Checkliste zum Auswandern in die USA: Deine To-do-Liste von der Planung bis zur Ankunft

Visum, Abmeldung, Kündigungen, Zoll, Social Security Number: Diese Checkliste zum Auswandern sortiert alle Aufgaben nach Zeitpunkt, damit du in der richtigen Reihenfolge vorgehst und nichts vergisst.

Von MichiVeröffentlicht Aktualisiert 15 Min. Lesezeit
Checkliste zum Auswandern in die USA: Deine To-do-Liste von der Planung bis zur Ankunft
Foto: Dina Badamshina auf Unsplash

Diese Checkliste zum Auswandern in die USA sortiert deine Aufgaben nach dem Zeitpunkt, an dem du sie erledigen musst. Den meisten Vorlauf brauchen drei Dinge: das Visum, das Ersparte und die Dokumente. Alles andere, vom Kündigen bis zum Packen, passt in die letzten Monate, sobald dein Ausreisedatum feststeht.

Für uns Deutsche ist die Reihenfolge die eigentliche Falle. Zu Hause gibt es für fast alles eine zuständige Stelle, und die Schritte bauen ordentlich aufeinander auf. In den USA hängt vieles im Kreis voneinander ab: Ohne Adresse kein Bankkonto, ohne Credit History keine Wohnung, ohne Wohnung kein Führerschein. Wer das vorher weiß, plant die ersten Wochen anders.

Unten findest du einen Zeitplan zum Ausdrucken und Abhaken. Darum herum steht, warum welcher Punkt wichtig ist und wo es regelmäßig hakt. Deine persönliche Situation oder dein Visumtyp können zusätzliche Schritte verlangen. Für die meisten Auswanderer deckt die Liste aber das Wesentliche ab.

Wo in den USA willst du leben und kannst du dort überhaupt hin?

Bevor du irgendetwas kündigst, steht die Frage nach dem Zielort. Die USA sind kein Land mit einheitlichen Verhältnissen. Mieten, Steuern, Schulen, Klima und sogar die Regeln für den Führerschein unterscheiden sich von Staat zu Staat erheblich.

Diese Punkte solltest du für jeden Ort prüfen, der in Frage kommt:

  • Arbeitsmarkt: Kannst du dort ein Einkommen erzielen, von dem du leben kannst?
  • Lebenshaltungskosten für Miete, Auto, Versicherung und Lebensmittel
  • Medizinische Versorgung und die Frage, wie du dich versicherst
  • Klima und Naturgefahren wie Hurrikans, Tornados, Waldbrände oder Erdbeben
  • Schulen, falls du mit Kindern kommst
  • Infrastruktur, vor allem ob du ohne Auto zurechtkommst (meist: nein)
  • Gesetze und Lebensweise, die sich zwischen Staaten stark unterscheiden

Die wichtigste Frage steht aber ganz oben: Brauchst du ein Visum und kannst du es realistisch bekommen? Ohne Arbeitgeber, der dich sponsert, ohne amerikanische Familie oder ohne Glück in der Lotterie bleibt der Wunschort ein Wunsch. Das ist unbequem, gehört aber an den Anfang jeder Planung.

Für einen ersten Vergleich hilft dir die Übersicht über die 50 Staaten in Amerika. Mein Rat: Fahr vorher hin, wenn es irgendwie geht, und zwar einmal im Sommer und einmal im Winter. Ein Ort, der im April traumhaft wirkt, kann im August bei 105 °F (40 °C) und hoher Luftfeuchtigkeit ganz anders aussehen. Bei so einem Besuch siehst du auch gleich die Gegend, in der du später wohnen würdest.

Was erledigst du, solange das Ausreisedatum noch offen ist?

Du hast dich für einen Ort entschieden, wartest aber noch auf dein Visum? Dann ist das die beste Zeit, um die Punkte mit langem Vorlauf abzuarbeiten.

Visum beantragen

Das Visum ist der Punkt, an dem alles andere hängt. Jeder Visumtyp hat seine eigenen Unterlagen und Abläufe, und ein Fehler im Formular kann Monate kosten. Lies dich gründlich ein, bevor du etwas einreichst: zum US-Visum allgemein und zur Greencard-Lotterie, deren Registrierung in der Regel im Herbst läuft.

Die Gebühren hängen vom Visumtyp ab und ändern sich regelmäßig. Die aktuellen Beträge stehen beim US-Außenministerium auf travel.state.gov. Rechne neben der Antragsgebühr mit Kosten für die ärztliche Untersuchung bei einem der von der US-Botschaft benannten Ärzte (Panel Physician), für die Fahrt zum Interview, für Übersetzungen und bei Einwanderungsvisa für die USCIS Immigrant Fee. Die zahlst du online, bevor du fliegst. Ohne sie wird deine Greencard-Karte nicht gedruckt.

Geld sparen

Das wird am häufigsten unterschätzt. In den USA fehlt das soziale Netz, das wir aus Deutschland gewohnt sind. Eine Krankheit oder ein Jobverlust in den ersten Monaten kann dich finanziell schnell aus der Bahn werfen. Und selten läuft alles nach Plan.

In dein Budget gehören:

  • Umzug, Flug und gegebenenfalls Lagerung
  • Visagebühren samt Arzt, Fahrten und Übersetzungen
  • Dokumente wie Reisepass, internationaler Führerschein und internationale Geburtsurkunde
  • Kaution und erste Miete: üblich ist eine Monatsmiete als Security Deposit, also Mietkaution, ohne Credit History verlangen Vermieter oft mehr
  • Auto, Möbel, Haushaltsgeräte, bei Kindern eventuell Schulkleidung
  • Krankenversicherung und weitere Versicherungen
  • Kosten für Schule und Universität der Kinder
  • ein Notgroschen, der mindestens ein Jahr Lebenshaltungskosten abdeckt und jederzeit verfügbar ist

Mit dem Lebenshaltungskosten-Rechner bekommst du eine Spanne für deine Region und Haushaltsgröße.

Englisch verbessern und die USA kennenlernen

Die Wartezeit aufs Visum ist ideal, um dein Englisch zu verbessern. Schulenglisch reicht für den Urlaub, beim Telefonat mit der Versicherung oder beim Elternabend aber oft nicht. Nutze die Zeit auch, um dich über Alltag, Regeln und Eigenarten der USA zu informieren.

Impfungen und Arztbesuche

Wenn du ein Einwanderungsvisum beantragst, sind bestimmte Impfungen Pflicht. Welche, listet die Einwanderungsbehörde auf ihrer Seite zu den Impfanforderungen der USCIS. Bring deinen Impfpass auf den aktuellen Stand, am besten den gelben internationalen.

Termine, die du noch in Deutschland erledigst, sind meist günstiger und schneller zu bekommen: Zahnarzt, Vorsorgeuntersuchungen, Augenarzt. Eine neue Brille kostet in Deutschland in vielen Fällen weniger als in den USA, wo Sehhilfen oft nicht von der Krankenversicherung abgedeckt sind.

Ausmisten und Ballast loswerden

Möbel mitzunehmen lohnt sich oft nicht. Der Transport kostet schnell mehr als ein Neukauf, und amerikanische Wohnungen haben meist Einbauschränke und eine eingerichtete Küche mit Herd, Kühlschrank und oft Geschirrspüler.

Elektrogeräte bleiben besser hier. In den USA laufen Steckdosen mit 120 Volt und 60 Hertz, Wasserkocher oder Föhn aus Deutschland funktionieren dort nicht richtig. Laptops und Handyladegeräte sind dagegen meist für 100 bis 240 Volt ausgelegt und brauchen nur einen Steckeradapter. Ein Blick aufs Netzteil genügt.

Auch Bettwäsche passt oft nicht, weil die Matratzen in Twin, Full, Queen und King anders bemessen sind. Ob du deutsche Bettdecken und Kissen mitnimmst, ist eine Grundsatzfrage, denn passende Bezüge findest du drüben kaum.

Wer früh anfängt, verdient noch etwas: Flohmarkt, Kleinanzeigen, eBay und für Bücher, Spiele oder Technik Ankaufportale wie Rebuy. Was sich sonst noch zu verschiffen lohnt, steht im Artikel Umzug in die USA: Was mitnehmen?

Familie, Freunde und das unangenehme Gespräch

Besuche Menschen und Orte, die dir wichtig sind. Eine Bucketliste vor dem Auswandern hilft dabei, diese Momente bewusst zu sammeln statt sie in der Umzugshektik zu verpassen.

Richte Videoanrufe per WhatsApp, FaceTime oder Signal schon jetzt mit Eltern und Großeltern ein, damit das läuft, bevor du weg bist. Und sprich das Thema an, das niemand gern anspricht: Was passiert, wenn in Deutschland jemand schwer krank wird oder stirbt? Wer kümmert sich, wer hat Vollmachten? Eine Patientenverfügung ist für dich selbst sinnvoll und für ältere Angehörige, die allein leben, ebenso.

Führerschein

Beantrage bei deiner Führerscheinstelle einen internationalen Führerschein, er gilt drei Jahre und überbrückt die erste Zeit. Wie es danach weitergeht, entscheidet allein dein neuer Staat. Einige Staaten tauschen den deutschen Führerschein ohne Prüfung um, andere verlangen Theorie- und Fahrprüfung. Die Frist für den Wechsel liegt je nach Staat meist zwischen 10 und 90 Tagen nach dem Zuzug. Alle Details stehen im Beitrag Führerschein für Deutsche in den USA.

Dokumente in Ordnung bringen

  • Reisepass prüfen: Er sollte noch Jahre gültig sein, die Neuausstellung dauert mehrere Wochen.
  • Internationale Geburtsurkunde beim Standesamt des Geburtsorts bestellen
  • Heirats- oder Scheidungsurkunde im Original plus beglaubigte Übersetzung
  • Zeugnisse, Gesellenbrief, Meisterbrief und Studienabschlüsse beglaubigt übersetzen lassen
  • Für Greencard-Antragsteller das Führungszeugnis beim Bundesamt für Justiz beantragen
  • Lebenslauf im amerikanischen Format (Resume) erstellen
  • Alles einscannen und zusätzlich in einer Cloud ablegen, damit du von überall Zugriff hast

Banken und Credit Score

Behalte dein deutsches Konto vorerst, für Rückzahlungen der Nebenkosten, Rente oder Erstattungen. Eine Sache wissen viele nicht: Wenn du in den USA steuerlich ansässig bist, musst du Auslandskonten melden, sobald alle zusammen irgendwann im Jahr über 10.000 Dollar liegen (FBAR-Meldung). Das ist kein Grund, das Konto aufzulösen, aber ein Punkt für die erste Steuererklärung.

In den USA brauchst du einen Credit Score, also eine Bonitätsbewertung, für Wohnung, Handyvertrag und Autokredit. Du startest bei null, die Schufa zählt drüben nicht. Wer in Deutschland schon eine American-Express-Karte hat, sollte dort nach der Übertragung in die USA fragen. Sonst ist eine Secured Credit Card, also eine Kreditkarte mit hinterlegter Sicherheit, der übliche Einstieg. Für Überweisungen zwischen Euro und Dollar sind Dienste wie Wise meist deutlich günstiger als die Hausbank.

Kontakte aufbauen

Für Deutsche und Deutschsprachige in den USA gibt es die Facebookgruppe Leben in den USA, die zu diesem Blog gehört. Dazu kommen Gruppen für einzelne Staaten und Städte. Deutsche Vereine, Restaurants, Läden und Schulen findest du im Heimat-Kompass hier auf der Seite.

Umzug, Zoll und erste Unterkunft

Hol Angebote von mehreren Umzugsfirmen ein, die auf Übersee spezialisiert sind. Frag ausdrücklich nach Packliste, Verpackungsvorschriften und Laufzeit, denn ein Container ist mehrere Wochen unterwegs.

Beim US-Zoll gilt: Gebrauchter Hausrat, den du schon besessen hast, ist bei der Einwanderung in der Regel zollfrei. Lebensmittel, Pflanzen und Samen müssen angegeben werden, Fleisch und Wurst sind meist verboten. Bargeld über 10.000 Dollar ist nicht verboten, muss aber deklariert werden.

Überleg dir, wo du die ersten Wochen wohnst. Oft ist ein Hotel oder eine möblierte Wohnung die bessere Wahl, weil du Haus und Nachbarschaft dann selbst ansehen kannst. Was bei der Suche anders läuft, steht in Was ist anders bei der Wohnungssuche in den USA?

Checkliste zum Auswandern: Der Zeitplan zum Ausdrucken

Zeitraum Aufgaben
12 bis 6 Monate vorher Visum beantragen, sparen, Englisch verbessern, Dokumente besorgen und übersetzen, Impfungen und Arztbesuche, Kontakte aufbauen
6 bis 3 Monate vorher Umzugsfirmen vergleichen, Zollregeln prüfen, ausmisten und verkaufen, erste Unterkunft klären, internationalen Führerschein beantragen
Sobald das Datum feststeht Umzugstermin festlegen, Flug buchen, Wohnung und Verträge kündigen, Abmeldung vorbereiten
Letzte 4 Wochen Arztberichte und Medikamente holen, Nachsendeauftrag stellen, US-SIM besorgen, Vollmachten erteilen, packen, Abschied feiern
Nach der Ankunft Adresse an USCIS melden, Social Security Number prüfen, Bankkonto, Wohnung, Versicherungen, Auto, Führerschein

Was kündigst und meldest du ab, sobald das Datum steht?

Erst wenn Flug und Umzug gebucht sind, fängst du mit dem Kündigen an. Vorher riskierst du, ohne Wohnung dazustehen, falls sich das Visum verzögert.

Schreib in Betreff und Text deutlich „Kündigung wegen Auswanderung“ und leg, wo möglich, einen Nachweis bei. Viele Anbieter lassen dich dann vorzeitig raus, aus Kulanz oder weil ein Sonderkündigungsrecht greift. Bitte immer um eine schriftliche Bestätigung. Unbequem, aber wahr: Beim Fitnessstudio gilt ein Umzug rechtlich meist nicht als wichtiger Grund. Fragen lohnt sich trotzdem.

Behörden:

  • Abmeldung beim Bürgeramt: frühestens eine Woche vor dem Auszug, spätestens zwei Wochen danach. Die Abmeldebestätigung brauchst du für viele weitere Kündigungen.
  • Finanzamt über den Wegzug informieren
  • Rente klären: Deutschland und die USA haben ein Sozialversicherungsabkommen, deutsche Rente wird in die USA gezahlt, Beitragszeiten werden unter Umständen zusammengerechnet. Mehr zur Social Security in den USA.

Verträge und Mitgliedschaften:

  • Arbeitsvertrag oder Gewerbe
  • Wohnung kündigen und Übergabetermin vereinbaren
  • Krankenkasse; Privatversicherte fragen nach einer Anwartschaftsversicherung
  • Haftpflicht, Hausrat und weitere Versicherungen
  • Kfz-Versicherung, dazu eine Bescheinigung über deine schadenfreien Jahre anfordern
  • Strom, Gas, Internet, Telefon, Rundfunkbeitrag (mit Abmeldebestätigung online)
  • Handyverträge, Zeitschriften, Streamingdienste, Vereine

Was gehört in die letzten Wochen vor dem Flug?

Hol dir beim Arzt Berichte über bestehende Erkrankungen, aktuelle Röntgenbilder und Befunde. Bei längeren Berichten lohnt eine beglaubigte Übersetzung, das spart in den USA doppelte Untersuchungen. Nimm deine Dauermedikamente in ausreichender Menge mit, in der Originalverpackung und mit Rezept. Die US-Behörden dulden für den Eigenbedarf in der Regel einen Vorrat für bis zu 90 Tage.

Erinnerungsstücke und wichtige Unterlagen kannst du eventuell bei Eltern oder Freunden einlagern. Den Rest verkaufst, verschenkst oder entsorgst du. Sperrmüll oder Container rechtzeitig bestellen, die Termine sind oft Wochen im Voraus vergeben.

Erreichbarkeit und Post:

  • US-Prepaid-SIM oder eSIM mit Datenvolumen besorgen, damit du ab der Landung telefonieren kannst
  • Absender auf E-Mail umstellen und Nachsendeauftrag einrichten, notfalls an Familie in Deutschland
  • In die Krisenvorsorgeliste ELEFAND des Auswärtigen Amts eintragen
  • Die zuständige deutsche Auslandsvertretung für deinen neuen Wohnort notieren

Weitere Punkte:

  • Vollmacht für jemanden in Deutschland, der sich um Konto, Haus oder Behördenpost kümmert
  • Mit dem neuen Arbeitgeber klären: Starttermin, Unterlagen, was du am ersten Tag mitbringen musst
  • Für Bundestags- und Europawahlen musst du als Auslandsdeutscher jedes Mal einen Antrag auf Eintragung ins Wählerverzeichnis stellen
  • Reiseadapter Typ A/B, etwas Bargeld in Dollar und eine Kreditkarte ohne Auslandsgebühr
  • Abschiedsparty planen, gern mit Verlosung der Dinge, die nicht mitkommen

Für Kinder: Kita oder Schule abmelden, Zeugnisse und Impfnachweise mitnehmen, die neue Schule oder den Kindergarten organisieren. Amerikanische Schulen verlangen zur Anmeldung meist einen Wohnsitznachweis im Schulbezirk.

Für Hunde gelten seit August 2024 strengere Regeln der CDC: Mindestalter sechs Monate, Mikrochip und ein online ausgefülltes CDC Dog Import Form. Gewöhne dein Tier frühzeitig an die Transportbox.

Was erledigst du in den ersten Wochen in den USA?

Wir Deutschen suchen jetzt das Einwohnermeldeamt. Das gibt es in den USA nicht, eine allgemeine Meldepflicht ebenfalls nicht. Dafür gibt es eine Reihe kleiner Schritte, die du selbst anstoßen musst:

Für die Gespräche nach Hause reichen WhatsApp oder FaceTime. Skype, das viele dafür genutzt haben, wurde im Mai 2025 eingestellt.

Die Gebühren und Fristen der Behörden ändern sich, Stand dieser Angaben ist Oktober 2026. Verbindlich ist immer die Seite der jeweiligen Stelle.

Insidertipp: Deine erste US-Adresse entscheidet über die ersten Wochen

Ich halte die erste Adresse für den Punkt, den Deutsche am häufigsten unterschätzen. An sie gehen deine Greencard, deine Social-Security-Karte, die Debitkarte der Bank und später der Führerschein. Ein Hotel nimmt solche Post oft nicht zuverlässig an.

Gib deshalb im Visumverfahren eine Adresse an, unter der du die ersten Monate sicher erreichbar bist, etwa bei Freunden oder Verwandten. Beim Einwanderungsvisum kannst du im Formular DS-260 ankreuzen, dass deine Social Security Number automatisch beantragt wird. Dann kommt die Karte ohne Behördengang zu dieser Adresse.

Dazu kommt das Henne-Ei-Problem beim DMV: Für den Führerschein brauchst du meist zwei Nachweise deines Wohnsitzes, etwa Mietvertrag und Kontoauszug. Unterschreib also zuerst den Lease, also den Mietvertrag, lass dann deine Bank die Adresse ändern und geh erst danach zum DMV. Wer die Reihenfolge umdreht, kommt ein zweites Mal.

Häufige Fragen zur Auswanderungs-Checkliste

Brauche ich für ein Einwanderungsvisum ein R ückflugticket?

Nein. Mit einem Einwanderungsvisum reist du dauerhaft ein, ein Rückflug wird bei der Einreise nicht verlangt. Trotzdem lohnt der Preisvergleich: Ein Hin- und Rückflug ist auf der Transatlantikstrecke oft günstiger als ein Oneway-Ticket. Den Rückflug kannst du dann für den ersten Heimatbesuch nutzen. Prüf vorher, ob die Umbuchung bezahlbar ist. Wer mit einem befristeten Visum oder über ESTA einreist, sollte dagegen nachweisen können, dass er das Land wieder verlässt.

Wann sollte ich mit der Planung der Auswanderung beginnen?

Mindestens zwölf Monate vor dem geplanten Termin, bei Familiennachzug oder Arbeitsvisa mit Wartezeiten eher früher. Den Takt gibt das Visum vor, und dessen Bearbeitungszeit kannst du nicht beschleunigen. Die aktuellen Wartezeiten für Termine an den Konsulaten in Berlin, Frankfurt und München stehen auf travel.state.gov.

Wie viel Geld sollte ich für die Auswanderung in die USA sparen?

Eine einheitliche Summe gibt es nicht, weil Mieten und Versicherungen je nach Region stark schwanken. Als Faustregel gilt: Umzug, Visum, Kaution und Auto plus ein Jahr Lebenshaltungskosten als Reserve. Unterschätzt wird fast immer die Krankenversicherung. Ein Krankenhausaufenthalt ohne Versicherung kann in den USA schnell fünfstellig werden.

Bin ich zwischen Abmeldung und US-Versicherung krankenversichert?

Nicht automatisch. Mit der Kündigung der gesetzlichen Krankenkasse endet der Schutz, und eine normale Reisekrankenversicherung gilt meist nur für vorübergehende Reisen, nicht für eine Auswanderung. Für die Lücke bis zur Arbeitgeberversicherung gibt es spezielle Auslandskrankenversicherungen für Auswanderer. Lies die Bedingungen genau, viele schließen Vorerkrankungen aus.

Muss ich nach dem Wegzug noch in Deutschland Steuern zahlen?

Mit der Aufgabe des deutschen Wohnsitzes endet in der Regel die unbeschränkte Steuerpflicht. Einkünfte aus deutschen Quellen, etwa eine vermietete Wohnung, können aber weiter in Deutschland steuerpflichtig sein. Gleichzeitig verlangt der IRS von US-Steuerpflichtigen Angaben zum weltweiten Einkommen. Wie das Doppelbesteuerungsabkommen in deinem Fall greift, klärst du mit einem Steuerberater, der beide Systeme kennt. Die offiziellen Informationen findest du auf irs.gov.

Kann ich als Auslandsdeutscher weiter in Deutschland wählen?

Ja, aber nicht automatisch. Weil du nach der Abmeldung in keinem Melderegister mehr stehst, musst du vor jeder Bundestags- oder Europawahl einen Antrag auf Eintragung ins Wählerverzeichnis bei deiner letzten Wohnsitzgemeinde stellen. Die Formulare stellt die Bundeswahlleiterin online bereit. Stell den Antrag früh, die Briefwahlunterlagen brauchen per Post in die USA oft länger, als man denkt.

Was ist der häufigste Fehler in den ersten Wochen?

Die falsche Reihenfolge. Wer zuerst zum DMV geht, hat noch keinen Wohnsitznachweis. Wer zuerst eine Wohnung sucht, hat noch kein US-Konto für die Kaution. Plane die ersten zwei Wochen deshalb so: Adresse sichern, Bankkonto eröffnen, Lease unterschreiben, Adresse bei Bank und USCIS ändern, dann Führerschein und Auto.

Häng dir den Zeitplan aus dieser Checkliste an den Kühlschrank und streich ab, was erledigt ist. Das beruhigt mehr, als man glaubt. Und wenn mal etwas nicht nach Plan läuft: Das gehört dazu, und fast alles lässt sich auch noch von drüben regeln. Ich wünsche dir einen guten Start in deinem neuen Zuhause.

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