Typ F ein: zwei dicke runde Stifte, geerdet über Metallbügel am Rand. Der flache Eurostecker vom Typ C passt in dieselbe Dose. Beide haben in einer amerikanischen Steckdose keine Chance, weil runde Stifte nun mal nicht in flache Schlitze gehen.

Für Leser aus Österreich ist die Lage dieselbe wie in Deutschland, dort gilt ebenfalls Typ F. In der Schweiz steckt der dreipolige Typ J in der Wand. Wer aus der Schweiz kommt, sollte prüfen, ob sein Adapter Schweizer Stecker überhaupt aufnimmt, denn viele Modelle sind nur für Schuko und Eurostecker gebaut.

Wer eine Grafik im Kopf braucht: Leg einen Schuko Stecker neben einen Stecker vom Typ B. Rund gegen flach, Erdung seitlich gegen Erdung unten. Mehr Unterschied auf so wenig Fläche gibt es selten.

Stromspannung USA: 120 Volt und 60 Hertz statt 230 V

Die Netzspannung in den USA liegt bei 120 Volt. Du liest auch 110 oder 115 Volt, gemeint ist dasselbe Netz. Die Frequenz beträgt 60 Hertz statt der 50 Hertz in Europa. Kanada, Mexiko und Costa Rica arbeiten mit demselben Steckertyp und einer ähnlichen Spannung, auch dort brauchst du also dieselbe Lösung.

Was heißt das praktisch? Ein Gerät, das nur für 230 V gebaut ist, bekommt in Amerika gut die Hälfte der gewohnten Spannung. Ein Heizgerät wie ein Wasserkocher läuft dann mit ungefähr einem Viertel seiner Leistung und braucht ewig. Geräte mit Motor oder Elektronik können ausfallen oder Schaden nehmen.

Die Frequenz wird gern vergessen. Manche Uhren, etwa in älteren Radioweckern oder Backöfen, takten sich über das Stromnetz. Bei 60 statt 50 Hertz laufen sie um ein Fünftel zu schnell. Auch einfache Motoren drehen schneller und werden wärmer.

Wo es in amerikanischen Häusern doch 240 Volt gibt

Amerikanische Häuser haben zusätzlich Anschlüsse mit 240 Volt, aber nur für große Verbraucher: Wäschetrockner, Elektroherd, manchmal Klimaanlage oder Ladestation fürs Elektroauto. Diese Steckdosen sind deutlich größer, haben eine ganz andere Form und sitzen meist hinter dem Gerät.

Das ist kein Schlupfloch für deutsche Geräte. Die Frequenz bleibt 60 Hertz, die Dosen passen zu keinem europäischen Stecker, und ein Umbau gehört in die Hände eines Electrician, also eines zugelassenen Elektrikers. Elektroinstallation ist in den USA je nach Staat und County genehmigungspflichtig.

Welche deutschen Geräte funktionieren in den USA?

Die Antwort steht nicht im Internet, sondern auf deinem Gerät. Fast jedes Netzteil hat ein Typenschild oder einen Aufdruck, meist klein und grau auf dem Netzteil selbst oder auf der Unterseite des Geräts.

So liest du das Typenschild

Such nach dem Wort Input oder Eingang. Steht dort 100 240V und 50/60Hz, ist das Gerät ein Weltreisender. Du brauchst nur einen Reiseadapter, der die Form ändert. Steht dort 220–240 V und 50 Hz, ist es ein reines 230-V-Gerät. Das funktioniert in den USA nicht ohne Spannungswandler.

Manche Föhns und Glätteisen haben einen kleinen Umschalter mit den Stellungen 120 und 230. Den musst du vor dem Einstecken umlegen. Wer das vergisst und in Europa ein auf 120 gestelltes Gerät benutzt, riecht es sofort.

Gerät Typische Angabe In den USA
Handy Ladegeräte, USB-Netzteile 100 240V, 50/60 Hz funktioniert mit Adapter
Laptop-Netzteil 100 240V, 50/60 Hz funktioniert mit Adapter
Kamera-Ladegerät meist 100 240V Typenschild prüfen, meist Adapter reicht
Elektrischer Rasierer, Zahnbürste unterschiedlich Typenschild prüfen, viele sind umschaltbar
Föhn, Glätteisen oft nur 230 V nur mit Umschalter nutzbar, sonst US-Gerät kaufen
Wasserkocher 230 V, 2.000 W und mehr nicht sinnvoll
Kaffeemaschine, Küchenmaschine 230 V, 50 Hz nicht sinnvoll, Uhren und Motoren laufen falsch
Fernseher, Spielkonsole oft 100 240V Typenschild prüfen, Netzteil mit Adapter

Ich halte den Föhn für das Gerät, das Deutsche in den USA am häufigsten ruiniert. Er sieht harmlos aus, hat selten eine klare Beschriftung und wird morgens in Eile eingesteckt.

Adapter USA: Reiseadapter oder Spannungswandler?

Das ist die wichtigste Unterscheidung im ganzen Artikel. Ein Reiseadapter ändert nur die Form des Steckers. Er macht aus deinem Schuko Stecker oder Eurostecker einen Stecker vom Typ A oder Typ B. Die Spannung bleibt bei 120 Volt.

Ein Spannungswandler, englisch Voltage Converter oder Transformer, macht aus 120 Volt die 230 Volt, die dein Gerät erwartet. Er ist schwer, teuer und hat eine feste Leistungsgrenze in Watt. Liegt dein Gerät darüber, wird der Wandler heiß, schaltet ab oder geht kaputt.

Viele kleine Reisestecker sehen aus wie Wandler und sind keine. Steht auf der Packung nur Adapter oder Plug Adapter, wandelt das Ding gar nichts. Billige elektronische Wandler für Reisen sind außerdem nur für Heizgeräte gedacht und für kurze Zeit, nicht für Laptop oder Elektronik.

Warum sich ein Wandler für Wasserkocher kaum lohnt

Ein deutscher Wasserkocher zieht 2.000 Watt oder mehr. Eine normale amerikanische Steckdose hängt an einem Stromkreis mit 15 Ampere, das ergibt bei 120 Volt höchstens 1.800 Watt, im Dauerbetrieb weniger. Der Wandler müsste also mehr Strom ziehen, als die Leitung hergibt. Die Sicherung im Breaker Panel, dem amerikanischen Sicherungskasten, fliegt raus.

Das ist das Unbequeme, das viele Vergleichsseiten weglassen: Ein Wandler für den Wasserkocher klappt in den meisten Wohnungen schlicht nicht. Amerikanische Wasserkocher sind auf rund 1.500 Watt ausgelegt und gibt es bei Target, Walmart oder Amazon für einen niedrigen zweistelligen Betrag. Das Wasser kocht etwas langsamer als zu Hause, aber es kocht.

Beim Umzug: Großgeräte in den USA neu kaufen

Wer auswandert, nimmt Waschmaschine, Herd, Kühlschrank oder Küchenmaschine nicht mit. Dazu kommen 60 statt 50 Hertz, andere Anschlüsse und das Problem mit Garantie und Ersatzteilen. Mein Rat: Verkauf die Großgeräte in Deutschland und kauf in den USA neu. Kleingeräte mit 100 240V im Netzteil darfst du einpacken, alles andere ist Gewicht im Container ohne Nutzen.

Welcher Reisestecker Adapter ist der richtige?

Für eine Reise in die USA brauchst du einen Typ B Adapter, der deinen Schuko Stecker aufnimmt und auf der anderen Seite drei Stifte hat. Der Erdungsstift ist wichtig, sobald dein Gerät selbst geerdet ist, etwa ein Laptop-Netzteil mit dickem Kabel. Ein Reiseadapter nur vom Typ A lässt die Erdung weg.

Rein für Handy und Kopfhörer genügt ein kleiner Reisestecker für Eurostecker. Wer mehrere Länder bereist, greift oft zum Weltadapter mit Schiebern für Europa, Amerika und Asien. Der ist praktisch für den Urlaub, sitzt aber in amerikanischen Steckdosen manchmal locker, weil er schwer ist und nach vorn kippt.

Reiseadapter mit USB Anschlüssen

Viele Reiseadapter haben zusätzlich USB Anschlüsse, oft einen USB-A und einen USB C. Das spart ein Netzteil. Prüf aber die Leistung: Einfache USB-Anschlüsse im Adapter liefern oft nur wenige Watt. Für ein Handy reicht das, für einen Laptop über USB C meist nicht. Dafür brauchst du einen Adapter mit Power Delivery und einer Angabe von mindestens der Wattzahl deines Laptop-Netzteils.

Ein Hinweis zum Kauf: Viele Testseiten zu Reiseadaptern finanzieren sich über Affiliate Links und bekommen eine Provision pro Verkauf. Das macht ihre Empfehlung nicht falsch, aber die Bestenliste ist dann nicht neutral. Achte selbst auf den Erdungsstift, die Wattangabe und einen CE- oder UL-Prüfvermerk. Am Flughafen kostet derselbe Adapter oft ein Mehrfaches dessen, was du bei Amazon oder in einem deutschen Elektromarkt zahlst.

Was ist an den Steckdosen in den USA sonst anders?

Neben Form und Spannung gibt es drei Dinge, über die Deutsche in amerikanischen Wohnungen regelmäßig stolpern. Keins davon ist gefährlich, alle drei sorgen für Ratlosigkeit.

GFCI-Steckdosen in Bad und Küche

In Bad, Küche, Garage und draußen sitzen Steckdosen mit zwei kleinen Knöpfen: TEST und RESET. Das ist ein GFCI, ein Ground Fault Circuit Interrupter, also ein eingebauter Fehlerstromschutz. In Deutschland sitzt der FI-Schalter zentral im Sicherungskasten, in Amerika steckt er oft direkt in der Dose.

Wenn der GFCI auslöst, ist die Steckdose tot. Drück RESET und es geht weiter. Ist eine Dose ohne Knöpfe tot, hängt sie oft hinter einer GFCI-Steckdose an anderer Stelle, manchmal in einem anderen Badezimmer oder in der Garage. Erst dort suchen, dann den Vermieter anrufen.

Schaltbare Steckdosen und wenig Deckenlampen

In vielen amerikanischen Wohn- und Schlafzimmern gibt es keine Deckenlampe. Stattdessen schaltet der Lichtschalter an der Tür eine Steckdose, manchmal nur eine der beiden Dosen in der Blende. Dort gehört die Stehlampe hinein. Wer sein Handy dort ansteckt und morgens das Licht ausmacht, wundert sich über einen leeren Akku.

Der Stecker sitzt locker

Amerikanische Steckdosen halten Stecker weniger fest als deutsche. Schwere Netzteile und Adapter rutschen heraus. Eine kurze Verlängerung mit Typ-B-Stecker hilft, dann hängt das Gewicht nicht direkt in der Dose.

Insidertipp: eine deutsche Steckdosenleiste mitnehmen

Pack eine kleine deutsche Mehrfachsteckdose mit drei oder vier Plätzen ein und häng sie an einen einzigen Typ B Adapter. So betreibst du Laptop, Handy, Kamera und Zahnbürste gleichzeitig und brauchst nur einen Steckdosenadapter statt vier.

Die Bedingung ist streng: Jedes Gerät in der Leiste muss laut Typenschild 100 240V vertragen. Die Leiste wandelt nichts, sie verteilt nur die 120 Volt. Ein 230 V Gerät hat dort nichts verloren, auch nicht für fünf Minuten. Kleb dir zur Sicherheit einen Zettel auf die Leiste, damit niemand in der Familie den Föhn dort einsteckt.

Für Auswanderer gilt dasselbe in größer. In den ersten Wochen leistet eine Leiste mit einem Steckdosenadapter gute Dienste, danach ersetzt du deine Ladegeräte nach und nach durch amerikanische. Das ist billiger als ein Haushalt voller Adapter.

Häufige Fragen zur Steckdose in den USA

Welchen Stecker braucht man für die USA?

Typ A oder Typ B. Für deutsche Geräte bedeutet das einen Reiseadapter von Typ F oder Typ C auf Typ B. Ein Adapter für Typ A und B gleichzeitig ist nicht nötig, denn ein Stecker vom Typ B passt fast überall. Nur in sehr alten Gebäuden ohne Erdungsloch brauchst du die Variante vom Typ A.

Kann ich mein Handy in den USA laden?

Ja. Handy Ladegeräte vertragen praktisch immer 100 240V. Du brauchst nur einen Adapter, der die Form anpasst. Alternativ lädst du über ein amerikanisches USB-Netzteil, das es in jedem Drogeriemarkt wie CVS oder Walgreens gibt.

Kann ich ohne Adapter laden?

Über die Steckdose nicht, denn dein Stecker passt nicht hinein. Ohne Adapter lädst du über USB Anschlüsse: im Mietwagen, an Flughäfen, in vielen Hotels direkt an Lampe oder Nachttisch, und in neueren Wohnungen sitzen USB-Buchsen sogar in der Wanddose. Ein Kabel für USB C oder USB-A ins Handgepäck, und das Handy bleibt am Leben.

Brauche ich einen Adapter für USB-C?

Für das Kabel selbst nicht, USB C ist weltweit derselbe Standard. Den Adapter brauchst du für das Netzteil, an dem das Kabel hängt. Ein USB Adapter mit Schuko-Seite hilft dir in den USA also nur zusammen mit einem Reisestecker.

Kann man deutsche Geräte in den USA nutzen?

Alles mit 100 240V auf dem Typenschild ja, mit Adapter. Reine 230-V-Geräte nein, oder nur mit Spannungswandler, und der lohnt sich bei leistungsstarken Geräten wie Föhn oder Wasserkocher kaum. Bei Uhren und Motoren kommt das Problem mit den 60 Hertz dazu.

Gilt das auch für Kanada und Costa Rica?

Ja. Kanada, Mexiko und Costa Rica nutzen ebenfalls Steckdosen vom Typ A und B mit ähnlicher Spannung. Derselbe Adapter funktioniert also auf einem Roadtrip über die Grenze, nach Costa Rica und in vielen Ländern Mittelamerikas.

Bevor du packst, nimm dir zehn Minuten und dreh jedes Gerät einmal um. Das Typenschild sagt dir alles, und ein falsch eingesteckter Föhn kostet mehr als ein guter Adapter. Ich wünsche dir eine Reise, bei der der Akku voll ist und die Sicherung drin bleibt.

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