Auslandsdeutsche des Jahres 2021

In einer Gemeinschaftsaktion der deutschsprachigen Medien in aller Welt findet auch 2021 wieder die Wahl zur Auslandsdeutschen des Jahres statt. Bei dieser Wahl geht es hauptsächlich um das Engagement für die eigene Kultur. Auch du kannst für eine der fünf Bewerberinnen wählen.

Der Leiter des Netzwerks der deutschsprachigen Auslandsmedien (IMH-Internationale Medienhilfe) und Ideengeber für die Aktion, Björn Akstinat: “Der Wettbewerb soll speziell die weiblichen Mitglieder der deutschen Gemeinschaften und Minderheiten rund um den Globus für ihre bisherigen Aktivitäten belohnen bzw. für eine Mithilfe bei deutschsprachigen Kultur- und Medieninstitutionen motivieren. In vielen deutschen Institutionen im Ausland sind Frauen noch unterrepräsentiert. Ziel des Wettbewerbs ist außerdem, in Deutschland auf die großen kulturellen Leistungen und Traditionen der Auslandsdeutschen stärker aufmerksam zu machen. Viele Bürger der Bundesrepublik wissen so gut wie nichts von den deutschen Minderheiten und Gemeinschaften weltweit, da diese im Unterricht der Schulen und Hochschulen zwischen Flensburg und Garmisch-Partenkirchen kaum thematisiert werden.”

Die Kandidatinnen:

Ashley (Vereinigte Staaten von Amerika)

Ashley USA

Ihre Vorfahren sind im 18. Jahrhundert aus der Pfalz eingewandert. Deutschamerikaner sind die größte ethnische Gruppe der USA. Noch immer gibt es deutsche Städte und Gegenden, in denen noch die deutsche Sprache gesprochen wird. Beispielsweise sprechen viele Amisch noch die Regionalsprache Pennsylvania-Deutsch, das aus dem Pfälzischen hervorging im Alltag.

Als Deutschlehrerin in Pennsylvania versucht Ashley das Hochdeutsch und das Pennsylvania Deutsch weiterzugeben und am Leben zu halten.

In ihrer Freizeit hilft sie bei regionalen Kulturvereinen und Festen mit, wie beispielsweise dem Kutztown Festival, das älteste Volksfest der USA.

Regina (Brasilien)

Regina Brasilien

Regina ist Brasiliendeutsche aus Blumenau. Blumenau ist die Stadt mit dem berühmtesten Oktoberfest Südamerikas.

Reginas Vorfahren mütterlicherseits, sind im vorletzten Jahrhundert von Deutschland nach Brasilien eingewandert. Auch heute noch wird in ihrer Familie Deutsch gesprochen. Bis zu 5 Millionen Brasilianer sind deutschstämmig und bis zu 1,5 Millionen von ihnen beherrschen oder verstehen noch Hochdeutsch oder einen der deutschen Dialekte. Deutsch ist die zweithäufigste Muttersprache in Brasilien.

Die Bewahrung der Kultur ihrer deutschen Vorfahren liegt Regina sehr am Herzen. Sie ist in einer deutschen Volkstanzgruppe und in einem deutschen Schützenverein, wo sie auch Schützenkönigin war, engagiert.

Paula (Chile)

Paula Chile

Paulas Vorfahren väterlichseits sind vor rund 100 Jahren aus Hamburg nach Chile eingewandert. In ihrer Familie wurde die deutsche Sprache über Generationen bewahrt.

In Chile wurden in den letzten zwei Jahrhunderten von den Deutsch-Chilenen nicht nur ein Netz deutscher Schulen aufgebaut. Es gibt dort unter anderem auch eigene Feuerwehren, Krankenhäuser, eine eigene pädagogische Hochschule und die deutschsprachige Wochenzeitung “Cóndor”. Dadurch hat sich in Chile die deutsche Kultur gut erhalten.

Paula organisierte für den Deutsch-Chilenischen Bund (DCB) einen regelmäßigen Schüleraustaustausch, durch den bis heute mehrere Tausend Schüler von 15 deutschsprachigen Schulen aus allen Regionen Chiles nach Deutschland kamen und im Gegenzug Schüler aus Deutschland nach Chile kommen konnten.

Sybille (Namibia)

Sybille Namibia

Sybilles Vorfahren väterlichseits kamen bereits in der deutschen Kolonialzeit ins südwestafrikanische Namibia. Ihre Eltern sind beide deutschstämmig. Ihre Familiensprache war immer Deutsch und so besuchte sie auch eine deutsche Schule.

Sybille ist Moderatorin und Mitbetreiberin des privaten deutschsprachigen Senders Hitradio Namibia in Windhuk. Das Programm des Senders soll den Tier- bzw. Umweltschutz und die Verständigung verschiedener Bevölkerungsgruppen in Namibia fördern. Sie versucht mit ihren Sendungen auch die deutsche Sprache und Kultur zu pflegen und zu erhalten.

Andreea (Siebenbürgen/Rumänien)

Andreea Rumänien

Andreea hat väterlicherseits deutsche Vorfahren, deren Geschichte sich in Rumänien mehrere Jahrhunderte zurückverfolgen lässt. Die deutsche Sprache und evangelische Religion ihrer Ahnen ist für sie eine Herzensangelegenheit, da diese immer wieder verteidigt und reaktiviert werden mussten.

Ihre Doktorarbeit schrieb Andreea über rumäniendeutsche Literatur. Sie verfasste drei Bücher zur Kultur der Siebenbürger Sachsen und organisiert Führungen für ihre Schüler durch ihre Heimatstadt, in der die deutsche Historie den Schwerpunkt bildet.

Sie ist Deutschlehrerin am rund 650 Jahre alten deutschsprachigen Brukenthal-Gymnasium in Hermannstadt/Sibiu. Hermannstadt wurde von Deutschen, den sogenannten Siebenbürger Sachsen, um 1150 gegründet. Für lange Zeit war diese Stadt am Rande der Karpaten die Hauptstadt eines weitgehend autonomen deutschen Gebietes.

So kannst du eine der Kandidatinnen wählen

Wer ist für dich die Auslandsdeutsche des Jahres 2021?

Schreibe einfach eine Nachricht mit dem Vornamen und dem Land deiner Favoritin für den Titel “Auslandsdeutsche des Jahres 2021” an presse@imh-service.de. Die Wahl läuft bis zum 15. Oktober. Abstimmen kann jeder aus jedem Erdteil. Diejenige Kandidatin, die am meisten Stimmen erhält, hat gewonnen. Das Ergebnis wird Ende Oktober bekannt gegeben.